Nach Streit über Standort: Wogen bei Feuerwehr Ablach sind geglättet

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 Gesamtkommandant Robin Damast und Abteilungskommandant Ablach Marcel Geiger sind für die Zukunft positiv gestimmt.
Gesamtkommandant Robin Damast und Abteilungskommandant Ablach Marcel Geiger sind für die Zukunft positiv gestimmt. (Foto: Mandy Streich)
Mandy Streich

Die Abteilung Ablach der Gesamtfeuerwehr Krauchenwies wird Ende dieses Jahres nach ihrem Standort in Ablach auch ihr Fahrzeug verlieren und wird sich dann mit der Abteilung Krauchenwies ein Gerätehaus mit Fahrzeugen teilen. Das Thema hat für großen Ärger in Krauchenwies gesorgt: vor allem bei den Ablacher Kameraden sorgte die Nachricht für Missstimmung und auch für zahlreiche Austritte. Inzwischen sind die Wogen innerhalb der Wehr laut Abteilungskommandant Marcel Geiger aber etwas geglättet.

Die Stimmung innerhalb der Reihen sei nun wieder besser. „Seit Herbst proben wir bereits gemeinsam und bisher funktioniert es recht gut. Am ersten Mittwoch im Monat proben wir in Ablach und am dritten Freitag im Monat in Krauchenwies“, sagt Geiger. „Es war eben damals besonders hart, weil uns der Standort genommen wurde und uns bis Ende dieses Jahr auch noch unser Fahrzeug genommen wird.“

Viele haben laut Robin Damast, Kommandant der Gesamtfeuerwehr Krauchenwies, ihre Bedenken zum gemeinsamen Standort in Krauchenwies geäußert. „Es gab eine große Diskussion darüber, ob es den Ablachern überhaupt auf ein Fahrzeug reiche. Im voraus hieß es schon, dass sie durch die längere Anfahrt dann nur noch zum Schlauchaufräumen kommen würden“, sagt Damast. „Ich bin aber überzeugt davon, dass es nicht so ist.“ Bereits seit Jahren schaffe es ein Mitglied der Krauchenwieser Wehr, das in Ablach wohnt, regelmäßig auf das erste Fahrzeug. Außerdem solle es in Zukunft eine vierte Alarmierungsschleife geben – also vier Listen mit jeweils rund 15 Namen darauf. Je nach Schweregrad der Alarmierung würden dann mehrere Listen und immer abwechselnd alarmiert. Bei allen Alarmierungsschleifen würden die Ablacher und Krauchenwieser Kameraden gemischt. Somit haben laut den beiden Kommandanten alle Mitglieder die gleichen Chancen.

Außerdem bleibe die Abteilung organisatorisch eigenständig, sei aber ab Ende des Jahres mit der Abteilung Krauchenwies in einem Gerätehaus mit den gleichen Fahrzeugen. „Wenn die Kooperation von Krauchenwies und Ablach in Zukunft gut passt, hat der Gemeinderat bereits in Aussicht gestellt, über ein neues gemeinsames Feuerwehrhaus zu diskutieren, sodass beide Abteilungen den gleichen Anfahrtsweg hätten. „Das bekommen wir schon hin“, sagt Robin Damast. „Wir haben inzwischen so viele jüngere Kameraden, die mitziehen und interessiert sind und die mit der neuen Regelung auch öfters zum Zuge kommen.“

Nachdem im vergangenen Jahr für die gesamte Fläche der Gemeinde Krauchenwies mit allen Teilorten ein Feuerwehrbedarfsplan aufgestellt werden musste, stellte sich heraus, dass das Gerätehaus in Ablach nicht mehr den aktuellen Anforderungen entspreche. Einen Neubau hätte es jedoch nur durch Eigenfinanzierung der Gemeinde Krauchenwies geben können, da der Kreisbrandmeister Michael Hack einen Zuschuss außer Frage stellte. Grund hierfür war wiederum der Bedarfsplan, der besagte, dass der Teilort Ablach komplett von der Feuerwehr Krauchenwies abgedeckt werden könnte. Somit war ein extra Gerätehaus sowie ein Fahrzeug in Ablach nicht mehr notwendig.

Als der Gemeinderat den Abriss des Gerätehauses beschlossen hat, wurde der Abteilung Ablach nach einigen Diskussionen auch die Option in Aussicht gestellt, ihren alten Dreschschuppen in Eigenleistung sanieren zu können. Das hat die Abteilung erst abgelehnt und dann als es bereits zu spät war nochmal zugestimmt. Der Beschluss des Gemeinderats sorgte für große Verärgerung auf Ablacher Seite. „Wir wussten schon, dass das Gerätehaus abgerissen werden sollte, wir wussten nur nicht wann“, sagt Marcel Geiger. „Und dann war es noch nicht mal richtig beschlossen, da stand schon der Bagger vor der Türe.“

Und es kam noch härter für die Ablacher: Noch in der Gemeinderatssitzung am 12. Juli vergangenen Jahres, als beschlossen wurde, dass die Abteilung Ablach in Zukunft nach Krauchnwies übergehe, legte der damalige Komandant Norbert Bechinger seine Kündigung auf den Tisch. Seinem Beispiel folgten daraufhin 14 weitere Mitglieder der Feuerwehr Ablach. Kurz zuvor wurde in Ablach eine Flugschift an jeden Haushalt verteilt, in der die Mitglieder die Situation aus ihrer Sicht schilderten und insbesondere die, wie im Flyer beschriebene „Informationspolitik“ der Gemeinde in Frage stellten. Beim Umzug am Fasnetsdienstag in Krauchenwies haben die Mitglieder der Abteilung Ablach dann noch ihre Feuerwehr symbolisch mit einem Sarg zu Grabe getragen.

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