„Der Kutscher setzt mich einfach aus“

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Erich Fischer als Mönch
Erich Fischer als Mönch (Foto: Stadt)

Treffpunkt ist am Samstag, 18. August, um 17 Uhr am Eingang der Ablachhalle. Die Teilnahme kostet vier Euro. Anmeldungen nimmt Heike Leven unter Telefon 07572/607106 entgegen.

Mit „Mit Bruder Johannes auf den Spuren der Wilhelmiter“ feiert am Samstag, 18. August, während der Barockwoche eine neue Stadtführung in Mengen Premiere. Gästeführer Erich Fischer schlüpft dafür in eine dunkle Mönchskutte und nimmt die Teilnehmer mit auf eine Reise in die Vergangenheit des Wilhelmiterklosters. Jennifer Kuhlmann hat sich mit Fischer über die neue Führung unterhalten.

Herr Fischer haben Sie schon Lampenfieber? Schließlich findet die Führung zum ersten Mal statt.

Aufgeregt bin ich nicht. Als Gästeführer und beim Albverein habe ich ja schon viele Führungen hinter mir. Ich bin aber schon gespannt, wie viele Leute sich für meine neue Führung interessieren und wie sie bei ihnen ankommen wird. Da steckt nämlich schon eine Menge Arbeit drin.

Warum haben Sie sich ausgerechnet die Figur eines Mönchs ausgesucht?

Mich interessiert einfach die Geschichte meiner Heimat und in Mengen hat das Kloster lange eine wichtige Rolle gespielt. Der bin ich nachgegangen und habe in Büchern und im Archiv nach den passenden Informationen gesucht. Die Stelle, an der heute das Gymnasium steht, hat eine bewegte Vergangenheit. Die möchte ich den Menschen näher bringen.

Treffpunkt ist an der Ablachhalle. Warum?

Ich bin als Benediktinermönch mit der Kutsche des Kurierdienstes unterwegs. Wir haben aber eine Panne und der Kutscher setzt mich einfach vor der Stadt Mengen aus. Dort treffe ich dann auf die Führungsteilnehmer und nehme sie mit zu den Toren der Stadt und später zum Kloster. Ich habe historische Bilder dabei und auch die eine oder andere Anekdote, auf die ich bei meinen Recherchen gestoßen bin.

Zum Beispiel?

Die Mönche lagen im Clinch mit der Stadt. Sie schenkten nämlich im Kloster Wein aus, ohne die entsprechende Steuer an die Stadt abzuführen. Das hat natürlich auch die Wirte erzürnt, die diese Abgabe leisten mussten. Die sind dann zum Teil dazu übergegangen, sich den Wein im Kloster zu besorgen, um die Steuer zu umgehen...

Was wünschen Sie sich für die Führung?

Dass sich mehr Einheimische für die Geschichte ihrer Stadt interessieren. Es ist etwas anderes, vor Ort davon zu hören, als nur zu googlen.

Treffpunkt ist am Samstag, 18. August, um 17 Uhr am Eingang der Ablachhalle. Die Teilnahme kostet vier Euro. Anmeldungen nimmt Heike Leven unter Telefon 07572/607106 entgegen.

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