„Ich trage ständig einen Ideen-Pool im Hinterkopf herum“

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In vielen Proben bereiten die Musiker das Jahreskonzert vor.
In vielen Proben bereiten die Musiker das Jahreskonzert vor. (Foto: haile)
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Beim Jahreskonzert der Stadtkapelle am Samstag, 7. Dezember, in der Ablachhalle wird die neueste Komposition von Dirigent Ralf Uhl „The Last Forest Fairy“ uraufgeführt. SZ-Mitarbeiter Markus Haile hat sich mit ihm darüber unterhalten.

Das Stück handelt von der „letzten Wald-Elfe“. Wovon haben Sie sich bei Ihrem neuesten Werk inspirieren lassen?

Eine wirkliche Inspiration gab‘s eigentlich nicht. Die Idee stammt aus einem Ideen-Pool, den ich ständig im Hinterkopf mit mir herumtrage. Es ist dann der Anlass oder auch die Not, dass man sich zwingen muss, eine Idee auszuwählen und auszuarbeiten.

Wie lange dauert das Stück?

Etwa elf Minuten. Für die Zielgruppe eine Minute zu lang, wird mir mein Verlag rückmelden, sollte ich ihm das Werk zukommen lassen.

Wie viel Zeit vergeht von der Idee bis zum druckfertigen Werk?

Je nach Dimension eines Werkes dauert das eigentliche Komponieren und Instrumentieren vier bis acht Wochen, das Layouten der Einzelstimmen und die Druckaufbereitung nochmal wenigstens eine gute Woche.

Woher stammen Ihre Kenntnisse in punkto Komposition und Arrangement?

Ich habe früh begonnen, Musik zu komponieren nach dem Prinzip „Versuch und Irrtum“ – vor allem Irrtum! Vieles aus der Musiktheorie habe ich mir autodidaktisch erarbeitet. Eine weitere wichtige Quelle ist das praktische Musizieren. Hier findet man ein Heer an guten Lehrern und herausragenden Vorbildern.

Wie viele Stücke haben Sie bereits komponiert, wie viele davon werden von Verlagen vertrieben?

Kommerziell publiziert sind vier Kompositionen, komponiert und auch aufgeführt habe ich aber mehr, genau weiß ich es gar nicht! Die Mehrzahl meiner Kompositionen eignet sich nicht für eine kommerzielle Verwertung, da sie zu speziell sind und der Markt dafür einfach zu klein ist. Sie sind für einen konkreten Anlass entstanden und wurden auch aufgeführt. Hier kann man freier arbeiten und experimentieren. Strebt man aber eine Publikation an, gelten von Beginn an andere Regeln. Originale Blasmusikliteratur zu verkaufen, ist in den letzten Jahren schwerer geworden. Arrangements aus Film, Musical und aus der Popularmusik sind deutlich gefragter, weil sie sich einem Publikum besser vermitteln lassen.

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