Bus soll Wohngebiet Walke auch künftig anfahren

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Am Ende der Straße könnte bei den Glascontainern eine Wendeplatte für Busse entstehen, damit der Linienbus 419 die Walke weiter
Am Ende der Straße könnte bei den Glascontainern eine Wendeplatte für Busse entstehen, damit der Linienbus 419 die Walke weiter anfahren kann. (Foto: Jennifer Kuhlmann)

Um der Firma Schunk die Erweiterung im Gewerbegebiet Niederbol und die Errichtung eines Campus’ zu ermöglichen, wird die Lothringer Straße auf der Länge der Schunk-Grundstücke entwidmet. Der Verkehr wird über die Saarstraße und über ein neu zu bauendes Stück in Verlängerung der Elsässer Straße geführt werden. Um das Wohngebiet Walke nicht vom öffentlichen Verkehr abzuschneiden, wird die Bushaltestelle verlegt werden müssen. Das hat der Gemeinderat in jüngster Sitzung beschlossen.

Laut Busunternehmer Thorsten Reisch wird das Wohngebiet Walke an Schultagen mit der Linie 419 bis zu zehnmal bedient. „Die Busse kommen dabei von Blochingen her, fahren über die Walke und bedienen im Anschluss die verschiedenen Haltestellen in Mengen; in der Gegenrichtung entsprechend umgekehrt“, schreibt Reisch auf Anfrage der „Schwäbischen Zeitung“. Die Linie 419 fahre dabei neben dem Schulstandort Mengen auch die Schulen in Herbertingen/Ertingen, Marbach, Renhardsweiler und Bad Saulgau an. „Die Linie 419 in Richtung Mengen wird dabei von Schülern aus der Walke, Blochingen, Heudorf, Beuren, Hundersingen, Herbertingen und Marbach genutzt, teilweise auch zum Umstieg weiter in Richtung anderer Schulstandorte, beispielsweise Sigmaringen.“

Weg über Saarstraße ist zu lang

Durch die Entwidmung kann der Bus künftig die Lothringer Straße nicht mehr befahren. Die Alternative über die Saarstraße kommt allerdings auch nicht infrage. „Durch den etwa 350 Meter längeren Fahrweg können Anschlussverbindungen nicht mehr garantiert werden“, sagte Bürgermeister Stefan Bubeck in der Sitzung. „Außerdem parken oft Lastwagen in der Saarstraße, an denen ein Bus nicht problemlos vorbeifahren kann.“

Die Gemeinderäte sprachen sich für einen Erhalt der Bushaltestelle in der Walke aus. Weil aber der Bus – dies wurde in eine Testfahrt ausprobiert – die engen Kurven der Straße „Walke“ nicht nehmen kann und die Saarstraße ebenfalls nicht infrage kommt, bleibt laut Verwaltung nur noch die Option, im Bereich der Altglascontainer eine Haltestelle mit Wendemöglichkeit für den Bus zu schaffen. Dies müsse allerdings noch geprüft werden. Auch die Kosten konnten noch nicht genannt werden. „Ansonsten kann die Haltestelle bei der Kläranlage eingerichtet werden, der Weg bis dorthin ist zumutbar“, sagte Bürgermeister Bubeck und betonte, dass Familien mit Schulkindern und Einwohner des Wohngebiets keinen Rechtsanspruch auf eine Bushaltestelle hätten. „Aber natürlich bemühen wir uns trotzdem, eine verträgliche Lösung zu finden.“

Gerade für die Schulkinder sei die Bushaltestelle in der Walke wichtig, betonte Gemeinderätin Liane Schmid (SPD). „Sonst geht es wieder damit los, dass die Eltern ihre Kinder zur Haltestelle Kläranlage oder direkt zur Schule fahren.“ Gerade in den dunklen Monaten sei auch der Weg zur Kläranlage nicht angenehm für Kinder.

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