Pantoffelheld sucht sich ein Liebesabenteuer

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 Lilo Puppe (Manuela Klink) und der Eierhändler Ignaz Meier (Frank Beck) kommen sich in der Kur näher.
Lilo Puppe (Manuela Klink) und der Eierhändler Ignaz Meier (Frank Beck) kommen sich in der Kur näher. (Foto: Cäcilia Krönert)
Cäcilia Krönert

Rund 160 Gäste in der Ablacher Festhalle haben sich köstlich über das Lustspiel „Eiermeier’s Kurschatten“ von Elisa Karg amüsiert, dessen Premiere am Samstagabend in der Mehrzweckhalle Ablach aufgeführt wurde.

„Ein Diavortrag über das Verhalten der Waldameisen interessiert mich nicht, eher doch flotte Käfer, zarte Schnecken oder süße Mäuse“, sagt darin der Eierhändler Ignaz Meier, der sich als Simulant ins Sanatorium schicken ließ. Für Kleintiere sei er hier nicht zuständig, antwortet Praktikant Andy alias Lorenz Wagner dem Eierhändler Meier, der sich mit „großes M kleine Eier“, vorzustellen pflegt.

Ignaz Meier, dargestellt von Frank Beck, war nämlich zur Kur gefahren, um seiner Ehefrau Klothilde (Traudl Heise) zu entfliehen und es sich dort wieder einmal richtig gut gehen zu lassen. Da kam dem Geschäftsmann mit seinen rund 200 „Angestellten“ (seine Hühner), die flotte Lilo Puppe (Manuela Klink) für ein Techtelmechtel doch gerade recht. Aber Meier hat seine Rechnung ohne die stumme Kunigunde gemacht, die von Gabi Strobel gespielt wird. Auf sie, eine alte Bekannte des Eier-Meiers, hat wiederum ein anderer Kurgast, der in die Jahre gekommene Alfons Mayer (Eduard Klink) ein Auge geworfen und wollte sie seiner Mutter Adele (Karin Hapke) als neu entdecktes Hobby präsentieren. Seine große Leidenschaft gilt nämlich dem Basteln mit Streichhölzern. Wieviel er wohl bräuchte, um das Sanatorium nachzubauen, fragt sich der schüchterne Geselle.

Situationskomik, Wortspiel und das authentische Spiel der Laien-Schauspieler machten aus dem Stück eine kurzweilige Unterhaltung. Unter der Regie von Petra Teufel präsentierten die sieben Akteure bereits zum sechsten Mal ihr Talent im Schauspiel. Da brauchte man sicherlich nicht zum Lachen in den Keller, sondern in die Ablacher Festhalle zu gehen. Zur Massage, insbesondere für die Lachmuskeln, bat Praktikant Andi die Anwesenden. Ausgesprochen gut verkörperte Franz Beck das Klischee vom zu Hause unter der Fuchtel seiner Frau stehenden Mann, der sich seinen Spaß mit einem Kurschatten sucht. Auch das Muttersöhnchen Alfons, schick mit Fliege und Mittelscheitel, sorgte für brillante Szenen, wie die resolute Kunigunde, die endlich mal aus sich herauskam und dem Eier-Meier die Leviten las. In feinster Kulisse, die im zweiten Akt in die beschauliche Silhouette von Ablach wechselte, glänzte jeder Einzelne in seiner Rolle.

Seit Anfang Oktober hatten die Hobby-Schauspieler zwei- bis dreimal pro Woche an ihren Künsten gefeilt, um ihrem Publikum die Komödie präsentieren zu können. Amüsiert verfolgten die vielen Besucher die Verstrickungen der Charaktere zu einem perfekten Durcheinander bei der Jagd nach einer Romanze, deren Vertuschung, um am Ende den Sieg der Liebe zu erleben.

Eine gelungene Premiere kredenzten die Schauspieler der Ablacher Bühne ihren Gästen. Perfekt in Szene setzten sich Eiermeier, sein flottes Püppchen, die resolute Klothilde, der heiß verliebte Alfons, seine Mama Adele und die mit ihrem Erzfeind Ignaz abrechnende Kunigunde. Auch Praktikant Andi, der immer auf der Jagd nach einer zusätzlichen Einkommensquelle ein ausgezeichnetes Gespür für den Humor der Zuschauer bewies.

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