Brennendes Fett nie mit Wasser löschen

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Tobias Kugler zeigt in Rosna wie gefährlich eine Fettexplosion auch bei geringer Menge Fett werden kann.
Tobias Kugler zeigt in Rosna wie gefährlich eine Fettexplosion auch bei geringer Menge Fett werden kann. (Foto: Feuerwehr Rosna)
Schwäbische Zeitung

Die Abteilung Rosna der Freiwilligen Feuerwehr Mengen Abt hat in der vergangenen Woche unter dem Titel „Hausfrauen-Probe“ alle Einwohner, vor allem die Frauen, zu einer Feuerwehrprobe der besonderen Art eingeladen. „Die Idee für diese Probe wurde in einer Ausschusssitzung gemeinsam entwickelt und schließlich umgesetzt“, sagte der Abteilungskommandant Tobias Kugler. Ziel der außergewöhnlichen Probe war es, auf die oft unterschätzten Gefahren im Haushalt hinzuweisen.

Aus dieser Zielsetzung ergaben sich unterschiedliche Szenarien. An der ersten Station wurde eine haushaltsübliche Menge an Fett zum Brennen gebracht. Eigentlich keine große Sache, hat sich vielleicht die eine oder andere Probenteilnehmerin gedacht, bis Stationsausbilder Tobias Kugler einen Löschversuch mit etwa 200 Milliliter Wasser vornahm, was in der Küche vielleicht als erste Reaktion logisch erscheint. Nachdem sich die riesige Fett-Explosion verzogen hatte und der erste Schreck sich in ein erstauntes Lächeln verwandelte, war allen klar, brennendes Fett wird nie mit Wasser gelöscht!

Die zweite Station befasste sich mit dem Feuerlöschtraining. Nachdem jetzt alle wussten, wie gewisse Substanzen nicht zu löschen sind, drehte sich die nächste Station um das richtige Hantieren mit dem auch in den meisten Haushalten vorkommenden Pulverlöscher. Hier konnten die Übungsteilnehmer nach Belieben die immer wieder aufs Neue auflodernden Gasflammen ablöschen. „Ich finde das eine super Idee, wann hat man schon mal die Möglichkeit so etwas zu üben“, freute sich eine Übungsteilnehmerin.

Bei der dritten Station, Aufbau eines Löschangriffes und Fahrzeugkunde, wurden die Übungsteilnehmerinnen in die Abläufe eines standardmäßigen Löschangriffes durch den Gruppenführer Manuel Fischer integriert. Der Löschangriff kann grob in die Teile: Wasser vom Hydranten hohlen, Schläuche ausrollen und Löschen zerlegt werden. Die Abteilung Rosna verfügt derzeit über ein neues TSF (Tragkraftspritzen-Fahrzeug ohne Wassertank).

Kinder lieben die Drehleiter

Die letzte Station, das Drehleiterfahren, wurde durch den Feuerwehrmann Joachim Schöb betreut. Ziel dieser Station war es in erster Linie, die Angst vor diesem, oft ersten, Rettungsmittel zu nehmen. Diese Station fand besonderen Anklang bei den jüngsten Besuchern. Hier konnten sich die mutigsten ein Bild davon machen, wie sich 30 Meter luftige Höhe anfühlen.

„Wir erhoffen uns durch diese neue Form der Öffentlichkeitsarbeit das Thema Freiwillige Feuerwehr wieder mehr ins Bewusstsein der Menschen gebracht zu haben. Auch würden wir uns über die ein oder andere neue Kameradin oder Kameraden freuen“ sagte Klaus Kugler, Maschinist in der Abteilung Rosna.

Ob es diese Form der Probe noch einmal geben wird? „Da wir die Teilnehmerzahl auf über 50 geschätzt haben, sehen wir ein klares Bedürfnis in der Bevölkerung. Wir werden diese Form der Probe für nächstes Jahr wieder mit in die Arbeitsplanung aufnehmen“, soTobias Kugler.

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