400 000 Eier werden täglich aufgeschlagen

Lesedauer: 6 Min
Zur Besichtigung der Nudelproduktion müssen strenge Hygienevorschriften beachtet werden. Franz findet die Schutzanzüge witzig.
Zur Besichtigung der Nudelproduktion müssen strenge Hygienevorschriften beachtet werden. Franz findet die Schutzanzüge witzig. (Foto: Fotos: Vera Romeu)
Vera Romeu

Die „Schwäbische Zeitung“ hat einer großen Gruppe von Lesern die Türen zur Nudelproduktion der Firma Buck in Ennetach geöffnet. Die Betriebsführung hat sie sehr beeindruckt, auch weil sie bewusst machte, wie viel hier in die hohe Qualität der Nudeln, in den schonenden Verbrauch von natürlichen Ressourcen und in die Sicherheit investiert wird. Die Besucher stellten fest: Lebensmittelproduktion ist eine Herausforderung.

Zu Beginn gab es eine Vorstellung des Betriebs und einen Film. Eine Mühle ist der Ursprung der Firma. Sie brannte nach einem Blitzschlag 1928 komplett ab. 1929 wurde an ihrer Stelle eine Nudelproduktion aufgebaut. Johannes Buck hat vor 90 Jahren eine weitsichtige Entscheidung getroffen. Inzwischen wird der Familienbetrieb in der vierten Generation geführt. Dann zogen alle Teilnehmer die Überschuhe, weiße Kittel und rote Haarnetze an, um den strengen Hygienevorschriften zu entsprechen. Es wurden die Kopfhörer verteilt und dann ging es zur Führung durch die Produktions-, Trocknungs-, Verpackungs- und Lagerhallen.

Margret Maier stellte die drei Zutaten, die zur Nudelproduktion verwendet werden, vor. Hartweizengries wird aus Italien, Frankreich, Spanien, Portugal, Kanada und USA importiert. Er eignet sich besser als Mehl wegen der schönen Farbe. Zwei bis drei Mal pro Woche kommen die Lieferungen und werden im großen Silo-Turm gelagert.

In fast allen Nudelsorten kommen Eier hinein. Der Eierverbrauch liegt bei rund 400 000 Eiern am Tag. Sie werden maschinell aufgeschlagen. Der Blick auf die Maschine war spektakulär. Sie schafft 72 000 Eier in der Stunde. Morgens um 6 Uhr wird sie in Gang gesetzt. Es werden aber nur so viele Eier aufgeschlagen, wie an dem Tag verarbeitet werden, betonte Mitarbeiterin Hedwig Dentler. Kein Ei sei älter als vier Tage. Auf Hygiene wird sehr großen Wert gesetzt. Die regionalen Lieferanten seien sich ihrer Verantwortung sehr bewusst.

Die dritte Zutat ist Wasser. Gaggli hat einen eigenen Brunnen – den Johannisbrunnen –, dessen hochwertiges und sehr mineralhaltiges Wasser nur zur Produktion verwendet wird. Auch verbraucht die Firma Buck nur den eigenen Strom, den sie in zwei Kraftwerken gewinnt. Den Überschuss aus der Stromproduktion, sowie aus der Wärmerückgewinnung werden an die Stadtwerke verkauft. „So ist ein schonender Umgang mit Ressourcen gewährleistet“, sagt Dentler.

Die verschiedenen Produktionslinien sind vollautomatisiert. Die Leser konnten sehen, wie die Bandnudeln gemacht werden. Breite, dünn ausgewalzte Teigflächen liefen aus der Knet-Maschine. Daraus wurden Bandnudeln geschnitten, die auf das Förderband fielen und zur Trocknung transportiert wurden. Etwas ganz Besonderes ist die Produktion der Nudel-Nester. Sie erfordert eine große Sorgfalt und viel Knowhow. Sie werden von den meisten Herstellern nicht mehr produziert, weil sie sehr zerbrechlich sind und es ein aufwändiges Verfahren ist, sie in passender Form und Gewicht herzustellen und zu verpacken. Auch die Spätzle verlangen ein besonderes Verfahren: Sie müssen, nachdem sie durch die Düsen gepresst wurden, in ein kochendes Bad gelegt und anschließend getrocknet werden.

In der Lagerhalle konnten die Besucher zuschauen, wie der Satellitenpacker eine Palette mit vielen Nudelkartons zum Transport umwickelte. Der Einsatz von Kunststoff ist notwendig, sonst werden die Nudel beim Transport so geschüttelt, dass sie zerbrechen. Über den Ersatz von Kunststoff werde derzeit viel nachgedacht, doch gebe es noch keine zufriedenstellende Lösung.

Die Führung durch die komplexe Produktion hat den Lesern gefallen. Es war ein unterhaltsames und informatives Eintauchen in die Nudel-Welt, fanden sie, und dass sie einen neuen Bezug zur Produktion dieses Lebensmittels bekommen hätte. Zum Abschied gab es ein Päckle Band-Nudeln. Viele gingen anschließend in den Laden und deckten sich bewusst mit ausgewählten Sorten ein. Die Produktvorstellung hatte Lust auf die unterschiedlichen Nudeln – mit oder ohne Ei, aus Dinkelmehl oder Linsen – gemacht.

Meist gelesen in der Umgebung
Ihr Kommentar wird nach einer kurzen Prüfung durch unsere Redaktion veröffentlicht.
Kommentare werden geladen
Mehr Themen