40 verschiedene Wildblumen finden sich in der Mischung

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 Beim Nabu gibt es die Mengener Mischung mit Samen von heimischen Wildblumen.
Beim Nabu gibt es die Mengener Mischung mit Samen von heimischen Wildblumen. (Foto: Nabu)
Schwäbische Zeitung

Den ganzen Sommer über haben die Mitglieder des Naturschutzbundes Anita Schmidberger aus Scheer, Petra Braun-Stump aus Ursendorf, Birgit Beyer aus Ostrach-Wangen und Werner Löw aus Ennetach auf den schönsten Wiesen in der Umgebung Wildblumensamen gesammelt. Weil die 40 verschiedenen Blumen für die Mengener Mischung zu verschiedenen Zeiten blühen und die Samen dementsprechend unterschiedlich reif werden, waren sie von Mai bis Ende August damit beschäftigt. Jetzt ist die Mischung in der Geschäftsstelle des Nabu erhältlich.

Gesammelt wurde auf den Wiesen, die die Nabu-Gruppe für Mengen, Hohentengen, Scheer und Ostrach selbst gesät hat oder pflegt, auf Wiesen befreundeter Bauern und an Wegesrändern. Um am Ende sechs Kilogramm Samen zu gewinnen, mussten rund 20 Kilo Rohmaterial geschnitten oder abgestreift, getrocknet, von Hand gedroschen, gerieben und mehrfach gesiebt werden. „Als Arbeit darf man das nicht sehen“, meint Werner Löw vom Nabu. „Man erlebt die Natur und bekommt beim genauen Hinschauen viele Einblick in das Leben auf einer artenreichen Blumenwiese.“ Man entdecke immer Neues, lerne Insektenarten und Pflanzen kennen. „Das ist jedes Mal ein Naturerlebnis“, findet Löw. „Es lohnt sich, ein wenig davon auch in den eigenen Garten zu holen.“

Die Samen werden gut gemischt zu 55 Gramm in Papiertüten gefüllt. Diese Menge reicht für etwa zehn Quadratmeter Wildblumenwiese. Weil man beim Nabu jahrelange Erfahrung mit dem Anlegen von Wildblumenwiesen hat, gibt es beim Kauf der Mischung auch die nötige Beratung und Informationen dazu. Wenn die Blumen im nächstes Jahr blühen sollen, ist es laut Löw am besten, sie jetzt zu säen. „Dann bilden sie noch eine kleine Blattrosette und die können im Frühjahr loslegen.“ Wiesenblumen sind langsamer als die gezüchteten einjährigen Gartenblumen. „Aber dafür blühen sie jedes Jahr“, so Löw.

Die Vielfalt an heimischen Wildpflanzen ist eine elementare Voraussetzung für die Vielfalt der Tiere, von den Insekten über Vögel bis zu den großen Pflanzen- und Fleischfressern. Fast jeder Schmetterlingsart braucht ihre besondere Pflanzenart um ihre Eier daran abzulegen. Die meisten Wildbienenart sind ebenfalls Spezialisten. Gibt es ihre Pflanze nicht mehr, stirbt das betreffende Insekt, zumindest lokal, aus. „In den meisten Gärten und öffentlichen Grünanlagen könnten kleine Wildblumenwiesen als Trittsteine für unsere Schmetterlinge, Wildbienen und Andere entstehen“, sagt Werner Löw. „Je mehr und näher beieinander, desto besser.“ Die handelsüblichen, bunten Mischungen aus Exoten und Züchtungen seien kein Beitrag zum Erhalt der Artenvielfalt.

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