„Für mich hieß es: drei Tage wach“

Lesedauer: 7 Min

Der Mengener Sommer hat viele Menschen angelockt, Veranstalter Andi Frey ist mit der Resonanz zufrieden.
Der Mengener Sommer hat viele Menschen angelockt, Veranstalter Andi Frey ist mit der Resonanz zufrieden. (Foto: Katja Ott)

„Summa summarum ist das Konzept des zweiten Mengener Sommers voll aufgegangen“, sagt Andi Frey vom Ideenshop. Mit zwei Wochen Abstand blickt der Veranstalter auf die dreitägige Großveranstaltung in der Mengener Innenstadt zurück. „Ich denke, wir können zufrieden sein“, sagt er. Ob es aber im kommenden Jahr wieder einen Mengener Sommer geben wird, lässt er derzeit noch offen. „Das hängt auch mit der Auslastung in meiner Agentur zusammen.“

Wie viele Besucher das Fest letztendlich angelockt hat, sei schwer zu sagen. „Es war über die Tage verteilt immer was los, sodass wir bestimmt mindestens so viele Gäste hatten wie im vergangenen Jahr“, sagt Frey. „Die haben sich wieder über die ganze Hauptstraße und auch in den Nebenbereichen verteilt.“ Angesichts der heißen Temperaturen und bestem Badewetter könne man aber trotzdem zufrieden sein. „Gutes Wetter ist für eine Open-Air-Veranstaltung wichtig, zu heißes Wetter ist aber auch nicht gut“, sagt er.

Alle Altersgruppen angesprochen

Die Rückmeldungen, die Andi Frey bekommen hat, seien - abgesehen von Kleinigkeiten – in den meisten Fällen positiv gewesen. „Das Programm und die Angebote, die es rund um das Streetfoodfestival gegeben hat, wurden sehr gut angenommen“, findet er. Die Jüngeren seien bei der Radio7-Party und in der Shisha-Lounge im Schillergarten auf ihre Kosten gekommen, den Älteren hätte es besonders gut im Garten der Gärtnerei Bosch und im The Garden gefallen. „Mir selbst ist zum Beispiel der Moment in Erinnerung geblieben, als ich gesehen habe, dass die Vorlesestunde mit Kinderbetreuung der Buchhandlung Rettich so gut funktioniert: Da saßen viele Kinder haben sich vorlesen lassen oder haben in Büchern geblättert“, sagt er. Vorher hätte man nicht wissen können, ob das Interesse weckt.

„Es hat sich ausgezahlt, dass wir das Areal erweitert haben und mehr Sitzplätze im Schatten anbieten konnten“, sagt er. Gleichzeitig sei es natürlich auch schwierig gewesen, die ganze Hauptstraße auf einer Länge von einem halben Kilometer dauerhaft zu füllen. „Da entstehen natürlich Lücken und es sieht nicht immer rappelvoll aus.“

Andi Frey ist in diesem Jahr erstmals als alleiniger Veranstalter für alles verantwortlich gewesen. Das bedeutete nicht nur einen hohen Zeitaufwand im Vorfeld für Verhandlungen mit den Foodtruckern, Vereinen, Bands und Ausstellern, sondern auch Gespräche zum Sicherheitskonzept und volles finanzielles Risiko. „Während der Veranstaltung hieß es dann für mich: drei Tage wach“, sagt er im Nachhinein. „Es gibt so viele Kleinigkeiten, die noch gelöst werden müssen.“ . Und weil er sich vor Ort eben besser auskennt als die Security-Mitarbeiter, hat Frey die Nachtwache bis in die Morgenstunden begleitet. „Die Foodtrucker sind zwar versichert, aber man möchte ja doch nicht, dass etwas passiert“, sagt er.

Komplett friedlicher Ablauf

Besonders erleichtert ist er, dass der komplette Mengener Sommer friedlich abgelaufen ist. „Es hat keine Randale, keinen Vandalismus und keine Schlägereien gegeben“, sagt er. „Bei den Planungen und im Ablauf denkt man schon darüber nach, was alles passieren könnte und versucht eventuelle Risiken zu minimieren.“

Noch ist nicht alles abgerechnet, sodass Andi Frey noch nicht weiß, ob er den Mengener Sommer mit der gewünschten schwarzen Null abschließen wird. „Es war aber klar, dass keine großen Gewinne übrig bleiben, wenn wir keinen Eintritt nehmen und unsere einzigen Einnahmen die Standgebühren sind“, sagt er. Das Hauptziel sei aber auf jeden Fall erreicht worden: „Die Gemeinschaft Mengen hat sich wieder einmal mit einer trendigen Veranstaltung ins Gespräch gebracht und ihren Einwohnern und den Besuchern einiges geboten.“ Wichtig ist Andi Frey aber auch, dass einer alleine so ein Event nicht stemmen kann. „Ohne meine Familie, ein tolles Team, viele Aktive, die sich beteiligen, den Gewerbeverein, Sponsoren und beratende Unterstützung durch die Stadt Mengen kann so etwas nicht stattfinden“, sagt er.

Trotzdem will er sich noch nicht festlegen, ob und in welcher Größe es im kommenden Jahr wieder einen Mengener Sommer geben wird. „In Gesprächen wird sich zeigen, worauf man vielleicht doch verzichten kann und welches Bühnenkonzept besser ankommt“, sagt er. Letzten Endes sei aber auch ausschlaggebend, wie viel Arbeit er selbst im kommenden Jahr habe. „Schließlich habe ich ja eigentlich eine Fullservice Werbeagentur und betreue Homepages, da kommt es auch auf meine Auftragslage an, ob ich parallel wieder einen Mengener Sommer stemmen kann.“

Ihr Kommentar wird nach einer kurzen Prüfung durch unsere Redaktion veröffentlicht.
Kommentare werden geladen
Mehr Themen