Kirchenchor stimmt auf den Advent ein

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 Nach dem Konzert kommt Chorleiterin Waltraud Marschall mit den Solisten und dem Organist von der Empore herunter.
Nach dem Konzert kommt Chorleiterin Waltraud Marschall mit den Solisten und dem Organist von der Empore herunter. (Foto: Vera Romeu)
Vera Romeu

Der Kirchenchor Ennetach hat unter der Leitung von Waltraud Marschall sein großes Publikum mit einem wunderbaren Konzert auf den Advent eingestimmt. Das musikalische Aufgebot war schön zusammengestellt: Chor, Solisten, Streicher und Orgel entfalteten einen intensiven Klang. Das Programm war erhebend, abwechslungsreich und gekonnt gestaltet. Das Konzert in der Kirche St. Cornelius und Cyprian wurde bei Kerzenlicht ein adventliches Erlebnis.

Pfarrer Stefan Einsiedler begrüßte die Konzertbesucher. „Advent“ stamme aus dem Lateinischen und bedeute „ankommen“ oder „es passiert etwas“. „Advent“ sei die Zeit der Ankunft. „Wir müssen überlegen, was es braucht, damit die Botschaft Jesus Christus bei uns ankommt“, sagte Pfarrer Einsiedler und gab auch gleich die Antwort: Zeit, um selbst zur Ruhe zu kommen, um Raum für die Botschaft zu geben.

Zum Auftakt sang der Chor „Es kommt ein Schiff geladen“ a-cappella in langsamen Tempi. Es klang ruhig, geheimnisvoll, verheißungsvoll. Hell und strahlend ertönte „Hoch tut euch auf, ihr Tore der Welt“ von Christoph Willibald Gluck. Das Singen steigerte sich mit Arien aus dem „Messias“ von Georg Friedrich Händel. Rebecca Sugg (Alt) sang „Er weidet meine Schafe“. Ihre dunkle samtene Stimme begeisterte. Sopran Hedwig Scham sang „Kommt her zu ihm“ und bewegte die Herzen. Organist Thomas Rapp setzte dem ersten Teil mit einer „Pastorelle“ von Johann Gottfried Walther einen beschwingten Akkord. Stimmungsvoll und schlicht entfaltete die Orgel ihren raumfüllende Klang.

Erzählerische Kraft

Der zweite Teil des Konzerts begann mit dem Lied „Denn er hat seinen Engeln befohlen“ von Felix Mendelsohn Bartholdy. Chor und Orgel vereinten ihre Stimmen zu einem schönen Wohlklang. Händels Arie „Dank sei Dir Herr“ für Bariton aus „Israel in Ägypten“ wurde sehr eindrucksvoll und souverän von Alexander Ott gesungen. Er entfaltete eine erzählerische Kraft, unterstrich die Zuversicht, die im Text liegt.

Chor und Orgel boten das Werk „Gottes grenzenlose Liebe“ von Robert Jones. Der Chor hatte eine gute Ausstrahlung. Das Duett für Sopran und Alt von Johann Ernst Eberlin „O sancta Maria“ war voller barocker Glanz und Feierlichkeit. Rebecca Sugg und Hedwig Scham sind ehemalige Schülerinnen von Waltraud Marschall und exzellente Sängerinnen. Organist Rapp setzte dem zweiten Teil mit der „Fantasie über ein bekanntes Weihnachtslied“ von Marko Hakanpäa einen mitreißenden Schlussakkord.

Die musikalische Steigerung erreichte ihren Höhepunkt mit der „Missa Pastoralis in G-Dur“ von Wolfgang Amadeus Mozart. Chor, Solistinnen und Solisten, Orgel und Streicher jubelten voller Energie. Prachtvoll ließ Chorleiterin musizieren. Der Chor meisterte wunderbar seinen Part, sang pointiert, präzise und transparent. Sopranistin Hedwig Scham, Altistin Rebecca Sugg, Tenor Daniel Ostermaier und Bass Alexander Ott brachten sich vollendet ein. Chorleiterin Marschall setzte gekonnt die Akzente. Die Aufführung der Hirten-Messe war emotional und bewegend. Die Spannung hielt sich im Raum bis alle Glocken läuteten. Dann fiel der befreiende Applaus, zu dem das Publikum aufsprang.

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