Christoph Stiens leitet Stadtwerke übergangsweise

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Christoph Stiens
Christoph Stiens (Foto: Netzwerkstadt)

Damit die Stadtwerke Mengen ab Januar nicht ohne kaufmännische Führung arbeiten müssen, wird Christoph Stiens diese Aufgaben übernehmen, bis ein neuer kaufmännischer Betriebsleiter gefunden ist. Carmen Heine, die diese Stelle seit viereinhalb Jahren inne hatte, wechselt zur Industrie- und Handelskammer nach Weingarten. Stiens ist Geschäftsführer der Netzwerkstadt GmbH & Co. KG in Friedrichshafen und wird Heines Position als Dienstleistungsauftrag übernehmen.

„Damit das Tagesgeschäft bei den Stadtwerken reibungslos weiterlaufen kann, brauchen wir zwingend einen kaufmännischen Betriebsleiter“, erklärt Bürgermeister Stefan Bubeck die Entscheidung. Da die Stadtwerke ein Eigenbetrieb der Stadt Mengen ist, werde er selbst kraft Amtes ab dem 1. Januar als Betriebsleiter im Handelsregister eingetragen. „Aber die anstehende Arbeit muss ja erledigt werden“, sagt er. Tobias Weidlich, der technische Betriebsleiter, und der Regulierungsbeauftragte Werner Sieber hätten Carmen Heine zwar in der Vergangenheit in ihrer Abwesenheit vertreten, aber für einen längeren Zeitraum sei das nicht machbar. „Die beiden können die Aufgaben fachlich nicht komplett abdecken und die Stadtwerke sind auch nicht so breit aufgestellt, dass diese Arbeit einfach mitgemacht werden kann“, so Bubeck.

Zusammenarbeit existiert schon

Die Netzwerkstadt ist ein Dienstleistungsunternehmen im Bereich der Energiewirtschaft. Gesellschafter sind zu gleichen Teilen das Stadtwerk am See, das Regionalwerk Bodensee, die Stadtwerke Bad Saulgau und die Stadtwerke Mengen. „Das Unternehmen übernimmt von uns Aufgaben vor allem im Regulierungsmanagement, die die Stadtwerke nicht leisten können oder wollen und die das Unternehmen günstiger leisten kann“, sagt Bubeck. Aus dieser Zusammenarbeit kenne Stiens die Stadtwerke Mengen und einige der Mitarbeiter bereits recht gut und bringe auch das passende Wissen und die notwendigen Erfahrungen mit. „Wir haben deshalb nachgefragt, ob Kapazitäten vorhanden sind, die Betriebsleitung zu übernehmen, bis wir einen Nachfolger gefunden haben“, sagt Bubeck. Die Netzwerkstadt sei mit sieben Mitarbeitern ein kleines Unternehmen. „Aber da werden jetzt Aufgaben intern umgeschichtet, damit Christoph Stiens Zeit für unsere Stadtwerke hat.“

Vertraglich festgelegt worden sei, dass Stiens mindestens zwei Tage in der Woche in Mengen ist, bei Bedarf mehr. „Wir haben den Vertrag bis Ende Juni festgelegt, er ist aber danach verlängerbar“, sagt Bubeck. Er hofft aber, dass es nicht dazu kommt. „Eine Dauerlösung soll das nicht werden.“

Bereits zweimal hat die Stadt die Stelle des kaufmännischen Betriebsleiters ausgeschrieben – ohne Erfolg. Bewerbungen hat es laut Bubeck schon gegeben. „Aber nach Gesprächen haben wir niemanden dabei gehabt, der zu 100 Prozent passen würde.“ Die einen Kandidaten hätten in Teilbereichen nicht die nötige Qualifikationen und Erfahrungen mitgebracht, die anderen leider zu hohe Gehaltsvorstellungen aus der freien Wirtschaft mitgebracht. „Wir sind da an Tarife gebunden und können da mit manchen Angeboten aus der Energiewirtschaft nicht mithalten“, sagt Bubeck. Nun müsse man geduldig sein, dass noch weitere Kandidaten aufmerksam werden.

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