Kunstwerke hängen im Schulgebäude

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 Die Schüler der Astrid-Lindgren-Schule freuen sich mit Nicole Golubovic über die gemeinsam geschaffenen großen Kunstwerke.
Die Schüler der Astrid-Lindgren-Schule freuen sich mit Nicole Golubovic über die gemeinsam geschaffenen großen Kunstwerke. (Foto: Christoph Klawitter)
Christoph Klawitter

Ein großer Kreis, ein großes Rechteck und mehrere Einzelbilder: Im Rahmen eines dreitägigen Kunstprojekts mit Kunsttherapeutin Nicole Golubovic haben die Schüler der Mengener Astrid-Lindgren-Schule gemeinsam Kunstwerke erschaffen, die künftig die Wände im Schulgebäude zieren werden. In der Schule werden Schüler mit besonderem Förderbedarf unterrichtet.

Der Viertklässler Pascal hat eine große Sammlung an Hot-Wheels-Spielzeugautos daheim. Auf seinem Bereich des großen rechteckigen Gemeinschafts-Kunstwerks habe er eine Szene aus einem Spielzeugauto-Rennen gemalt, wie er erläutert. „Hier ist ein bisschen Nebel“, beschreibt Pascal seinen Bildabschnitt im Gemeinschafts-Kunstwerk weiter. Auch Schlangen, Panzer und Haie sind mit von der Partie, wie der fantasievolle junge Künstler aufzeigt. Die Sechstklässler Eric und Giuliana berichten, dass das dreitägige Kunstprojekt ihnen viel Spaß gemacht habe. Und aus Sicht von Eric hatte das auch noch einen positiven Nebenaspekt: „Zwei Tage lang keine Hausaufgaben“, sagte er freudig.

Hand- und Fußabdrücke

Ob Acryl- oder Metallfarbe, ob mit Pinsel oder mit Hand- und Fußabdrücken: Die Schüler konnten ihrer Kreativität freien Lauf lassen. „Das Endergebnis ist gar nicht im Fokus, sondern der Prozess“, sagt Nicole Golubovic, die im Hauptberuf als Sozialpädagogin im Landratsamt arbeitet und darüber hinaus als selbstständige Kunsttherapeutin, als solche war sie bei dem Projekt tätig.

Sie arbeitet öfter mit Kindern, bei den Förderschülern in Mengen ist ihr aber eine Besonderheit aufgefallen: „Die Kinder sind sehr detailverliebt“, so Golubovic. „Da sind die kleinsten Sachen wichtig.“ Das Individuelle wie auch das Arbeiten in der Gruppe gingen Hand in Hand bei dem Projekt. „Am Schluss entsteht aus dem Individuellen ein großes Ganzes“, sagt Golubovic.

Das soziale Miteinander wird auch gestärkt: Schüler müssen sich miteinander besprechen, wenn beispielsweise der Bildabschnitt des Mitschülers in den eigenen Bildabschnitt hineinreicht. „Es geht hier ganz viel ums Zulassen, Grenzen ziehen, Grenzen auflösen und ums Annehmen“, umschreibt es Golubovic, durchaus auch im übertragenen Sinne gemeint. Neben den beiden großen Kunstwerken in Form eines Kreises und eines Rechtecks entstanden auch einzelne Bilder.

Die Idee für das Kunstprojekt sei ihnen während eines Gesprächs gekommen, erinnern sich Schulleiter Jürgen Baur und Nicole Golubovic. Mit der finanziellen Hilfe des Schul-Fördervereins konnte es dann verwirklicht werden. Beteiligt haben sich laut Jürgen Baur fast alle der aktuell 37 Schüler der Klassenstufen eins bis neun der Astrid-Lindgren-Schule. Wie er berichtet, sollen die neu geschaffenen Kunstwerke künftig das Innere des Schulhauses schmücken. Bei einem Fest beziehungsweise einem Elternnachmittag noch im Juli können sich die Eltern der Schüler die Kunstwerke anschauen. Die Theater-AG wird zudem ein eingeübtes Stück zeigen und auch ein kleines Musical bekommen die Eltern zu sehen.

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