Freunde alter Fahrzeuge zieht es nach Rulfingen

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Unterm Fallschirm machen es sich die Gäste der Rathaushockete diesmal mit Jacken gemütlich.
Unterm Fallschirm machen es sich die Gäste der Rathaushockete diesmal mit Jacken gemütlich. (Foto: Artur K. M. Bay)

Bereits um die Mittagszeit ist am Sonntag das Festplatzgelände zwischen Rathaus und Feuerwehrhaus in Rulfingen stark frequentiert gewesen. Es fand die Rathaushockete mit Oldtimertreffen statt. Die Besucher hatten schon mal den Anorak und die Mützen aus dem Kleiderschrank geholt, so waren sie gut gerüstet gegen die herbstlichen Temperaturen. Ortsvorsteher Manfred Moll richtete einen herzlichen Willkommensgruß ans gut gelaunte Publikum und ließ verlauten, dass zum diesjährigen Oldtimertreffen 186 Anmeldungen vorlagen. Der am weitesten angereiste Teilnehmer aus dem Raum Memmingen sei am Sonntagmorgen schon in aller Herrgottsfrühe mit seinem Lanz-Bulldog losgefahren; drei Stunden habe er für seine Anreise gebraucht.

Zur Unterhaltung zog die Musikkapelle Rulfingen mit Interimsdirigent Martin Brugger wieder einmal mehr alle Register ihres Könnens: Das Repertoire reichte von moderner bis zu traditioneller Blasmusikliteratur. Mit dem Titel des niederländischen Komponisten und „Marschkönigs“ Johan Wichers, „Mars der Medici“ stand gleich zu Beginn ein äußerst anspruchsvolles Stück auf dem unterhaltsamen Programm. Es folgten „Sweet Caroline“ von DJ Ötzi, getextet von Neil Daimond und ein „Abba-Medley“. Wolfgang Neher ließ ein ein fetziges Trompetensolo beim Stück „Java“ folgen. Insgesamt hätte der der Auftritt der Kapelle mehr Beifall verdient. Das Publikum gab sich am Sonntag sehr verhalten. Schmackhafte oberschwäbische Kost stand auf der Speisekarte zum Mittagstisch, serviert von einer überaus freundlichen und großen Schar vor allem junger Rulfinger, nämlich der Bedienungsgruppe, die sich aus so gut wie allen Vereinen vor Ort rekrutiert. Auf dem großräumigen Areal beim Rathausplatz und in der Mengener Straße donnerten schließlich gegen 14 Uhr die ersten Motoren von nahezu 200 Fahrzeugen; Musik in den Ohren der zahlreichen Oldtimerfreunde. Der wohl älteste Teilnehmer, der 88-jährige Wendelin Voggel aus Rulfingen, hatte seinen 50 Jahre alten Massey Fergusson mit knallroten Blumen mit Namen Dipladenia geschmückt.

Julius Stark, gleichfalls aus Rulfingen, demonstrierte kurz vor Beginn der Oldtimer-Rally, die im Konvoi übrigens nach Mengen führte, wie man einen Lanz-Bulldog, Baujahr 1939, vorglüht und dann mit dem austauschbaren Steuerrad das Schwungrad des Fahrzeugs in Gang bringt. Insgesamt waren es dieses Mal fünf dieser Typen, die einstmals in Aulendorf hergestellt wurden.

Ford erregt Aufmerksamkeit

Auch ein Traktor der einstigen Firma Wahl, die nach dem Zweiten Weltkrieg in Balingen produzierte, war zu bestaunen, der Besitzer kam aus Ertingen im Kreis Biberach. Bei den Automobilen war es ein Ford, sage und schreibe Baujahr 1905 mit 20 PS und fünf Litern Verbrauch sowie einer Höchstgeschwindigkeit von 65 Stundenkilometern, der viel Aufmerksamkeit erregte. Aus Altshausen kam Klaus Rothacher mit seinem russischen Seitenwagengefährt Marke Dnepr MT11; im Beiwagen hatte sein Enkel Platz genommen.

Am frühen Nachmittag sorgte mit einem ausgezeichneten Unterhaltungsprogramm der befreundete Musikverein aus Ennetach mit seinem bewährten Dirigenten Carsten Uhl für beste Feststimmung.

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