Markus Haile

Vor genau 300 Jahren heiratete der sächsische Thronfolger Friedrich August II. die Habsburgerin Maria Josepha. Dieses Jubiläum hat die ebenfalls von vorderösterreichischer Geschichte geprägte Bürgerwache Mengen zum Anlass für eine viertägige Reise nach Dresden genommen. Professor Urban Bacher und Major Georg Bacher hatten bei der Programmgestaltung wieder sämtliche Register gezogen und ermöglichten ihren Kameraden unvergessliche Auftritte an geschichtsträchtigen Stätten.

Noch am Donnerstagabend nach einer langen und anstrengenden Busfahrt wurde die 150 Mann starke Traditionsgemeinschaft vom Ersten Bürgermeister Detlef Sittel vor der Goldenen Pforte willkommen geheißen und zu einem Empfang ins Rathaus geladen. Das Tagesprogramm endete mit einem Marsch auf den Altmarkt, wo die schmucken Stadtsoldaten sogleich von hunderten Schaulustigen umringt waren und ausgiebig bestaunt und fotografiert wurden.

Der Freitag begann mit einem Appell in der Offiziersschule des Heeres, wo die Bürgerwache von General Martin Hein Wissenswertes über die Ausbildung der Bundeswehr-Führungskräfte erfuhr. Mittlerweile hatte die erbarmungslos niederbrennende Sonne ihren Zenit erreicht und erwartete die Stadtsoldaten am Goldenen Reiter, einem imposanten Standbild von August dem Starken, wo Regierungspräsident und Staatssekretär a.D. Hubert Wicker die Formation abschritt. Auch der Fernsehsender MDR war vor Ort und zeichnete den Aufmarsch auf.

Anschließend marschierte der Tross über die Augustusbrücke zum Theaterplatz, wo Bürgermeister Stefan Bubeck Landtagspräsident Matthias Rößler begrüßte und mit ihm gemeinsam die Front abschritt. Es folgte ein Appell vor der Semperoper mit Standkonzert und abschließenden Hymnen.

Schweißtreibende Arbeit hatte bei den zahlreichen Aufmärschen vor allem der Musikzug zu verrichten, nach Kräften unterstützt durch den Spielmannszug. Aber auch die Gewehr tragenden Kameraden hatten diesmal alle Hände voll zu tun, wurden doch bei insgesamt 15 Anlässen rekordverdächtige 510 Salutschüsse in den Dresdner Himmel abgefeuert.

Am Abend marschierte die Bürgerwache zum Fürstenzug, einer hundert Meter langen Ahnengalerie der Wettiner auf Porzellankacheln, gefolgt von einem Abstecher auf die Brühl‘schen Terrassen, wo Staatssekretär Thomas Bareiß bereits auf die Stadtsoldaten wartete und die Parade abnahm.

Mehrere Tausend Zuschauer

Ein absolutes Highlight und überaus beeindruckend war die anschließende Andacht mit Orgelspiel in der Frauenkirche mit Pfarrer Sebastian Feydt – exklusiv für die Männer und Frauen im Bunten Rock. Direkt im Anschluss durfte die Bürgerwache die „Classic Open Air Dresden“ mit einem Aufmarsch eröffnen, wo unter anderem Top-Jazztrompeter Till Brönner und die Junge Philharmonie Berlin auf dem Neumarkt in zwei tropischen Sommernächten mehrere Tausend Zuschauer begeisterten. Den Ausklang des Tages bildete der Kameradschaftsabend im rustikalen Pulverturm, ehe eine Nachtwächterführung um Mitternacht den Schlusspunkt eines ereignisreichen Tages bildete.

Etwas weniger anstrengend begann der Samstag mit einer zivilen Stadtführung und privaten Erkundungen, ehe die Bürgerwache bei Einbruch der Dämmerung in den Zwinger einmarschierte und dort vor beeindruckender Kulisse den Großen Zapfenstreich aufführte – ein unvergessliches Gänsehaut-Erlebnis für alle Beteiligten. Ein letzter Appell vor der nächtlich erleuchteten Semperoper mit Ehrensalven beendete das Spektakel.

Den letzten Höhepunkt der Reise bildete der sonntägliche Gottesdienst in der Hofkirche, den die Stadtkapelle unter der Leitung von Dr. Ralf Uhl musikalisch umrahmte – gemeinsam mit Johannes Trümpler an der Silbermann-Orgel. Den Gottesdienst feierte Generalvikar Andreas Kutschke in Konzelebration mit Dekan Heinz Leuze und Militärdekan Siegfried Weber. Ein letzter Appell vor der Kirche und ein abschließendes Gruppenfoto im Zwinger setzten den Schlusspunkt, ehe die beiden Busse unter Blitz, Donner und Regen aus der sächsischen Landeshauptstadt fuhren – besser hätte das Timing nicht sein können.

Nach den bereits legendären Reisen nach Rom, Ingolstadt und Berlin haben die Gebrüder Bacher einmal mehr eine absolute Hammer-Reise auf die Beine gestellt, von der die Teilnehmer sicher noch ihren Enkeln erzählen werden. Hinter vorgehaltener Hand wurde gemunkelt, die nächste sei bereits in Planung.

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