„Ausrücken bei den Heimattagen berührt mein Herz besonders“

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 Anton Boos
Anton Boos (Foto: Rapp)
Schwäbische Zeitung

Seit 60 Jahren gehört Anton Boos dem Spielmannszug der Bürgerwache Mengen an. Dafür ist er am Samstag geehrt worden und durfte mit Major Georg Bacher die Front abschreiten. Im Gespräch mit der „Schwäbischen Zeitung“ verrät er, warum er dem Spielmannszug schon so lange die Treue hält.

Herr Boos, Georg Bacher hat Sie in seiner Laudatio als den dienstältesten Angehörigen der Bürgerwache bezeichnet. Was war für Sie der Grund, in die Wehr einzutreten?

Mich hat vor mehr als 60 Jahren ein Jugendfreund, der bereits im Spielmannszug trommelte, dazu animiert und ich habe auch sofort Gefallen gefunden am Musizieren mit der Spielmannspfeife.

Sie haben bereits das 80. Lebensjahr vollendet. Was hat dazu beigetragen, dass Sie mehrere Jahrzehnte dem Spielmannszug und damit der Bürgerwache die Treue gehalten haben?

In erster Linie nach dem Musizieren die hervorragende Kameradschaft. Als junger Spielmann gehörte man von Anfang an dazu und wurde entsprechend behandelt. Heute gehöre ich zu den Alten, verstehe mich aber mit den Jungen so, wie ich es zu meiner Jugendzeit selbst erlebt habe. Ich blicke mit viel Freude auf die Zeit bei der Bürgerwache zurück. Gerade das Ausrücken in Schlanders und bei den Heimattagen haben mein Herz in besonderer Weise berührt.

Wie sehen Sie die Zukunft der historischen Bürgerwehren, insbesondere der Bürgerwache Mengen?

Ich bekomme natürlich auch mit, dass gerade in den Infanterie- oder Grenadierzügen akuter Nachwuchsmangel herrscht. Gottseidank ist es bei uns in Mengen nicht so der Fall. Man stellt beim Ausrücken immer wieder fest, dass neue Gesichter in einer Uniform stecken, und es sind ausnahmslos wesentlich Jüngere als ich. Um unsere Bürgerwache brauche ich mir keine Sorgen zu machen.

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