Hochwasserschutz: Stadt erstellt Kosten-Nutzen-Anlyse

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Sandsäcke an der Ablach sollen mit einem umgesetzten Hochwasserschutzkonzept der Vergangenheit angehören.
Sandsäcke an der Ablach sollen mit einem umgesetzten Hochwasserschutzkonzept der Vergangenheit angehören. (Foto: Archiv: Jennifer Kuhlmann)

Beim Thema Hochwasserschutz an der Ablach geht es nur langsam voran. Zwar ist die Situation durch verschiedene Kleinmaßnahmen in den vergangenen Jahren verbessert worden, beim Gesamtkonzept tritt die Stadt aber schon seit geraumer Zeit auf der Stelle. Mit einem anderen Ingenieurbüro als bisher soll es nun endlich weitergehen. Die Gemeinderäte haben am Dienstag beschlossen, das Büro Winkler und Partner aus Stuttgart mit der Fortschreibung der Hochwassergefahrenkarte mit Niederschlagsmodell, der Kosten-Nutzen-Analyse und weiteren Planungsaufgaben zu beauftragen.

„Wir haben monatelang mit Vertretern des Landratsamts und des Regierungspräsidiums Gespräche geführt“, erklärt Bürgermeister Stefan Bubeck gegenüber der „Schwäbischen Zeitung“. Aus unterschiedlichen Gründen hätten die beiden Behörden die vom Ingenieurbüro Eppler aus Dornstetten vorgeschlagene Vorgehensweise zum Hochwasserschutz nicht akzeptiert und weitere Untersuchungen gefordert. „Gegen eine Kosten-Nutzen-Analyse, die zeigen soll, wie wirksam bestimmte Maßnahmen sind, haben wir uns bisher tapfer gewehrt“, sagt Bubeck. „Es ist ja eindeutig, dass die Verluste groß sind, wenn ein Gewerbegebiet oder Teile von Mengen oder Ennetach unter Wasser stehen.“

Dass Gemeinderat und Verwaltung nun nachgeben und die Untersuchung sowie eine anlassbezogene Fortschreibung der Hochwassergefahrenkarte in Auftrag geben, hat vor allem damit zu tun, dass nur mit diesen Untersuchungen Fördermittel für die bereits geplante Maßnahme mit der Verlegung des Mittlererweggrabens fließen. Die Beteiligten gehen von einer Förderung von rund 46 Prozent der Kosten aus. „Die möchten wir ja schon bekommen“, so Bubeck. Nur mit dieser Maßnahme geht es beim neuen Gewerbegebiet an der Meßkircher Straße voran.

Das Büro Eppler hat für die Stadt die Studie zur Hochwassersituation in Mengen und Ennetach gemacht und nach einer Flussgebietsuntersuchung diverse Maßnahmen zum Hochwasserschutz entwickelt und vorgeschlagen. Kleinere sind schon umgesetzt worden. Die Idee, den Vogelsee bei den Zielfinger Baggerseen bei Hochwasser als vorgelagerte Retentionsfläche zu nutzen, stieß aus Natur- und Vogelschutzgründen zunächst auf Ablehnung. „Ganz vom Tisch ist das aber noch nicht“, sagt Bubeck. Seiner Meinung nach wird die Kosten-Nutzen-Analyse ergeben, dass zum Schutz von Menschen und Unternehmen im Stadtgebiet ein Eingriff in die Natur toleriert werden kann.

Blick zur Nachbarkommune

Dass die weiteren Aufgaben nun an ein anderes Büro vergeben werden, habe vor allem mit dem Ruf des Stuttgarter Büros zu tun. „Winkler hat die Hochwassergefahrenkarten für das Land erstellt und hat in diesem Bereich einfach die besten Qualifikationen“, sagt Bubeck. Außerdem würde das Büro auch die Nachbarkommune Krauchenwies zum Thema Hochwasserschutz beraten. „Das kann nur von Vorteil sein, wenn unser Büro auch weiß, was ein paar Kilometer ablachaufwärts geplant ist und man sich besser abstimmen kann“, sagt er.

Der Bürgermeister geht davon aus, dass die weiteren Untersuchungen in einigen Monaten abgeschlossen sind. „Das zeitintensivste war die Grundlagenermittlung, die ist ja zum Glück abgeschlossen.“ Die wasserrechtliche Genehmigung für die Verlegung des Mittlererweggrabens liege bereits vor, nun müsse noch der Bebauungsplan erstellt werden.

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