Bürgersaal Beuren: Ortschaftsräte wünschen Überarbeitung des Konzepts

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Der Bürgersaal in Beuren bietet derzeit nur Platz für maximal 90 Gäste. Der Ortschaftrat plant eine Erweiterung.
Der Bürgersaal in Beuren bietet derzeit nur Platz für maximal 90 Gäste. Der Ortschaftrat plant eine Erweiterung. (Foto: Jennifer Kuhlmann)
Vera Romeu

Der neue Ortschaftsrat des Mengener Ortsteils Beuren hat sich am Montag mit der Erweiterung des Bürgersaals befasst. Ortsvorsteher Dieter Remensperger erklärte die Gründe für die Erweiterung und legte die Planung von Architekt Heiko Emhart vor. Die Räte konnten sich mit dem vorgeschlagenen Schleppdach nicht anfreunden und wünschen einen neuen Plan mit einem Satteldach. Außerdem möchten sie keine Stützen im Saal und eine Kostenschätzung vorgelegt bekommen.

Bereits der vorige Gemeinderat hatte über das Thema beraten, weil der Bürgersaal wegen der Brandschutzvorgaben statt ursprünglich einmal 120 Plätzen nur noch für 80 bis 90 Menschen Raum bietet. Die neue Fluchtwegekonzeption schränkt die Bestuhlung ein. „Wir haben dann überlegt, was wir machen können“, berichtete Ortsvorsteher Remensperger.

Nun soll die bestehende Fensterfront um vier Meter vorgezogen werden. Dies sei am einfachsten, sagte er. Die Stützen sollen aber aus statischen Gründen im Saal stehen bleiben. „Sie sind schlank, das müsste gehen. Wir haben überlegt, sie herauszunehmen, aber das würde die Kosten sprengen“, so Remensperger. Die Fensterfront werde einen größeren Vorsprung bekommen und darunter werde die Pflasterung ergänzt. Die Kosten liegen bei insgesamt rund 200 000 Euro. Um 48 Quadratmeter würde der Bürgersaal vergrößert, was rund 30 bis 40 zusätzliche Sitzplätze schafft. „Wir sind dann wieder da, wo wir vor den Brandschutzvorgaben waren“, sagte er.

Architekt Emhart habe ein Schleppdach empfohlen, doch wäre ein Satteldach gefälliger, sagte Ortsvorsteher Remensperger und zeigte eine Zeichnung, die er angefertigt hatte. Ein Ortschaftsrat fragte, ob bei der Variante mit dem Satteldach die Decke offenbleiben werde. Remensperger sprach sich dafür aus, die Decke mit Brettern zu verschalen: Dies sei wegen des Heizens besser und habe den Vorteil, dass man einiges an Technik verstecken könne.

Aus dem Gremium kam der Wunsch, die Säulen herauszunehmen. „Das wäre besser, wenn Sport gemacht wird. Selbst wenn Schutzmatten und Prallwände angebracht werden, sind die Säulen mitten im Raum gefährlich“, hieß es. Ein weiteres Argument war, dass dieser Saal als Sporthalle vom Kindergarten benutzt wird: „Nicht, dass nachher, wenn die Säulen in der Mitte des Raums stehen, die Kinder den Saal nicht mehr nutzen dürfen“, befürchteten die Räte. Remensperger konterte: „Es war nie eine Sporthalle; Kinder machen nur Gymnastik und keine Ballspiele.“ Er gab zu bedenken, dass das Herausnehmen der Säulen wahrscheinlich Mehrkosten von rund 70 000 bis 100 000 Euro verursachen werde.

Eigenleistungen möglich

Die Ortschaftsräte einigten sich darauf, die Variante ohne Säulen prüfen und durchrechnen zu lassen. Diese Erweiterung werde einmalig sein, danach werde es keine Chance mehr geben. „Lieber machen wir es jetzt richtig und überlegen, wie wir es mit Eigenleistung ausgleichen können“, sagte ein Rat. Wichtig sei, über die Kosten Bescheid zu wissen. „Wenn wir die Säulen stehen lassen, werden uns die Leute fragen, warum. Wir werden mit den Kosten argumentieren müssen“, war sich das Gremium einig. Wenn die Kostenschätzung vorliege, könne man auch besser entscheiden: „Da können wir überlegen, ob uns die 40 zusätzlichen Plätze diese hohen Zusatzkosten wert sind“, sagte ein Rat.

Es wurde über den Baubeginn gesprochen. Mehr als die Planung werde 2020 nicht leistbar sein, mutmaßte der Ortsvorsteher. An einen Spatenstich glaube er noch nicht. Die Erweiterung des Parkplatzes dagegen werde wahrscheinlich zeitnah realisiert, weil die Situation nicht mehr tragbar sei: Dafür stünden die Mittel auch schon bereit.

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