Das Ölberglied wird mit viel Inbrunst gesungen

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 Die Musiker (v.l.) Volker Nagel, Andreas Pfau und Ferenc Palotai genießen den Applaus am Ende des Konzerts.
Die Musiker (v.l.) Volker Nagel, Andreas Pfau und Ferenc Palotai genießen den Applaus am Ende des Konzerts. (Foto: vr)

Das Konzert „Festiva Musica“ in der Liebfrauenkirche hat dem 387. Maifest am Sonntag einen klingenden und erhebenden Schlussakkord gesetzt. Das weltliche und geistliche Programm begeisterte die Zuhörer; es kulminierte im gemeinsamen Singen des traditionellen Ölberglieds. Mit einem stehenden und anhaltenden Applaus haben die Konzertbesucher Tenor Andreas Pfau, Organist Volker Nagel und Trompeter Ferenc Palotai für das eindrucksvolle Erlebnis gedankt. Pfarrer Stefan Einsiedler bedankte sich, dass das Konzert zugunsten der Ursula-Zyschka-und-Lene-Rief Sozialstiftung stattgefunden hatte.

Das Konzert war gekonnt strukturiert. Es startete mit dem „Trumpet Tune“ von Henry Purcel. Orgel und Trompete verbanden sich in einem Jubel, der die Herzen erfasste. Nachdenklich und andächtig machte das Werk von Johann Sebastian Bach „Bist Du bei mir“, das weich und samtig gestaltet wurde. Das sehr schöne „Ave Maria“ von Simon Lindley entfaltete seine Kraft. Die Tenorstimme von Andreas Pfau erklang ausgewogen mit Orgel und Trompete. Volumina wurden feinfühlig nuanciert, der lateinische Text kam zur Geltung. Es passte zu diesem Maifest-Abend, der an das große Wunder der Errettung Mengens durch die Muttergottes gedachte.

Im Wechsel gab es weltliche und geistliche Musik. „Adagio“ von Antonio Albinoni, das Orgel und Trompete gefühlvoll spielten, verfehlte seine Wirkung nicht. „Valse sentimentale“ von Pjotr Tschaikowsky, das Volker Nagel und Ferenc Palotai lyrisch gestalteten, hatte in diesem Programm einen besonderen Charme.

„Ich bin das Brot des Lebens“

Der geistliche Teil beeindruckte sehr. Andreas Pfau gestaltete die Messe mit dem „Te Deum“ von Esprit Antoine Blanchard, königlicher Kapellmeister in Versailles, auf ergreifende Weise. Beschwingte und mitreißende Tempi der Orgel und Trompete kündigten den festlichen Gesang an, der sich mit schöner Fülle im Raum entfaltete. Das Duett „Ego sum Panis“ – Ich bin das Brot des Lebens - von Narziss Casanoves überzeugte. Und die langsamen Tempi des Liedes „O salutaris Hostia“ von Charles Gounod bewegten. Zentrale Geheimnisse des Glaubens erreichten die Seele. Volker Nagel spielte das „Präludium a-Moll“ von Johann Sebastian Bach sehr souverän, mit leicht dramatischer Registrierung.

Zum Schluss des Konzertes gab es zwei Sätze aus dem „Trompetenkonzert in D“ von Johann Friedrich Fasch, einem Komponisten aus der Barockzeit. Feierlich jubelten Orgel und Trompete und kehrten so zur festlichen Stimmung des Konzertauftaktes zurück. Gemeinsam stimmten Andreas Pfau mit der Gemeinde in Begleitung von Orgel und Trompete das Ölberglied an. Es wurde mit viel Inbrunst gesungen. Das Konzert war Andacht und Musikgenuss zugleich. Die Musik verband Musizierende und Hörende in einem festlichen und innigen Gebet. Die drei strahlenden Musiker genossen den verdienten Jubel und schenkten dem Publikum noch eine Zugabe.

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