Krauchenwieser Bahnhof wird saniert

Lesedauer: 6 Min
 Frank Friedrich (links) und Ralf Epple (rechts) bekommen von Bürgermeister Jochen Spieß eine Skizze des Bahnhofs aus dem Jahr 1
Frank Friedrich (links) und Ralf Epple (rechts) bekommen von Bürgermeister Jochen Spieß eine Skizze des Bahnhofs aus dem Jahr 1871 überreicht. (Foto: Mandy Streich)
Mandy Streich

Der alte Krauchenwieser Bahnhof soll in neuem Licht erstrahlen, das haben sich die Eigentümer Frank Friedrich und Ralf Epple zum Ziel gesetzt. Bisher wurde lediglich der linke Turm saniert. Als nächstes sind der rechte Turms sowie der mittlere Teil mit der Sanierung an der Reihe – hier soll es dann bis zum Ende dieses Jahres neben Seminarräumen auch Platz für eine Ausstellung zur Geschichte des Bahnhofsgebäudes geben.

Zu diesem Anlass übergab Bürgermeister Jochen Spieß kürzlich den beiden Eigentümern die Skizze, die wohl aus dem damaligen Baugesuch aus dem Jahr 1871 stammt. Darauf ist der damals geplante Bahnhof zu sehen, wie er auch heute in Krauchenwies steht.

Auf der Skizze sind drei Spitzen auf dem Dach, von denen heute nur noch eine erhalten geblieben ist. „Das Engagement der beiden ist ein Segen für die Gemeinde“, sagt Spieß. „Nicht nur als Gewerbetreibende sondern auch die Investition und das Herzblut, die sie in das Gebäude stecken, sind beeindruckend.“

Freunde nutzen das Gebäudeals Firmensitz

Frank Friedrich kaufte 2017 einen Teil des Gebäudes aus dem Jahr 1873, in dem sich seither seine Firma e.projekt, ein Planungsbüro für Elektro, Energie und Sicherheit befindet. Von sich aus hat er dann bereits einen großen Teil unter anderem als Eigenleistung saniert – auch mit Hilfe seines Kindergartenfreunds Ralf Epple.

Inzwischen sind die beiden im Privatleben sowie im Geschäft Nachbarn und verstehen sich blendend. Denn als im vergangenen Jahr der restliche Teil des Bahnhofs zum Verkauf stand, nutzte Epple die Chance für sein Geschäft Tachoplus, ein Unternehmen das eine Software zur Archivierung der Fahrzeiten von Lastwagenfahrern und Handwerkern verkauft.

Jetzt wollen die beiden das Gebäude gemeinsam so sanieren, dass es wieder so aussieht wie im ursprünglichen Zustand.

Der rechte Turm, in dem sich wie auch im linken Turm Wohnungen für Bahnhofsverwalter und ihre Familien befunden haben, wird noch bis Ende dieses Jahres saniert, wie Epple mitteilt. Nach Fertigstellung möchte er dann mit seinen Mitarbeitern in den rechten Turm ziehen. Bisher nutzt die Firma noch den Mittelteil des Bahnhofs. „Wir haben vor, in den Mittelteil dann später Schulungsräume für meine Software unterzubringen“, sagt Ralf Epple. „Aber auch eine Ausstellung zur Geschichte des Bahnhofs ist geplant.“

Neben der Erhaltung der alten Säulen im Inneren des Bahnhofs sowie von alten Treppen oder Türrahmen soll sich auch am äußeren Erscheinungsbild etwas ändern.

Am rechten Turm soll wieder Krauchenwies an der Hauswand stehen, die Reklametafeln sollen abmontiert werden und die Eingänge neu gestaltet werden. „Alles in allem soll das Gebäude wieder wie eins aussehen. Bisher wurde immer nur teilweise saniert und dann immer nur an einem Turm, sodass sie nicht mehr genau gleich aussehen“, sagt Friedrich.

Verwurzelung beider Unternehmer in Krauchenwies

Für die Austellung hat Epple bereits im Internet zahlreiche alte Postkarten von der Gemeinde Krauchenwies erworben. Zum Teil habe er sogar bis zu 50 Euro pro Karte bezahlt. Ihr Engagement erklären Frank Friedrich und Ralf Epple mit ihrer Verwurzelung in Krauchenwies. „Es ist auf jeden Fall gut, dass wir hier etwas gefunden haben“, sagt Ralf Epple. „Wir sind beide hier aufgewachsen, haben unsere Familien hier und sind auch mit Vereinen verwurzelt.“ Die Liebe zum alten Gebäude und die Idee zur Erhaltung der alten Struktur sei nach und nach entstanden. „Uns gefallen alte Gebäude einfach und auch die Geschichte, die hinter einem solchen Gebäude steht“, sagt Frank Friedrich. „Es ist ein gewisses Hobby. Und wenn man sich hier auch noch jeden Tag aufhält, dann gibt man sich automatisch auch noch mehr Mühe.“

Für ihre Ausstellung suchen Frank Friedrich und Ralf Epple noch Bürger, die irgendwann einmal in einem der beiden Türme gewohnt haben. Mit ihrer Hilfe wollen sie ihre Ausstellung eventuell mit Fotos erweitern oder zumindest einmal mit jedem gesprochen haben, wie sie sagen.

Wer ein Teil seines Lebens in einem der Türme verbracht hat, könnte sich deshalb bei Friedrich oder Epple melden.

Ihr Kommentar wird nach einer kurzen Prüfung durch unsere Redaktion veröffentlicht.
Kommentare werden geladen
Mehr Themen