Bürger halten Standort des Wochenmarkts für diskutabel

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Laut Stadtverwaltung erfüllt nur der Platz vor dem Mengener Rathaus alle Voraussetzungen hinsichtlich Fläche, Verkehrslenkungen
Laut Stadtverwaltung erfüllt nur der Platz vor dem Mengener Rathaus alle Voraussetzungen hinsichtlich Fläche, Verkehrslenkungen und Parkplätzen in der Nähe. (Foto: Stadt Mengen)
Schwäbische Zeitung

Der zweimal wöchentlich stattfindende Wochenmarkt vor dem Mengener Rathaus wird immer wieder von den Einwohnern der Stadt diskutiert. Viele halten den Platz an der Martinskirche oder den Kreuzplatz nach wie vor für den besseren Standort. Nachdem bei der Stadtverwaltung die Anfrage eingegangen ist, die Entscheidungsgründe für den jetzigen Standort auf dem Rathausplatz zu erläutern, kommt die Stadt Mengen diesem Wunsch mit einer Pressemitteilung nach. Aus Sicht der Verwaltung ist der historische Marktplatz vor dem Rathaus der einzige sinnvolle und sichere Standort.

In der Pressemitteilung geht die Verwaltung auf die Geschichte des Markts ein: Ursprünglich habe der Mengener Wochenmarkt auf dem Platz vor der Martinskirche stattgefunden. Mit Beginn der Umgestaltung der Innenstadt sei der Markt vorübergehend auf den Kreuzplatz verlegt worden, Diese Verlegung hätte teilweise erfreuliche Aspekte wie etwa Umsatzsteigerungen für die Händler mit sich gebracht, aber auch negative Auswirkungen.

„Neben der teilweise chaotischen Verkehrssituation an der Engstelle am Riedlinger Tor gaben insbesondere die beengte Platzsituation am Kreuzplatz und die damit fehlende Möglichkeit den Wochenmarkt zu erweitern (dort haben maximal sieben Marktstände Platz), Anlass zur Nachbesserung“, heißt es in der Mitteilung. „Hinzu kam das erhöhte Verkehrsaufkommen mit der Eröffnung des Reiser-Centers und der Einrichtung einer Buslinie mit Haltestelle Kreuzplatz, die die Verkehrssituation in diesem Bereich noch zusätzlich verschärften.“

Kriterienkatalog ist zu erfüllen

Ende 2014 hat der Gemeinderat der Stadt Mengen die Standortthematik aufgegriffen und sich für die Verlegung des Marktes auf den Rathausplatz mit Beginn des Jahres 2015 entschieden. Der Rat hatte drei Standorte zur Auswahl, die im Vorfeld aufwändig auf ihre Geeignetheit geprüft wurden. Auswahlkriterien seien unter anderem die Erschließung mit Strom und Wasser, die Berücksichtigung des fließenden und ruhenden Verkehrs, die Zumutbarkeit der Straßensperrungen (insbesondere auch Zufahrt zu Privatgrundstücken) und eine ausreichende Standfläche für die bestehenden Händler und neue Marktstände gewesen

„Ergebnis der Prüfungen war, dass lediglich der historische Marktplatz vor dem Mengener Rathaus alle Voraussetzungen hinsichtlich ausreichender Standortfläche (mit Erweiterungsmöglichkeit), Verkehrslenkung und ausreichenden Parkmöglichkeiten in unmittelbarer Umgebung erfüllt“, heißt es in der Mitteilung weiter. Die kurze örtliche Umleitung über die Pfarrstraße, Charlottenstraße und Mittlere Straße würde gewährleisten, dass weiterhin sämtliche Geschäfte der Innenstadt sowie Privatzufahrten problemlos erreichbar seien. 

Stadtverwaltung will weitere Markthändler anlocken

Der bisherige Standort an der Martinskirche würde aufgrund der freizuhaltenden Rettungswege und fehlender Wendemöglichkeiten weitaus umfangreichere Straßensperrungen notwendig machen. Die Neue Straße sowie die St.-Martin-Straße müssten dienstags und samstags komplett gesperrt werden. Dadurch wären zahlreiche Privatzufahrten sowie Zufahrten zu Ladengeschäften und Arztpraxen an den Markttagen nicht mehr möglich. Zudem würde der Platz vor der Martinskirche nicht für alle Marktstände ausreichen, da die Standortfläche seit der Neugestaltung des Platzes durch den Fuhrmannsbrunnen, Bänke und anderes Stadtmobiliar verkleinert worden sei.

Da sich an den örtlichen Begebenheiten seit 2015 nichts verändert hat, besteht aus Sicht der Stadtverwaltung auch keine Notwendigkeit, den damaligen Beschluss des Gemeinderates in Frage zu stellen und erneut eine Standortanalyse- oder Verlegung durchzuführen. Im Gemeinderat waren die einzelnen Standorte trotzdem Ende 2016 noch einmal beleuchtet worden, da aus den Reihen der Gemeinderäte ebenfalls Kritik am Standort vor dem Rathaus gekommen war. Die Pressemitteilung schließt mit der Aussage, dass die Stadtverwaltung bemüht sei, durch Anfragen bei Markthändlern das Angebot auf den Wochenmarkt zu vergrößern.

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