Ersthelfer haben ein dickes Einsatzplus

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 Kommandant Frank Seeger (von links) ehrt Roland Baur für 40 Jahre aktives Engagement und Michael Reitter für besondere Verdiens
Kommandant Frank Seeger (von links) ehrt Roland Baur für 40 Jahre aktives Engagement und Michael Reitter für besondere Verdienste in der Feuerwehr. Abteilungskommandant Florian Pfau und Bürgermeister Stefan Bubeck danken und gratulieren. (Foto: Vera Romeu)
Vera Romeu

Ein sehr einsatzreiches Jahr liegt hinter den Feuerwehrleuten der Stadt Mengen. Die meisten Alarmierungen finden tagsüber statt. Darüber informierte die Korpsversammlung der freiwilligen Feuerwehr unter der Leitung von Abteilungskommandant Florian Pfau. Steigende Zahlen bei Einsätzen und vor allem beim First Responder (Ersthelfer der Feuerwehr) sind hervorzuheben.

In seinem Ausblick kündigte Abteilungskommandant Florian Pfau an, dass der neue Feuerwehrbedarfsplan dem Gemeinderat in der ersten Januar-Sitzung zur Beratung vorgelegt wird. „Wir hoffen auf eine gute Zusammenarbeit mit dem Gemeinderat und dass er die Weichen mit ausreichend Mitteln richtig stellt. Wir stellen Personal und Know-How“, sagte er. Er betonte die Wichtigkeit der Teilnahme an den Reanimation-Proben der First Responder Gruppe. Auch dankte er Wolfgang Schuler, der die Ausbildung der Flugzeugbrand-Bekämpfung auf dem Airport leitet. 2020 soll die Partnerschaft mit der Feuerwehr in Boulay wiederbelebt werden. Pfau lud die Atemschutzträger ein, am Wettkampf teilzunehmen, der bei der Veranstaltung „Mengen International“ wieder stattfinden werde: „Das ist ein gutes Training und ein super Fest.“

Der neue Schriftführer Florian Eisele legte einen ausführlichen Bericht vor. Die Abteilung hatte im vergangenen Jahr 246 Einsätze, was eine Steigerung um sieben Prozent bedeutet. Darunter waren 21 Brände, drei davon waren Großbrände. Fünf Überlandeinsätze bei Bränden wurden in Scheer, Bingen, Herbertingen und Bad Saulgau geleistet. Die Schlagkraft und die hohe Einsatzbereitschaft der Feuerwehrleute wurden anhand der Zahlen und Bilder deutlich.

Wachdienste auf dem Airport

Die Abteilung leistete 16 Feuerwehrsicherheitswachdienste, unter anderem auf dem Airport Mengen bei Abflug und Landung von bestimmten Flugzeugen, auf dem Kleiderbasar in der Ablachhalle und an der Fasnet, wo bei der Hexenverbrennung eine Person gerettet werden musste, die ins Feuer gefallen war.

84 Mal rückte die Abteilung zu technischen Hilfe-Einsätzen aus. Bei Verkehrsunfällen wurden eingeklemmte Personen aus ihren Fahrzeugen befreit. Zu drei Unfällen mit Gefahrengut wurden die Einsatzkräfte gerufen, 16 Mal waren sie bei Unwetter-Ereignissen im Einsatz und zwei Mal leisteten sie Amtshilfe für die Polizei. Die Drehleiter wurde sehr oft eingesetzt: Zum Beispiel zur Rettung von nicht gehfähigen Personen, die nicht über das enge Treppenhaus heruntergetragen werden konnten. Die Taucher hatten vier Wasserrettungseinsätze, davon einen in Scheer und einen in Schömberg.

Die First Responder Gruppe leistete 112 Einsätze gegenüber 88 im Vorjahr. Elfmal wurden Personen reanimiert, das sind zehn Prozent der Einsätze. Das zeige, wie wichtig dieser Dienst sei, betonte Eisele.

Kassier Herbert Schlieske legte einen positiven Bericht über das Wirtschaftsjahr 2019 vor. Die Kassenprüfer Thomas Teufel und Karl Dreher attestierten eine gute Kassenführung und empfahlen die Entlastung.

In seinem Grußwort betonte Bürgermeister Stefan Bubeck, dass die freiwillige Feuerwehr der Stadt einen hohen Stellenwert besitze und er hoffe, diese Wertschätzung komme bei den Feuerwehrleuten an. Die steigenden Einsatzzahlen von First Responder trotz der Präsenz des hauptamtlichen Rettungsdienstes machten ihn nachdenklich, sagte Bürgermeister Bubeck. Er lobte den hohen Ausbildungsstand und die Ausstattung der Abteilung. Er dankte für die große Einsatzbereitschaft, auch bei den zivilen Einsätzen bei Veranstaltungen, die den Bürgern ein subjektives Sicherheitsgefühl vermitteln.

Entscheidung zur Drehleiter

Zum neuen Feuerwehrbedarfsplan sagte er, dass mit der Unterstützung eines Dienstleisters der neue Plan für die nächsten zehn Jahre vorbereitet worden ist. Am 14. Januar werde er vom Gemeinderat beraten. Ob es bei dieser Sitzung bereits zu einer Beschlussfassung komme, könne er nicht sicher zusagen. Die Anschaffung einer neuen Drehleiter sei notwendig: „Es hat mich beeindruckt, dass es fast keinen Einsatz ohne Drehleiter gibt. Sie ist eines der wichtigsten Fahrzeuge geworden“, stellte er fest.

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