„Körperspannung ist ganz wichtig“

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 Sonja Schneider (grünes T-Shirt) korrigiert die Haltung der jungen Bogenschützen.
Sonja Schneider (grünes T-Shirt) korrigiert die Haltung der jungen Bogenschützen. (Foto: privat)
Schwäbische Zeitung

Beim Kindersommer in Mengen hatten in der vergangenen Woche acht Kinder und Jugendliche zwischen 10 und 15 Jahren die Gelegenheit, sich im Bogenschießen auf der Outdoor-Bogenschießanlage der Schützengilde Ennetach zu versuchen. Seit 15 Jahren beteiligt sich die Schützengilde mit diesem Angebot am Ferienprogramm.

In diesem Jahr oblag es den Bogenschützinnen Sonja Schneider und Ines Pfeil, die Teilnehmer einzuweisen. Mit bogenspezifischen Dehnübungen, die mit Übungsbändern ausgeführt wurden, begann der aktive Teil des Nachmittags. Aufmerksam folgten die Heranwachsenden den Ausführungen, bei denen es inhaltlich vor allem um die Sicherheitsaspekte ging. „Neben dem Sportgerät und den drei Pfeilen gehört der Armschutz unbedingt mit zum Zubehör“, so Sonja Schneider, „ohne diesen können schmerzhafte Erfahrungen die Lust am Bogenschießen schnell nehmen und das wollen wir alle nicht!“ Zum Einstieg eignen sich laut Sonja Schneider am besten die vereinseigenen Recurvebögen. Diese seien handlich und würden so auch den Ansprüchen der Anfänger gerecht. Die Entfernungen bei den Freiluft-Disziplinen des Bogenschießens liegen zwischen minimalen 18 Metern und reichen bis zu 90 Metern.

Gewicht gut verteilen

Neben dem schematischen Ablauf kam auch die Handhabung von Pfeil und Bogen zur Sprache. „Die Haltetechnik beinhaltet: dass die Schultern sowie die Hüfte in einer Linie zur Scheibe stehen und das Körpergewicht idealerweise auf beide Beine verteilt wird. Die Position der Abschusshand sollte bei vollem Auszug Nase und Kinn gleichermaßen berühren und die Hand ist unmittelbar unter dem Kinn, dadurch ist der Abstand von Auge und Pfeil immer gleich und ermöglicht so dem Schützen eine kontrollierbare Pfeilabgabe, soweit die Theorie“, sagt Ines Pfeil. „Um diesen Ablauf noch zu vervollständigen, ist es wichtig, nach dem Lösen des Pfeils noch länger in der Körperhaltung zu verweilen, dies nennt man Nachhalten und das beeinflusst auch die Flugbahn“, fährt sie fort. „Des Weiteren ist eine gesunde Körperspannung ebenso wichtig wie die Verinnerlichung der immer wiederkehrenden Bewegungsabläufe.“ Ein weiterer wichtiger Aspekt sei es, dass beim Einlegen der Pfeile immer die einzelfarbige Pfeilnocke zum Schützen zeige. Das Loslassen der Sehne ohne Pfeile nennt man „Leerschuss“ und darf nie ausgeführt werden, wird den Kindern und Jugendlichen eingeschärft. Daraus können schwere Verletzungen resultieren und das Sportgerät gehe kaputt.

Die ersten praktischen Gehversuche der Kinder beim Bogenschießen wurden mit je drei Pfeilen pro Schütze in Angriff genommen. Jetzt konnten sie das vorher Gehörte in die Tat umsetzen. Nach der Einführungsrunde wurden die Jugendlichen in zwei Gruppen eingeteilt. Ines Pfeil hatte hierfür noch ein paar Spiele vorbereitet, es folgte ein spannender Wettkampf.

Seit Mai ist Philipp Luftpistolenschütze in der Schützengilde. Aber auch Bogenschießen mache ihm Freude, sagt er. Ins gleiche Horn blasen auch Justin und Lea, die beide motiviert bei der Sache sind und ihre gut platzierten Pfeile feiern.

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