Lastwagen und kein Ende: Immerhin scheinen sich die meisten Fahrer an Tempo 30 in Vilsingen und Engelswies zu halten.
Lastwagen und kein Ende: Immerhin scheinen sich die meisten Fahrer an Tempo 30 in Vilsingen und Engelswies zu halten. (Foto: Corinna Wolber)

Es sind schwere Zeiten für die Anwohner einiger Durchgangsstraßen in den Ortschaften rund um Sigmaringen. Während die Menschen in Göggingen zurzeit in Sachen Verkehrsbelastung ein bisschen durchatmen können, dürften insbesondere einige Vilsinger und Engelswieser unter der Last unzähliger Lastwagen stöhnen. Weil in der Ortsdurchfahrt von Göggingen voraussichtlich noch bis Oktober Leitungs- und Straßensanierungsarbeiten durchgeführt werden, ist die dortige Ortsdurchfahrt gesperrt – mit weitreichenden Folgen.

Die Situation ist indes nicht nur für die Anwohner anstrengend, sondern auch für Autofahrer: Wer beispielsweise zwischen Sigmaringen und Meßkirch unterwegs ist, quält sich mit großer Wahrscheinlichkeit hinter oft gleich mehreren großen Lastern aus aller Herren Länder her. Überholen ist oft zu gefährlich und bringt in der Regel auch nicht viel, weil der nächste Lkw wahrscheinlich schon bald erreicht ist.

Arg gebeutelt

Göggingen: Ortsvorsteher Manfred Fischer berichtet, dass sich vor allem die meisten Lkw-Fahrer an die großräumige Umleitung halten. „Es ist für uns schon eine große Erleichterung, dass der Schwerlastverkehr aus dem Ort raus ist“, sagt er. Allerdings hielten sich viele andere Verkehrsteilnehmer nicht an die Regeln: „Es ist zwar alles gesperrt und nur für Anlieger frei, aber viele fahren trotzdem durch.“ Für die Anwohner sei das ärgerlich, „die sind schon arg gebeutelt“. Die Polizei habe bereits Kontrollen durchgeführt. Doch der kurzfristige Effekt, der sich dadurch vielleicht einstelle, verpuffe dann auch schnell wieder. Dass nun besonders viele Autofahrer auf den schmalen Gemeindeverbindungsweg in Richtung Meßkirch ausweichen, hat Fischer nicht beobachtet. „Das hält sich in Grenzen.“

Engelswies: Des einen Freud’ ist des anderen Leid. „Wir haben nun gut und gerne mehr als doppelt so viel Lkw-Verkehr wie vor der Umleitung“, sagt der Engelswieser Ortsvorsteher Karl-Heinz Müller. Er ist daher froh, dass in der Ortsdurchfahrt für die Dauer der Umleitung Tempo 30 gilt. „Das empfinden wir als sehr hilfreich, und die meisten halten sich auch daran“, auch wenn es ein paar unrühmliche Ausnahmen gebe – Fahrer, die nachts grundlos und mit Absicht hupen, um ihrem Unmut über die Geschwindigkeitsbegrenzung Luft zu machen. Müller räumt ein, dass die Situation „eine große Belastung“ ist, „aber was gibt es sonst für Möglichkeiten? Da müssen wir jetzt durch“. Es gebe zwar vereinzelte Beschwerden von Bürgern, aber die meisten nähmen die Situation hin. Manche werden auch richtig kreativ: In der Ortsdurchfahrt steht eine Art selbst gebastelte Polizisten-Vogelscheuche, die wohl eine Verkehrskontrolle vortäuschen und so zum Langsamfahren animieren soll.

Noch keine Beschwerden

Vilsingen: In Vilsingen ist die Situation praktisch dieselbe wie in Engelswies. Ortsvorsteherin Viktoria Gombold-Diels ist „froh, dass wir die 30er-Zone bekommen haben. Vorher sind die Lastwagen zum Teil 70 gefahren, jetzt fahren sie wenigstens etwas langsamer“. Die Lärmbelästigung sei dadurch merklich geringer geworden. Zwar seien ihr vereinzelt Klagen zu Ohren gekommen, „aber alles andere ist auch einfach zu gefährlich“, sagt sie. „Wir haben das auch zur Sicherheit unserer Kinder gemacht.“

Sigmaringendorf: Die Einwohner von Sig’dorf haben auf der B 32 deutlich mehr Schwerlastverkehr als sonst. „Vor allem den Verkehr aus Richtung Krauchenwies spüren wir zusätzlich“, sagt Bürgermeister Alois Henne. Ein besonderer innerörtlicher Knackpunkt sei die Einmündung Krauchenwieser Straße/Hauptstraße: Da die geplante Bedarfsampel noch nicht installiert ist, haben Linksabbieger es dort jetzt noch schwerer als ohnehin schon. Wie das Landratsamt auf Anfrage mitteilt, läuft derzeit die Ausschreibung für die Ampel (ausführlicher Bericht folgt). Anwohner hätten sich bei ihm wegen der Umleitung noch nicht beschwert. „Aber wir sind natürlich auch nicht gefragt worden und mussten es auch nicht“, sagt Henne. „Ein etwas besserer Informationsfluss wäre trotzdem schön gewesen.“

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