Das Seniorenzentrum ist bezugsfertig

Lesedauer: 5 Min
Mit einer Rose und einem Handschlag begrüßt Sven Lange, Geschäftsführer in der Altenhilfe der Zieglerschen (rechts), jedes neue
Mit einer Rose und einem Handschlag begrüßt Sven Lange, Geschäftsführer in der Altenhilfe der Zieglerschen (rechts), jedes neue Mitglied im Team des neuen Seniorenzentrums in der Mengener Hauptstraße. (Foto: Fotos: Jennifer KUhlmann)

Den letzten Abschnitt ihres Lebens können 45 Menschen jetzt mitten in der Innenstadt verbringen, auch wenn sie auf die Hilfe von Pflegekräften angewiesen sind. Mit einer Feierstunde und einem Tag der offenen Tür ist am Freitag das neue Seniorenzentrum in der Mengener Oberstadt eröffnet worden. Die ersten Bewohner werden bereits kommende Woche einziehen.

Das Pflegeheim soll, darin stimmten die Anwesenden dem evangelischen Dekan Hellger Koepff zu, den Menschen ein Zuhause bieten, denen „die anderen Orte ausgegangen sind“. Die nicht mehr allein leben können und deren Pflege in den eigenen vier Wänden aus unterschiedlichen Gründen nicht zu stemmen ist. „Das die Qualität der Pflege stimmen muss, dass ist selbstverständlich“, sagte Rolf Baumann, kaufmännischer Vorsitzender der Zieglerschen, die das Seniorenzentrum in der Hauptstraße betreiben werden. Für diese Qualität werden die Einrichtungsleiterin Mirjam App und ihre 21 Mitarbeiter sorgen. Damit die Bewohner sich aber wertgeschätzt fühlen, sei ein weitergehendes Netzwerk nötig. Dass die Einrichtung mitten in der Stadt liege, sei dafür ein wichtiger Baustein. „Hier spielt sich in unmittelbarer Nähe das Leben ab, das wollen wir durch offene Türen zu uns hereinholen“, so Baumann. Schulen, Kindergärten, Vereine und Privatleute seien eingeladen, vorbeizukommen und sich einzubringen. „Vorlesen, spazieren gehen, Schach spielen oder sonntags einen Frühschoppen machen, wer sich das vorstellen kann, ist hier gern gesehen“, sagt auch Sven Lange, Geschäftsführer der Altenhilfe der Zieglerschen. Das seien Angebote, die die Pflegekräfte nicht leisten können. „Uns quillt das Personal nicht aus den Taschen“, so Lange.

Das von Architekt Karl-Heinz Single und seinem Team geplante Seniorenzentrum ist innerhalb von 21 Monaten vom Bauunternehmen Reisch aus Bad Saulgau hochgezogen worden. „Superschnell, obwohl archäologische Funde aus der Römerzeit gemacht wurden“, lobte Landrätin Stefanie Bürkle. Die Einrichtung sei ein wichtiger Beitrag, den steigenden Bedarf an stationären Pflegeplätzen im Landkreis zu decken. Das Haus entspreche mit den 45 Einzelzimmern, fünf Kurzzeit- und sechs Tagespflegeplätzen sowie drei pflegenahen Mietwohnungen den Standards des Pflegestärkungsgesetzes.

Jetzt, wo der Neubau von allen Seiten vor allem auch wegen seiner stimmigen Fassade, die sich gut ins restliche Stadtbild einpasst, gelobt wird, konnte es Architekt Single ja mit einem Augenzwinkern zugeben: „Wir hatten schon manchmal Angst vor der eigenen Courage, ob das mit vier Geschossen umsetzbar ist“, sagte er. „Ich bin nachts aufgewacht und habe an Mengen gedacht.“

Teilnahme am Stadttreiben

Die stellvertretende Bürgermeisterin Brunhilde Raiser blickte auf die lange Vorgeschichte des Areals zurück. Der Grundstückserwerb habe sich hingezogen und es habe viele Anläufe gegeben, diesen Teil der Oberstadt zu beleben. „Die gute Versorgung und Pflege er Menschen im Alter ist die Visitenkarte einer Stadt“, sagte sie. „Hier haben die Bewohner die Möglichkeit, am Treiben in der Stadt teilzuhaben.“ Als Geschenk der Stadt hatte sie übrigens ein Bild mitgebracht, auf dem das Kuhn’sche Haus in unmittelbarer Nachbarschaft des Seniorenzentrums zu sehen war. „Wir hoffen, dass dieses Gebäude bald in ähnlichem Glanz erstrahlt“, sagte sie.

Die wichtigsten Säulen der Einrichtung, die Mitarbeiter, wurden ganz zum Schluss der Eröffnungsfeier nach vorn gebeten. Sven Lange begrüßte sie mit Rosen, bevor sich Interessierte die Zimmer und Gemeinschaftsräume ansehen konnten.

Mehr zum Thema
Ihr Kommentar wird nach einer kurzen Prüfung durch unsere Redaktion veröffentlicht.
Kommentare werden geladen
Mehr Themen