Konzerterlös kommt der tiergestützten Therapie für Kinder zugute

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Bei der Übergabe auf dem Bauernhof Göhring sind Tier-Therapeutin Andrea Göhring (von links), Verbands-Chorleiterin Heidi Fischer
Bei der Übergabe auf dem Bauernhof Göhring sind Tier-Therapeutin Andrea Göhring (von links), Verbands-Chorleiterin Heidi Fischer, die stellvertretende Chorverbandsvorsitzende Claudia Moll, der Präsidenten des Chorverbandes Donau-Bussen Wolfgang Oberndorfer und seine Frau Roswitha dankbar für die Spende. (Foto: lutz)
Wolfgang Lutz

Über einen unverhofften Geldsegen konnte sich Andrea Göhring in Rulfingen vergangene Woche freuen, denn eine Abordnung des Chorverbandes Donau-Bussen hat ihr eine Spende von rund 1300 Euro übergeben. Die ausgebildete Therapeutin bietet auf ihrem Bauernhof eine tiergestützte Förderung für geistig und körperlich beeinträchtigte Kinder an. Vor allem Schulen und entsprechende Einrichtungen aus der Umgebung nutzen diese zusätzliche, außerschulische Therapie, was bei den meist schwerst- und mehrfachbehinderten Kindern im Alter von fünf bis elf Jahren eine große Hilfe und Abwechslung darstellt.

Am 2. Dezember vergangenen Jahres fand in Untermarchtal ein gemeinsames Adventskonzert von neun Chören in der dortigen Klosterkirche statt, darunter auch der Männerchor aus Rulfingen. Auf Initiative von Verbands-Dirigenten Heidi Fischer aus Hundersingen war man sich gleich in der Vorstandschaft einig, den Netto-Erlös aus der Veranstaltung an Andrea Göhring und ihren Hof in Rulfingen weiterzuleiten, um deren tiergestützte Therapie mit körperlich und geistig behinderten Kindern zu unterstützen. „Ich freue mich wahnsinnig über diese Spende und bin ihnen allen dankbar, dass sie mir helfen wollen“, freute sich dann auch Andrea Göhring bei der Geldübergabe.

Für ihre Arbeit setzt sie natürlich auch hofeigene Tiere ein wie Kühe, Esel, Schweine, Schafe und Ziegen. „Wir sind aber kein Streichelzoo, vielmehr bieten wir ein ganzheitliches Entwicklungs- und Förderangebot mit unserer tiergestützten Therapie.“ Dazu müssen die Tiere an die Kinder gewöhnt werden, um mit ihnen entsprechend arbeiten zu können. „Kein Tier, das hier zum Einsatz kommt, wird geschlachtet“, betont Andrea Göhring. Für deren Haltung muss sie die Kosten selber tragen.

Wenn die Kinder am Morgen am Hof ankommen, wird zusammen mit den Pädagogen und Physiotherapeuten für jedes Kind das Ziel und die Aufgabe festgelegt und nach der jeweiligen geistigen und körperlichen Beeinträchtigung angepasst. „Das eine Kind entspannt sich auf dem Rücken einer Kuh, das andere läuft mit dem Esel über die Wiese, andere Kinder kümmern sich um die Fütterung und Haltung der Tiere“, so die Fachkraft für tiergestützte Therapie und Pädagogik. „Wenn man dann die Kinder sieht, wie sie sich um Tiere kümmern und dabei ungeahnte Energien freigesetzt werden, freut mich das“, so Andrea Göhring.

Aber auch Demenzkranke können von dieser Therapie auf dem Bauernhof profitieren. Hier sei interessant zu sehen, welche Tiere die Aufmerksamkeit und das Interesse dieser Menschen finden. Hühner und Schweine werden bevorzugt, denn sie wecken bei den älteren Menschen Kindheitserinnerungen. „Wenn wir mal so alt sind, wird das wohl nicht mehr so sein, mal sehen, an was wir uns erinnern“, schmunzelt Andrea Göhring und nimmt den Scheck von Präsident Wolfgang Oberndorfer in Empfang.

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