Bürgerstiftung verabschiedet Gründungsmitglied

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 Karl Miller (links) scheidet aus Bürgerstiftung aus. Weiterhin aktiv sind sein Nachfolger Michael Zeller (2.v.l.) sowie Joachim
Karl Miller (links) scheidet aus Bürgerstiftung aus. Weiterhin aktiv sind sein Nachfolger Michael Zeller (2.v.l.) sowie Joachim Gäbele, Alexander Fischer, Patrick Remensperger und Sonja Goeze. (Foto: Vera Romeu)
Vera Romeu

Die Bürgerstiftung hat bei einer Sitzung auf sieben Jahre erfolgreiche Arbeit zurückgeblickt und ein Gründungsmitglied verabschiedet. Seit 2012 wurden rund 40 000 Euro für Projekte und zur Unterstützung von Menschen in Not ausgeschüttet, das Stiftungskapital in diesem Zeitraum vervierfacht. Spenden und Zustiftungen von Bürgern ermöglichen der Stiftung, Gutes für das Allgemeinwohl in der Stadt zu tun. „Es ist eine Stiftung von Mengen für Mengen“, erklärte der Vorsitzende Joachim Gäbele. Ziel der Bürgerstiftung ist es, Projekte, die der Allgemeinheit dienen, zu fördern, und Einzelschicksale zu lindern.

Das Gründungsmitglied Karl Miller ist in Rente gegangen und hat einen Nachfolger: Michael Zeller. Vorsitzender Gäbele dankte für die sieben guten Jahre Zusammenarbeit und verabschiedete Miller mit einem Weinpräsent. Es habe ihm Freude gemacht, in diesem Gremium mitzuwirken, erklärte Miller. In den Sitzungen sei mit viel Ernst über Anträge gesprochen, Für und Wider abgewogen worden. Es sei jedes Jahr möglich gewesen, vier oder fünf Projekte zu unterstützen oder Einzelschicksale zu berücksichtigen. Jedes Projekt habe seinen Reiz gehabt, sagt Miller im Rückblick. In bester Erinnerung bleibe ihm das Tischtennisturnier mit den Gymnasiasten. Die Bürgerstiftung hatte geholfen, eine Tischtennisplatte zu kaufen. Im Doppel mit dem Vorsitzenden Gäbele habe er bei der Einweihung mit den Jugendlichen gespielt.

Stiftung wirkt in ganz Mengen

Die Bürgerstiftung wirkt in die Breite der Mengener Gesellschaft. Die Schulen sind unterstützt worden sowie das Rote Kreuz, die Nachbarschaftshilfe, der Diakonieladen, das Martinslädele, Donum Vitae und die Krabbelgruppe. Zudem wurden Sprachkurse ermöglicht und wenn eine Familie und ein Mensch in Not geraten waren, konnte unbürokratisch und schnell geholfen werden. „Und wir haben Rücklagen gebildet, um Menschen jederzeit aus der Not heraushelfen zu können“, erklärte Vorsitzender Gäbele. Die Vorstandsmitglieder – Joachim Gäbele, Patrick Remensperger, Michael Zeller, Alexander Fischer, Sonja Goeze und Hugo Vorderwülbecke – sind in der Stadt stark vernetzt und haben einen Blick für den Bedarf, für Projekte und für Notfälle.

Es gebe zwei Formen der Spende, erklärte Gäbele. Bürgerinnen und Bürger können Zustiftungen tätigen, zum Beispiel im Erbfall, um das Kapital der Stiftung zu erhöhen. „Das ist alles steuerfrei. Auch frei von der Erbschaftssteuer. Jeder Euro kommt bei den Menschen an“, betonte Patrick Remensperger. Die Erträge aus dem Kapital werden für Projekte und Hilfen ausgeschüttet. Die Vorstandsmitglieder arbeiten ehrenamtlich, sogar das Porto werde von ihnen privat bezahlt, damit jeder gespendete Euro auch wirklich für Menschen in der Stadt eingesetzt werden könne. Die Bürgerstiftung nimmt auch Spenden an, die zeitnah für Projekte und Hilfen eingesetzt werden dürfen. „Es gibt Bürgerinnen und Bürger, die bei Geburtstagen oder Trauerfällen keine Blumen oder Geschenke wünschen, sondern Spenden für die Bürgerstiftung. Das hilft uns sehr“, berichtete Gäbele. Auch an Weihnachten bekommt die Bürgerstiftung regelmäßig Spenden aus der Bevölkerung.

Jeder kann einen Antrag stellen

Jeder kann bei der Bürgerstiftung für ein Projekt einen formlosen Antrag stellen oder auf eine Notlage aufmerksam machen. Es können aber auch die Vorstandsmitglieder direkt angesprochen werden. „Das ist alles sehr unkompliziert“, betonte Gäbele. Wenn Anträge vorliegen, trifft sich die Vorstandschaft zur Beratung. Es können aber nur Projekte im Stadtgebiet unterstützt werden, keine auswärtigen. Die Bürgerstiftung in Mengen würde gerne größere und nachhaltige Projekte fördern, wie zum Beispiel eine Leseförderung die sich über mehrere Jahre hinzieht. „Wir haben seit der Gründung einiges an Erfahrungen gesammelt. Wir sind jetzt dazu bereit“, kündigte Gäbele an.

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