Hund mit Rattengift vergiftet

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Labrador-Rüde Macho musste wegen einer Vergiftung stationär behandelt werden.
Labrador-Rüde Macho musste wegen einer Vergiftung stationär behandelt werden. (Foto: Privat)
Christoph Klawitter

Besitzerin Kathrina Notz aus Mengen und ihr Labrador Macho haben schlimme Tage hinter sich. Macho wäre fast an einer Vergiftung gestorben. Kathrina Notz und ihr Freund Timo Kuchelmeister vermuten, dass ihr Hund auf dem Missionsberg einen Giftköder gefressen hat. Sie hat bereits Anzeige erstattet.

Ob die Vergiftung aber das Werk eines Hundehassers sein könnte, ist unklar. Der Rüde wird noch behandelt, ist aber auf dem Weg der Besserung.

Täglich sei sie mit dem einjährigen Macho morgens unterwegs. Der Missionsberg liege auf der Route, erläutert Katharina Notz. Und nur auf dem Missionsberg dürfe der Hund frei laufen. In der Stadt sei er angeleint. Sie lasse ihren Hund aber nie mehr als drei Meter von ihr weg. Kathrina Notz geht deshalb davon aus, dass Macho auf dem Missionsberg einen vergifteten Köder gefressen hat. Der Hund sei immer müder geworden, habe Fieber bekommen sowie das Futter und Wasser erbrochen. „Das was ich da erleben durfte, wünsche ich keinem Hundebesitzer“, sagt Kathrina Notz.

Tierarzt bestätigt Rattengift

Am Samstag, 18. Juli, suchte sie Tierarzt Dr. Hermann Kettenacker in Meßkirch auf. Dieser entnahm und dem Hund Blut. Wie Dr. Kettenachacker auf Nachfrage der Schwäbischen Zeitung bestätigt, sei im Blut eine Cumarin-Vergiftung festzustellen gewesen. Cumarin werde als Rattengift eingesetzt. Es hemme die Blutgerinnung. Die Ratten verbluten innerlich. Dies hätte auch Macho gedroht. Doch er wurde noch rechtzeitig medizinisch versorgt. Ein paar Tage war der Vierbeiner stationär bei Dr. Kettenacker. Er bekam Vitamin K – das Gegenmittel zu Cumarin. Derzeit bekomme Macho noch Infusionen, um den Kreislauf zu stabilisieren, berichtet der Tierarzt.

Dr. Kettenacker geht davon aus, dass Macho einen Giftköder gefressen hat. Es jedoch auch möglich, dass der Hund eine Ratte, die das Gift intus hatte, gefressen hat. Der Tierarzt hält dies aber nicht für realistisch. „Die Besitzerin hätte dies gemerkt“, sagt Dr. Kettenacker.

Menschen scheuen vor Anzeigen

Macho sei womöglich nicht der einzige vergiftete Hund in Mengen, sagt Katharina Notz. Sie habe bereits von weiteren Fällen gehört. Doch außer ihr gehe wohl keiner zur Polizei. „Die Menschen haben Scheu vor dem Papierkram“, Katharina Notz. Sie hofft, dass sich durch einen Zeitungsbericht mehr Betroffene melden. „Andere Hundebesitzer müssen gewarnt sein“, sagt sie.

Dr. Elisabeth Ney betreibt eine Tierarztpraxis in Blochingen. „Wir selber haben derzeit keinen Fall“, berichtet Elisabath Ney auf Anfrage der Schwäbischen Zeitung. Sie habe aber aus Gesprächen mit Tierbesitzern von Vergiftungen gehört.

Das Polizeipräsidium Konstanz bestätigt gegenüber der Schwäbischen Zeitung, dass aktuell eine Anzeige gegen unbekannt gebe. Weitere Anzeigen wegen Hunde-Vergiftungen aus dem Bereich Mengen lägen allerdings nicht vor. Die Polizei empfiehlt, dass Hundebesitzer ihren Vierbeiner an die Leine nehmen sollen.

Gift auch im Einsatz gegen Füchse

Im Fall von Macho äußert sich die Polizei zurückhaltend: Die Annahme, dass der Hund einen für Hunde ausgelegten Giftköder gefressen hat, sei hypothetisch. Der Hund könne auch irgendwo ordnungsgemäß ausgebrachtes Rattengift aufgenommen haben. Das Gift werde beispielsweise auch gegen Füchse eingesetzt. Auch in der Landwirtschaft werde dieses Rattengift verwendet. Für die Ermittlungen im Fall von Macho sei bei der Polizei die Spezialabteilung Gewerbe und Umwelt in Singen zuständig.

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