Ein biblisches Spiel weckt viele Talente

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 Bei Adonia findet jeder Jugendliche eine Platz für seine Fähigkeiten, ganz egal ob auf, vor oder hinter der Bühne.
Bei Adonia findet jeder Jugendliche eine Platz für seine Fähigkeiten, ganz egal ob auf, vor oder hinter der Bühne. (Foto: Cäcilia Krönert)
Cäcilia Krönert

Mit dem berührenden, christlichen Musical „Isaak - so sehr geliebt“ nach einer Geschichte aus dem Alten Testament haben rund 70 Teenager aus der Region am Reformationsabend im Ennetacher Bürgerhaus ihr Publikum verzaubert. Nachdem im letzten Jahr der gemeinnützige Verein Adonia mit Jugendlichen ein biblisches Thema zur Aufführung brachte, war es für die Kirchengemeinden in Mengen klar, dass es eine Wiederholung geben müsse. Rund 450 Gäste jubelten den jungen Künstlern nach der 90-minütigen, facettenreichen Darbietung zu.

„Es macht auf jeden Fall viel Spaß, es hat Tiefgang und ist uns eine Herzensangelegenheit, dabei zu sein“, berichteten einige Jugendliche in einem kleinen Einspieler vor ihrer Aufführung. In nur vier Probetagen haben die 70 Teenager ein abendfüllendes Musical auf die Bühne gebracht.

Bei Adonia haben sie die Möglichkeit, Theater zu spielen, ein Instrument in der Live-Band zu spielen, zu tanzen, im Chor zu singen oder im Technik-Team mitzuarbeiten. Jeder kann sein ganz besonderes Talent einsetzen, natürlich auch im zuvor angebotenen Musical-Camp. Mit viel Leidenschaft ist jeder in diesem ganz besonderen Projekt der gelebten Ökumene voll bei der Sache. Es gehe um weit mehr als in einem Musical mitzuspielen, es gehe in der Hauptsache darum, seinen Platz auf der Bühne des Lebens zu finden, hörte man zu Beginn aus dem Äther.

Ein Camp für die Vorbereitung

Eine Stimme erklärte den Zuschauern, dass in dem Camp in kleinen Gruppen eine besondere Gemeinschaft gelebt werde, es werde diskutiert, gelacht, gebetet und Freundschaften würden geschlossen. Die Mission sei es, Kinder und Jugendliche in ihrem Glauben, in ihren kreativen Fähigkeiten und in ihrer Persönlichkeit zu fördern und zu fordern, war zu hören. „Diese Teens sind die, die mir in dieser Zeit Hoffnung machen und euch auch“, sprach Markus Häuser vom Band. Aus diesem Grund habe der gebürtige Schweizer im Jahr 2001 zum ersten Mal ein Musical-Camp in Deutschland durchgeführt. Inzwischen machen mehr als 4000 Kinder und Jugendliche in ganz Deutschland mit. Am Ende gehen die jungen Künstler auf Tournee.

Eine Gruppe kam am Donnerstagabend ins Bürgerhaus nach Ennetach. In vielen bunten, in die Zeit der Bibel passenden Kostümen traten die 13- bis 19-Jährigen auf. Zur Aufführung kam die biblische Geschichte von Abraham, dem Gott befahl, seinen Sohn Isaak zu opfern, um seinen Gehorsam und seinen Glauben zu prüfen. Mit einem Fahrrad und Isaak auf dem Gepäckträger sitzend, fuhr Abraham los. Immer wieder zweifelte er, ob er Recht tue, doch seine Gottesfurcht war stärker. Am letzten Abend nahm Abraham vor dem Schlafengehen Isaak in den Arm und zeigte ihm wehmütig die vielen Sterne. In der Wüste sang Abraham für seinen Sohn das Lied „Weißt du, wie viel Sterne stehen“ und das Sternenzelt war nicht nur auf der Leinwand zu sehen, bis in die letzten Reihen zückten die Zuschauer ihre Handys und ließen das gesamte Bürgerhaus als Firmament scheinen.

Liedtexte als Denkanstöße

An der Opferstätte angekommen, hielt ein Engel Abraham davon ab, seinen Sohn zu töten. Erleichtert traten beide den Heimweg an. Der Chor umrahmte das Spiel mit schönen Melodien und immer wieder sangen Teilnehmer wunderbare Soli. Musikalisch unterstützt wurden die jungen Darsteller von einer siebenköpfigen Live-Band. Immer wieder brachten die Künstler Licht- und Schattenspiele ein, drückten viele Gefühle im entsprechenden Tanz aus und sangen. Liedtexte wie „Wo gehöre ich hin“, „Es ist das Heimweh, was mich trägt“ und „Mein Gott, der mich sieht“ gaben Denkanstöße.

„Sie haben ja schon gesehen, was die jungen Leute alles gemacht haben, heute Nachmittag war es schön anzusehen, wie alles schnell und organisiert aufgebaut wurde“, sagte Pfarrer Jochen Steinle von der Stadtmission Mengen in einer kurzen Ansprache. Schön sei es, dass die Mengener Kirchen, die katholische und evangelische Kirche sowie die Stadtmission, gemeinsam dieses Musical veranstaltet hätten.

Auch die Unterbringung der vielen Sänger habe gut geklappt, so Steinle. Dafür stand auch Sonja Beck aus Hohentengen: „Ich nehme zwei Mädels bei mir auf und bringe sie morgen früh wieder hierher“, sagte sie, „ich finde, auch so kann ich meine Teilnahme an der Gemeinschaft in der Gemeinde zeigen.“ Am Abend des Reformationstages konnten genauso wie sie die vielen Zuschauer im Bürgerhaus in Ennetach einen harmonischen Abend mit dem Gefühl inniger Zugehörigkeit erleben.

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