Personenverkehr auf der Ablachtalbahn bleibt Thema

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 Ulrich Bohnacker, Landtagsabgeordnete Andrea Bogner-Unden, Bundestagsabgeordneter Matthias Gastel und Jakob Bohnacker bei der O
Ulrich Bohnacker, Landtagsabgeordnete Andrea Bogner-Unden, Bundestagsabgeordneter Matthias Gastel und Jakob Bohnacker bei der Ortsbesichtigung der Ablachtalbahn zwischen Krauchenwies und Mengen. (Foto: SZ)
Johannes Böhler

Die Strecke der Ablachtalbahn zwischen Mengen und Stockach soll wieder für den Personenverkehr geöffnet werden, jedenfalls wenn es nach Andrea Bogner-Unden, der Landtagsabgeordneten der Grünen für den Wahlkreis Sigmaringen, geht. Derzeit fahren dort nur Gütertransporte, die vor allem Stahl für die Firma Tegometall transportieren. Allein davon rollen laut einem offenen Brief der Landtagsabgeordneten und des Bundestagsabgeordneten Matthias Gastel jährlich rund 12 000 Tonnen über die Strecke.

Die Firma Tegometall hat die Strecke, die bereits 1960 abgebaut wurde, Mitte der 80er-Jahre wieder aufgebaut. Seither befindet sich der Abschnitt im Besitz des Unternehmens. Das Unternehmen bevorzuge den Transport in Güterwaggons aus mehreren Gründen, heißt es weiter in dem Brief. Einerseits verfügten die Waggons im Vergleich zu Lkws über eine größere Ladekapazität, außerdem könnten sie tageszeitunabhängig be- und entladen werden. Zudem sei der Transport auf der Schiene zuverlässig und wetterunabhängig.

Tegometall will Personenverkehr

Die beiden Abgeordneten geben an, sie seien sich bei einem Gespräch mit den Inhabern der Ablachtalbahn Ulrich und Jakob Bohnacker, Tego-Metall-Geschäftsführer Arndt Lüdtke, dem Meßkircher Bürgermeister Arne Zwick und Bruno Knödler, dem Betriebsleiter der Ablachtalbahn, einig geworden. „Übereinstimmend waren sich die Beteiligten einig, dass eine Reaktivierung der Strecke und ein durchgehender Personenverkehr zwischen Mengen und Stockach bzw. darüber hinaus eine sinnvolle Entwicklung darstellt“, schreiben Bogner-Unden und Gastel. Eine Stellungnahme der Firma Tegometall zum Thema lag bei Redaktionsschluss noch nicht vor. Alle mit der Angelegenheit betrauten Mitarbeiter seien auf Auslandsreise, teilte das Unternehmen mit. Der offene Brief der Abgeordneten schließt mit der Aufforderung an Peter Jany, den Hauptgeschäftsführer der Industrie- und Handelskammer Bodensee Oberschwaben, er möge im Verband die Frage erörtern lassen, ob nicht auch Holz- und Kiestransporte über die Strecke abgewickelt werden könnten. Dies, so hoffen die Abgeordneten, werde den Lkw-Verkehr auf den Straßen in der Region reduzieren und somit sowohl Straßen als auch Umwelt entlasten.

Auch das Verkehrsministerium des Landes hat sich auf eine kleine Anfrage des SPD-Landtagsabgeordneten Martin Rivoir des Themas angenommen. Darin heißt es, der Güterverkehr auf der Strecke Mengen-Stockach werde „in geringem Umfang“ durchgeführt. Das Land sieht derweil kein ausreichendes Nachfragepotenzial für einen regelmäßigen Personennahverkehr, dies hatten vergangene Untersuchungen gezeigt.

Grundsätzlich denkbar sei jedoch ein touristischer Sonntagsverkehr in den Sommermonaten analog zum Angebot zwischen Aulendorf und Pfullendorf, so die Einschätzung des Ministeriums.

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