Klassenräume sollen verkabelt werden

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 Zusammen mit Heinz Schwichtenberg vom Ingenieurbüro Hiestand haben die Stadtverwaltung und die Mengener Schulen ein Konzept ent
Zusammen mit Heinz Schwichtenberg vom Ingenieurbüro Hiestand haben die Stadtverwaltung und die Mengener Schulen ein Konzept entwickelt, welche Ausstattung in den Klassenräumen vorhanden sein sollte, um neue Medien vernünftig nutzen zu können. (Foto: Patrick Seeger)

Die Digitalisierung macht auch vor den Schulen nicht halt: Auch, wenn viele Lehrer noch nicht vollkommen auf die gute alte Tafel verzichten wollen, besteht dringender Bedarf, die Schulen mit Breitband, W-Lan und Netzzugängen auszustatten. Wie aus dem neu erstellten Medienentwicklungsplan hervorgeht, müssten dafür allein an der Ablachschule, der Realschule und am Gymnasium Mengen rund 600 000 Euro investiert werden.

„Alle Kommunen warten auf die Mittel aus dem Digitalpaket, mit dem die Schulen mit Breitband versorgt und mit der entsprechenden Technik ausgestattet werden sollen“, sagte Bürgermeister Stefan Bubeck in der Gemeinderatssitzung am Dienstag. „Die alte Bundesregierung hat die Gelder in Aussicht gestellt, obwohl Schulbildung eigentlich Ländersache sind“, sagt er. Da die Erfahrungen aber zeigten, dass auch bei einer Freigabe der Mittel nicht einfach alle Kommunen einfach bestimmte Summen bekämen, wolle man vorbereitet sein, um entsprechende Anträge stellen zu können. „Dazu haben wir einen Medienentwicklungsplan in Auftrag gegeben“, so Bubeck. Ausgeklammert worden wären dabei die Astrid-Lindgren-Schule und die Gemeinschaftsschule Sonnenlugerschule, da diese im Zuge der Neu- und Umbauphasen schon „ausreichend verkabelt“ worden seien.

Darum gehe es nämlich laut Frank Seeger, der bei der Stadtverwaltung für die Informationstechnik (IT) zuständig ist, und Heinz Schwichtenberg vom Ingenieurbüro Hiestand, das mit der Erstellung des Plans beauftragt worden war, in der Hauptsache. „Wir haben uns mit den Schulleitern, Lehrern und dem Schulnetzberater des Landkreises zusammengesetzt und geschaut, was die Lehrkräfte zukünftig in den Klassenzimmern brauchen“, sagte Frank Seeger. Dies sei vor allem ein Lehrertisch, an dem Laptop, Dokumentenkamera und Beamer problemlos verwendbar seien. Außerdem sei pro Klassenzimmer zumindest ein Computerplatz für die Schüler sinnvoll, wenn die einmal online etwas recherchieren sollen sowie Lautsprecher, damit Audio- und Filmdateien angeschaut werden können.

Nur einzelne Räume verkabelt

Die Glasfaser- und Kupferleitungen in allen Gebäuden und Geschossen bis in die einzelnen Räume zu verlegen sowie die Möglichkeit für die Lehrkräfte, direkten Zugang auf das pädagogische Netzwerk und das Verwaltungsnetzwerk zu bekommen, sei Ziel des Medienentwicklungsplans. Bisher sind nur einzelne Räume mit der Verkabelung ausgestattet, in der Realschule gibt es aber zum Beispiel nur einen solchen Raum, der gerade bei jüngeren Lehrkräften oder Referendaren stark nachgefragt sei. Ziel sei es auch, W-Lan anbieten zu können, in das sich bei Bedarf Schüler mit entsprechenden Tablets einwählen können. „Es geht aber zunächst darum, die Infrastruktur an den Schulen bereitstellen zu können“, verdeutlichte Bubeck. „Ausstattung wie Dokumentenkameras oder Tablets müssen über das Schulbudget finanziert werden.“

Die Stadträte verständigten sich darauf, dass die Ausstattung des Gymnasiums erst einmal zurückgestellt werde. „Wir sind da gerade mitten in der Planung zur Sanierung und zum Teilneubau“, sagte Bubeck. „In diesen Planungen wird die Digitalisierung natürlich auch berücksichtigt, aber es macht keinen Sinn, vorher Kabel verlegen zu wollen.“

Es bestand außerdem auch Einigkeit darüber, dass die Realschule oberste Priorität habe. Deshalb werden im Haushalt für das kommende Jahr 175 000 Euro bereitgestellt. Abgerufen werden sollen diese Mittel aber lediglich, wenn im Jahr 2019 entsprechende Zuschussmittel abgerufen werden können.

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