Artenschutz: Landwirte reden mit Naturschützern

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 Im Gasthaus „Adler“ in Ennteach wird über Artenschutz diskutiert.
Im Gasthaus „Adler“ in Ennteach wird über Artenschutz diskutiert. (Foto: privat)
Schwäbische Zeitung

Nicht übereinander, sondern miteinander geredet haben Landwirte und Naturschützer bei einer Veranstaltung, die auf Einladung des Sigmaringer Landtagsabgeordneten Klaus Burger zum Thema Volksbegehren „Rettet die Bienen“ mit rund 100 Teilnehmern in Ennetach stattgefunden hat. „Der Redebedarf ist groß“, wird Klaus Burger in einer Pressemitteilung zitiert. Mehr als 30 Wortmeldung hatte es zu den Themen Artenschutz, Biodiversität, nachhaltige Landwirtschaft, Insektenschutz und zum Eckpunktepapier der Landesregierung gegeben. Diese seien alle sachlich und von dem Bemühen, sich gegenseitig zu verstehen, geprägt gewesen.

Burger, der agrarpolitischer Sprecher der CDU-Landtagsfraktion ist, hatte als weitere Referenten den aus Ennetach stammenden Landtagsabgeordneten Patrick Rapp, der zugleich Vorsitzender des Arbeitskreises „Ländlicher Raum und Verbraucherschutz“ seiner Fraktion ist, sowie Manfred Büchele vom Kompetenzzentrum Obstbau Bodensee und den Leiter des Fachbereichs Landwirtschaft des Sigmaringer Landratsamtes,Gerhard Gommeringer, eingeladen. Vertreter von Nabu, BUND, Bürgermeister, Gemeinderäte und Bauernschaft brachten sich in die Diskussion ein.

Werner Löw vom Naturschutzbund hinterfragte das Eckpunktepapier und forderte Verlässlichkeit in der Zielsetzung. Gerhard Stumpp und Alfred Bauernfeind sprachen unter anderem die Themen Flächenversiegelung und Ausweisung von Baugebieten über das beschleunigte Verfahren nach Paragraf 13b des Baugesetzbuchs an. Die Bürgermeister Stefan Bubeck (Mengen) und Lothar Fischer (Scheer) zeigten aber auf, dass die Notwendigkeit von Wohnraumschaffung eben auch gegeben sei. Tobias Schwörer vom Birkhof machte deutlich, dass auch die Landwirte Verlässlichkeit in den Produktionsbedingungen brauchen. Weiter sah er es für notwendig an, dass die Wissenschaft im Sachen Ursache und Wirkung gehört werden müsse. Deutlich wurde, dass Bauern sehr wohl bereit seien, vernünftige Schritte zum Schutz der Artenvielfalt mitzugehen. So wie das Volksbegehren aber angelegt sei, werde es Tausende Betriebe im Land, und zwar gerade die kleinen Landwirte, in ihrer Existenz bedrohen.

Patrick Rapp hatte in seinem Eingangsstatement darauf hingewiesen, dass ein Volksbegehren, wie der Name sage, vom Volk ausgehe und weder von der Landesregierung noch von den Fraktionen initiiert worden sei. Er erklärte, welchen Weg das Volksbegehren genommen hat und stellte die Haltung der CDU-Landtagsfraktion dar. Klaus Burger stellte das von der Regierung ausgehandelte Eckpunktepapier vor. Die Positionen in diesem Papier gelte es nun zu konkretisieren. „Dazu brauchen wir alle Akteure an einem Tisch“, wird Burger in der Mitteilung zitiert. Er legte dar, dass Baden-Württemberg bereits heute beispielsweise beim Schutzgebietsumfang bundesweit führend ist und schloss mit dem Gedanken „Was wir schätzen, schützen wir! Wir schätzen unsere Heimat, unsere Kulturlandschaft und Artenvielfalt, wir schätzen aber auch die Landwirte als Teil der Lösung. Schützen wir auch sie, es sind die letzten die wir haben.“

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