Erste Kleinfische schwimmen im Trögebach

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Mitglieder des Fischereivereins und des Ortschaftsrats aus Ennetach sehen sich an der Ablach und am Trögebach um.
Mitglieder des Fischereivereins und des Ortschaftsrats aus Ennetach sehen sich an der Ablach und am Trögebach um. (Foto: privat)
Schwäbische Zeitung

Die bereits im Herbst letzten Jahres bei einer Vereinspräsentation vereinbarte Begehung der Vereinsgewässer vom Fischereiverein Ennetach ist nun durchgeführt worden. Vereinsvorsitzender Markus Heim und Ortsvorsteher Wolfgang Eberhart begrüßten die Teilnehmer vom Ortschaftsrat und aus dem Fischereiverein am Dorfbrunnen. Dann wurden bei einer zweistündigen Exkursion vier Themenschwerpunkte in Augenschein genommen.

Erste Station war der verlegte Trögebach. Bereits im zweiten Jahr hat sich der Bach im neu gestalteten Bachbett sehr gut entwickelt und die ersten Kleinfische haben den neuen Lebensraum schon besiedelt. Markus Heim wies darauf hin, dass das bisher Geschaffene eine gute Basis sei, aber die nächsten Schritte in bezug auf die Beschattung folgen müssten und Pflegemaßnahmen bis direkt ans Bachbett hier nicht zielführend seien. Heim betonte die gute Einbeziehung des Fischereivereins bei der Bauplanung.

Zweite Station war der Fallenstock an der Ablach mit der entsprechenden Hochwasserschutzeinrichtung. Der vergangene Winter war durch teilweise extreme Hochwasserereignisse gekennzeichnet. Hierbei wurde auch die neue Schutzwand des öfteren erfolgreich eingesetzt. Aus Sicht des Fischereivereins wurde sehr besonnen gehandelt und speziell der Grundablass nur im Notfall gezogen. Dies hatte zur Folge, dass nur sehr wenig Kies und somit auch wenig Fische in den Flutkanal ausgeschwemmt wurden.

Kiesbank wird reaktiviert

Dritte Station war die Ablach in der Ortsmitte. Entlang des Fischlehrpfades konnten verschiedene Punkte besprochen werden. Im Sommer soll mithilfe der Feuerwehr die kolmatierte Kiesbank unterhalb der Mühlstraße wieder reaktiviert werden, damit die verschiedenen Fischarten auch innerorts wieder ein Laichhabitat vorfinden. Seit vielen Jahren wird der Forellenbestand mit jährlich 10 000 Forelleneiern oder Brütlingen durch den Fischereiverein gestützt. Wie in den vergangenen Jahren werden die Fischer die Ablach ausmähen, was der Verschlammung und einer starken Sauerstoffzehrung entgegenwirkt. Die starken Hochwasser vom letzten Winter haben das Bachbett sehr gut gereinigt. Die durchgeführten Pflegemaßnahmen am Gehölzbestand wurden ebenfalls begutachtet. Beschlossen wurden Neupflanzungen von standortgerechten Gehölzen, die die Beschattung des Gewässers verbessern und damit das Krautwachstum reduzieren werden.

Fischtreppe hilft den Nasen

An der vierten Station konnten erfolgreiche Projekte zur Realisierung der Gewässerdurchgängigkeit besichtigt werden. Die installierte Fischtreppe am Sägewerk Löw funktioniert in Verbindung mit der rauen Rampe am Hägegumpen hervorragend. Jedes Jahr Ende März kommen einige hundert Nasen (so heißen die Fische) aus der Donau zum Laichen in die Ablach. Die Nasen können an der Fischtreppe beobachtet werden, bis sie nach wenigen Tagen in den Bachabschnitt in der Ortsmitte zum Laichen aufsteigen. Die Fischer stellen auch fest, dass andere Wanderfische wie die Barbe wieder vermehrt in allen Altersklassen zu beobachten sind. Allerdings sind auch sie, wie die anderen Fischarten, dem starken Frasdruck durch die zahlreichen Kormorane und Gänsesäger im Winterhalbjahr ausgesetzt.

Im Anschluss ging es dann zur Einkehr in die vereinseigene Fischerhütte an der Gemeidekiesgrube, wo sich die Teilnehmer bei geräucherten Forellen mit Kartoffelsalat noch intensiv austauschen konnten. Der Fischereiverein bedankte sich für die privaten Spenden von verschiedenen Ortschaftsräten, und Ortsvorsteher Eberhart lobte das hohe Engagement der Vereinsmitglieder bei der übertragenen Bachpatenschaft.

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