Bürgerwachchor singt Soldatenlieder

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 Der Bürgerwachchor zeigt anlässlich seines 30-jähriges Bestehen sein großes Repertoire.
Der Bürgerwachchor zeigt anlässlich seines 30-jähriges Bestehen sein großes Repertoire. (Foto: Vera Romeu)
Vera Romeu

Der Bürgerwachchor Mengen hat unter der Leitung von Josef Grüner im vollen Bürgersaal sein 30-jähriges Bestehen mit einem großen Konzert gefeiert. Zusammen mit dem Bodensee-Akkordeon-Orchester Fiorini unter der Leitung von Martina Blaser bot er dem Publikum ein abwechslungsreiches und emotional betontes Programm.

Der Bürgerwachchor pflegt die Kultur der Soldatenlieder im Stil des 18. und 19. Jahrhunderts und lässt erahnen, wie es früher war, auf Feldzug zu sein. Die Sänger standen in ihren Uniformen auf der Bühne, die goldenen Köpfe funkelten. Zu den Sängern hatte sich Andreas Pfau zur Verstärkung gesellt sowie die Instrumentalisten Volker Nagel am Klavier, Volker Lutz an der Trompete und die Perkussionisten Maximilian Müller und Niklas Hoffmann, die den Gesang bereicherten.

Leutnant Manfred Müller begrüßte die Ehrengäste Feldkurat und Ehrenoffizier Pfarrer Heinz Leuze, Bürgermeister und Ehrenoffizier Stefan Bubeck, die ehemaligen Chorleiter Josef Stempfle und Andreas Pfau sowie den Ehrenkurator Otto Bacher, vertreten durch seine Frau Verena Bacher und Sohn Professor Urban Bacher und die vielen Gäste. Er dankte allen für das seit Jahren ungebrochenes Interesse an den Konzerten des Bürgerwachchors. In seinem Grußwort betonte Bürgermeister Bubeck die Einmaligkeit des Bürgerwachchors. Keine Bürgerwache auf der Welt habe einen eigenen Chor, sagte er. Im Rückblick bleiben die Konzertreisen und Auftritte in Südafrika und in Bad Ischl als legendären Erinnerungen des Chors. Er wünschte dem Bürgerwachchor, dass er weiterhin ausreichend Sänger findet, die sich für die Bürgerwache und für das Singen begeistern können.

Die Gründung des Chors war damals zur Bereicherung des traditionellen bunten Abends am Jahrtag der Bürgerwache eher spontan. Otto Bacher hatte die Sänger zusammengebracht. Der Auftritt hatte so begeistert, die Kameradschaft war so gut, dass es Motivation für die Sänger war, 30 Jahre lang weiter zu machen. Die Freundschaft und die gemeinsamen Auftritten mit dem Akkordeon-Orchester gehören zur Tradition des Bürgerwachchors. So war das gemeinsame Feiern naheliegend. Durch den Abend führte der humorvolle und ehemalige Rulfinger Männerchorleiter Hubert Rochow.

Breites Repertoire

Im ersten Block zeigte der Bürgerwachchor die Breite seines Repertoires: Vom „Marschlied der Bürgerwache“ und „Fahnenlied“, über das selten gesungene und unbekannte „Baden-Württemberg-Lied“ und dem Lied „Der Hauptmann von Köpernick“ bis hin zum mexikanischen Revolutionslieds „La Cuccaracha“, das als Hymne an die Mengener Frauen umgedichtet wurde. Chorleiter Grüner setzte musikalische Akzente und man spürte die Freude am gemeinsamen Singen.

Der Auftritt des Akkordeon-Orchesters bot ein abwechslungsreiches musikalisches Erlebnis. Höhepunkte waren das anspruchsvolle „Concerto d´Amore“, das berühmte „Schenkt man sich Rosen in Tirol“, das expressive „The last Unicorn“ und lässige „Abba-Medley“, „Die Fischerin vom Bodensee“. Dirigentin Martian Blaser gestaltete mit eindrucksvollen Crescendi die Volumen, wusste geheimnisvolle Effekte zu setzen. Melancholie, Emphase und Dynamik wurde zu Hörerlebnissen. Das Orchester überraschte mit außergewöhnlichen Klangfarben und Ausdrucksreichtum.

Der Bürgerwachchor trat ein zweites Mal auf. Es wurde das „Fuhrmannslied“ mit Fuhrmann Reinhard Adams gesungen. Ergreifend erklang das „Adieu mein Gardeoffizier“, das Volker Lutz mit der Trompete effektvoll unterstrich. Der Bürgerwachchor setzte den Schlussakkord und sang zusammen mit dem Publikum „Als Freunde kamen wir“. Am Ende dankte Hauptmann Georg Bacher als Vorsitzender der Bürgerwache dem Bürgerwachchor für das Konzert und sagte: „Mein Vater wäre stolz, wenn es das gesehen hätte.“

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