Martin Herrmann hinterfragt die Romantik

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  Martin Herrmann spricht in seinem Programm auch vom Unterschied zwischen Stadt und Land.
Martin Herrmann spricht in seinem Programm auch vom Unterschied zwischen Stadt und Land. (Foto: privat)
Schwäbische Zeitung

Mit Martin Herrmann, der erst kürzlich mit dem Kleinkunstpreis Baden-Württemberg 2018 ausgezeichnet worden ist, möchte der Kulturzirkel Hausen am Andelsbach zum Jahresabschluss einen Höhepunkt präsentieren. Der Kabarettist ist am Samstag, 30. November, mit seinem Programm „Keine Frau sucht Bauer“ im Hirschsaal in Hausen am Andelsbach zu Gast.

Martin Herrmann hat sich einige Themen vorgenommen. Der selbsternannt erste amtliche Frauenflüsterer Deutschlands weiß: „Auf den Acker stehen heute immer weniger, aber viele stehen auf den Akademiker!“ Mit Wort und Lied kümmert sich der Anti-Liedermacher Herrmann um den Zeitgeist zwischen Stadt und Land. In Berlin haben Unbekannte einen 30 Meter langen Tunnel gegraben und eine Bank ausgeraubt. Offenbar gibt es in Berlin doch noch Bauvorhaben, die gelingen, so sein Fazit.

Auf dem Land herrschen klare Verhältnisse: Ein 83-jähriger Bauer wurde beim Reparieren des Weidezauns von seiner Kuh aufgespießt. Hier wird Rente mit 65 viel schärfer überwacht. Der „Deutsche Glücksatlas“ wurde 2017 neu vermessen, Sieger war Schleswig-Holstein. Laut Klappentext sehen dort die Menschen das Glas immer halbvoll. In Schleswig-Holstein blieben die Gläser noch nie lange ganz voll, ist Herrmanns Sicht, aber das Glück sei: Man könne ja nachschenken.

Auch vor der Ehe macht Herrmann keinen Halt. Die Scheidungsquote liegt bei 50 Prozent in den Städten. Nur auf dem Land herrscht Stabilität. Grund: keine Frauen. Die sitzen alle in der Stadt und lassen sich scheiden. Fernseherprobte Städter hoffen inzwischen, eine Frau zu finden, wenn sie sich als Bauer verkleiden. Was treibt eine Städterin in die Arme eines Bauern? Ist es das Platzangebot für die Kinder und der Streichelzoo im Haus? Der Bauer ist familienfreundlich. Und wenn die Frau vom Gebären zu müde ist, trägt sie der Bauer auf Händen - zur Stallarbeit.

Romantik als Menschenrecht

All das beschäftigt den Kabarettisten in seinem Programm. Von gefühlter Temperatur bis zur esoterischen Komplett-Entwirklichung: Romantik gilt als ein gefühltes Menschenrecht. Und dafür steht: „Keine Frau sucht Bauer“. Beginn ist um 20 Uhr, Einlass ab 19 Uhr.

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