Frauen würzen Konzert mit Einfallsreichtum und Humor

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Beim Konzertabend tritt der Rulfinger Männerchor gemeinsam mit den Frauen des „Li(e)dschatten-Chors“ aus Alberweiler bei Biberac
Beim Konzertabend tritt der Rulfinger Männerchor gemeinsam mit den Frauen des „Li(e)dschatten-Chors“ aus Alberweiler bei Biberach auf. (Foto: ARTUR K. M. BAY)
Artur K. M. Bay

Der Wendelinsaal unterhalb der neuen Kirche ist beim Chorkonzert des Gesangvereins Eintracht Rulfingen brechend voll gewesen. In einem Augenblick der Stille gedachte das Publikum dem vor wenigen Tagen verstorbenen Sänger Reinhard Müller. Ein abwechslungsreicher Programmablauf sorgte für ein buntes musikalisches Angebot, sodass am Ende des gut zweieinhalbstündigen Konzerts keine Wünsche offen blieben – bis auf die zahlreichen Zugabe-Rufe. Vor allem die Liederauswahl und jene Mischung von munter drauf los singenden Kindern, gepaart mit Männerstimmen, Mädchen- und Frauengesang – und dies auch noch mit humoristischen Einfällen gewürzt – lösten beim Publikum Beifallstürme aus.

Den 25 Männern des Gesangvereins Eintracht Rulfingen war es vorenthalten, zum Auftakt die Bühne als erste zu betreten und dies gleich mit einem Paradestück: „Musikanten sind in der Stadt“ von Reinhard Mey. Gefolgt vom Stück „Fröhliches Ständchen“, welches die Mannen um Dirigent Klaus Bohner sehr flott und prägnant intonierten, und bei dem die sonoren Bassstimmen in den Vordergrund traten. Vorstand Reinhold Walz hielt eine Begrüßungsansprache und erstmals fungierte als Moderator souverän Sänger Martin Wölfle.

Dann traten die „Rulfinger Dorfspatzen“ auf. Es ist die unnachahmliche Art, mit denen die Jüngsten im Bunde gerne singen. Mit den lustigen Liedern „Die Schnecke Mathilda“ und einem „Rap-Huhn“ sowie dem einstigen Kinder-Hit „Wer hat an der Uhr gedreht“, hatten die 14 Dorfspatzen mit ihrer musikalischen Leiterin Martina Stark das Publikum im Handumdrehen auf ihre Seite gezogen. Es gab orkanartigen Beifall für die kleinen „Spätzla“.

Als sich dann zu den Dorfspatzen noch der gesamte Männerchor gesellte, brodelte spätestens beim Stück aus Balu der Bär – „Probier’s mal mit Gemütlichkeit“ – der Wendelinsaal. Im Jugendchor haben zehn Mädchen das Sagen und „nur“ drei Jungs sind mit von der Partie. Drei Lieder aus dem Zyklus „Die Kinder des Monsieur Mathieu“ brachten die Nachwuchssänger zu Gehör. Stimmlich sehr schön und tadellos im Vortrag wurde dieser Hörgenuss erneut von dem gut aufgelegten großen Zuhörerkreis mit stürmischem Applaus aufgenommen.

Und auch hier gab es einen gemeinsamen, umjubelten Auftritt mit dem Eintracht-Chor.

Frauen singen fabelhaft

Als die Frauen vom „Li(e)dschatten-Chor“ aus Alberweiler bei Biberach ins Rampenlicht traten, sollte sich alsbald ein absoluter Knüller auf der Bühne abspielen. Diese Gruppierung aus 17 Chorsängerinnen und ihrer Dirigentin Ulrike Marquart bestehend, singt nämlich nicht nur fabelhaft, sondern sie schauspielern auch immer wieder. Ihr Motto lässt tief blicken: „Wir sind ganz Frau und tragen gerne Lidschatten, stellen aber das Lied nicht in den Schatten.“ Ihre Vorträge leben nicht nur von einer ausgefeilten Vortragsweise, die teils mit jeder Menge Pepp daher stolziert, sondern auch von ihren überraschenden humoristischen Einlagen – sie singen und unterhalten sich – natürlich auch über Liebe und Männer. Richtig stark am Klavier: Constanze Stark-Frick. Ganz nachdrücklich die Songtextpassage: „Ich will immer wieder dich, nimm dir Zeit für mich.“

Mit einem Volksliederzyklus vom Schwabenland in die weite Welt setzte der Männerchor einen gelungenen Schlusspunkt. Der Applaus will nicht enden und wieder gibt es Zugaben.

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