Alle Funkenfeuer im Mengener Stadtgebiet werden abgesagt

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Nicht nur Vereinsmitglieder, sondern auch viele Menschen aus dem Ort helfen dabei, den Funken zu verlegen.
Nicht nur Vereinsmitglieder, sondern auch viele Menschen aus dem Ort helfen dabei, den Funken zu verlegen. (Foto: THOMAS WARNACK)

Die Entscheidung fiel am Sonntagabend gegen 18 Uhr: In Mengen und den Ortsteilen finden am Abend keine Funkenfeuer statt. Zu gefährlich wurde von Feuerwehr und den genehmigenden Behörden die Lage im Stadtgebiet eingeschätzt. Den enttäuschten Funkenbauern wurde allerdings eine Wiederholung am kommenden Samstag in Aussicht gestellt.

Besonders bitter war diese Nachricht für die Mitglieder des Funkenvereins in Beuren. Die hatten in den vergangenen Tagen alles daran gesetzt, dass ihr Funkenfeuer doch noch eine Genehmigung erhalten würde. Zum ersten Mal in der Vereinsgeschichte durfte das Funkenfeuer am Sonntagabend nämlich nicht an der gewohnten Stelle an der Kreisstraße zwischen Beuren und Blochingen stattfinden.

Aus Gründen der Verkehrssicherheit und des Naturschutzes musste es kurzfristig auf ein Privatgrundstück in der Nachbarschaft verlegt werden. Dank des Einsatzes vieler Helfer mit entsprechendem Gerät konnte das ganze Material rechtzeitig an den neuen Standort geschafft werden.

47 Jahre hat das Funkenfeuer immer an derselben Stelle gebrannt.

Peter Reck

„47 Jahre hat das Funkenfeuer immer an derselben Stelle gebrannt“, sagt Peter Reck vom 2001 gegründeten Funkenverein. Seit drei Jahren hätte aufgrund der unmittelbaren Nähe der Kreisstraße zwischen Beu-ren und Blochingen zum Standort eine Vollsperrung der Kreisstraße beantragt werden müssen. „Die haben wir in diesem Jahr nicht bekommen“, sagt er. Grund sei die überörtliche Umleitung, die derzeit von Hundersingen über Blochingen und Beuren führe. „Wir hatten nur ganz wenig Zeit, um uns eine Alternative zu überlegen“, so Reck.

Mehr Material als sonst

Laut Andreas Steck vom Mengener Ordnungsamt ist die Umleitung zwar ausschlaggebend für die Verlegung des Funkenfeuers gewesen, zwei weitere Aspekte hätten aber auch noch eine Rolle gespielt. In diesem Jahr hätten die Mitglieder des Vereins und Einwohner aus dem Mengener Ortsteil außerordentlich viel Material für das Funkenfeuer gebracht.

„Stimmt, die Menge war so viel wie nie“, bestätigt Reck. Das Material sei entlang der Straße gelagert worden. „In unmittelbarer Nähe liegen zwei Biotope, die schon durch die Lagerung des Materials beeinträchtigt werden könnten“, so Steck. Durch ein Feuer natürlich umso mehr. „Nach einem Ortstermin am Donnerstag war klar, dass es keine Sperrung gibt und der Funken verlegt werden muss.“

Glücklicherweise besitzt Peter Reck eine Landwirtschaft in unmittelbarer Nähe des alten Standorts und erklärte sich spontan bereit, das Feuer dort aufschichten zu lassen. „Das geht aber nur diesmal als Ausnahme, weil ich das Feld dort noch nicht eingesät habe“, sagt er. „Trotzdem war der Umzug ein richtiger Kraftakt.“ Schließlich mussten wieder alle Maschinen zusammengeholt werden, um das Material rüberzuschaffen und neu aufzuschichten.

Glühwein und gegrillte Würste sollten bereitstehen, wenn am Sonntagabend die rund 150 Besucher eintreffen. „Für unseren Verein sind das keine große Einnahmen, aber es ist uns wichtig, die Tradition des Funkenverbrennens am Leben zu halten“, sagt Reck. Dass alle Funkenfeuer kurzfristig abgesagt wurden, nahm er recht gelassen.

Angesichts der Tatsache, dass ein Feuer am alten Standort künftig eventuell nicht mehr möglich ist, wollen sich die Vereinsmitglieder schon bald mit Vertretern der beteiligten Behörden zusammensetzen. Geklärt werden muss laut Andreas Steck auch, ob der Verein das Kostenrisiko für an Straßen entstehenden Schäden durch das Feuer übernehmen wird. Unter Umständen müsse ein neuer Standort gefunden werden.

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