Krauchenwies will Grundschulen schließen

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Die Grundschule Göggingen soll 2022 geschlossen werden. Das neue Schulkonzept der Gemeinde Krauchenwies sieht vor, dass alle Sc
Die Grundschule Göggingen soll 2022 geschlossen werden. Das neue Schulkonzept der Gemeinde Krauchenwies sieht vor, dass alle Schulstandorte in Krauchenwies zentralisiert werden. (Foto: Laura Keiß)
Redaktionsleitung

Das Aus für die Gögginger Grundschule scheint besiegelt: Der Krauchenwieser Gemeinderat soll in seiner Sitzung am Donnerstag (19.30 Uhr, Waldhornsaal) die Schließung billigen. In einer Klausurberatung wurde der Weg für diesen Beschluss geebnet. Eine Interessengruppe kritisiert die aus ihrer Sicht mangelhafte Informationspolitik und hofft, dass die Gemeinderäte ihre Meinung überdenken.

Die Mitglieder der Initiativgruppe fühlen sich übergangen: Erst nach einer Sitzung des Gögginger Ortschaftsrats in der vergangenen Woche seien Informationen durchgesickert. Der zweifache Familienvater Patrick Szilagyi, selbst Mitglied der Interessengruppe, sagt: „Es scheint einen dringenden Grund für die Schließung zu geben.“

Die Mitglieder der Initiative wollen wissen, warum sich die Gemeinde nicht mehr Zeit zur Vorbereitung nimmt. Zwischen Ortschafts- und Gemeinderatssitzung liege nur eine Woche. Bürgermeister Jochen Spieß verweist auf die Diskussion in den Schulkonferenzen und stellt die Sinnhaftigkeit einer erneuten Bürgerinformation infrage: „Ich weiß nicht, ob dadurch etwas anderes herausgekommen wäre.“

Die Fakten: Das Ende des Werkrealschulzweigs in der Sophie-Scholl-Schule im Jahr 2022 ist der Auslöser für eine Neuordnung der Krauchenwieser Schullandschaft. Schon seit längerer Zeit gibt es einen moderierten Diskussionsprozess, der sich unter Mitwirkung von Eltern, Lehrern und Verwaltung mit möglichen Szenarien beschäftigt. Sechs Möglichkeiten wurden entwickelt und bewertet. Doch, so der Kritikpunkt, der Eltern: Der Gemeinderat will eine Variante umsetzen, die in den Vorgesprächen gar kein Thema war.

Bürger fordern den Verbleib einer Außenstelle

Die Initiativgruppe hätte sich zwar einen Zusammenschluss der Schulen vorstellen können, wollte für Göggingen aber eine Außenstelle erhalten. Die Gemeinde strebt jedoch ab dem Schuljahr 2022/23 die Zusammenlegung aller Grundschulstandorte an. Neben der Schließung der Gögginger Schule will sie auch die Außenstellen in Ablach und Hausen aufgeben. Laut Sitzungsvorlage sei dies die „sinnvollste und nachhaltigste Lösung“. Bürgermeister Spieß verweist darauf, dass die Zentralisierung erst während der Klausursitzung aufkam. Zur Kritik, dass die Vorschläge der Arbeitsgruppe nun keine Berücksichtigung fänden, sagt Spieß: Das entscheidende Gremium sei der Gemeinderat.

Gleiche Bedingungen für alle Schüler

Die Argumente der Ortsverwaltung für einen zentralen Grundschulstandort: Im 1700 Quadratmeter großen Gebäude der Scholl-Schule sei genügend Platz vorhanden, um gleiche Lernbedingungen für alle Schüler herzustellen. Eine freiwillige Hausaufgabenbetreuung, Mittagstisch und die anschließenden Nachmittagsangebote stünden dann allen Schülern gleichermaßen zur Verfügung. In einer Grundschule für die gesamte Gemeinde lasse sich der Unterricht über zwei Klassen pro Jahrgang verlässlich planen. Aktuell gibt es in der Gögginger Grundschule mit 58 Schülern jahrgangsübergreifende Klassen. Zudem sei es wegen der attraktiveren Besoldung einfacher, die Rektorenstelle zu besetzen, führt das Rathaus als weiteres Argument an. Und schließlich solle die neue Schule die Kinder aus den unterschiedlichen Ortsteilen zusammenbringen.

Die Gögginger Schule soll später zum Kindergarten umfunktioniert werden. „Ich weiß nicht, ob dies eine begnadete Lösung ist?“, bezweifelt Rektorin Susanne Fröhlich und verweist darauf, dass die Räume der Grundschule in der oberen Etage des Gebäudes lägen.

Die Gögginger Bürger sorgen sich generell um die Infrastruktur. Ein funktionierendes Gesamtkonstrukt bekomme erste Risse, schreiben sie in einem Brief an Bürgermeister und Gemeinderat. Die Rektorin lenkt den Blick auf Eltern, die unter der Prämisse in Göggingen bauten, dass es dort eine Grundschule gebe.

Seit einigen Tagen sammelt die Initiativgruppe Unterschriften, die sie am Mittwochabend dem Ortsvorsteher übergeben hat. Mehr als 600 kamen zusammen. Wenig Hoffnung macht den Bürgern ein Beschluss des Ortschaftsrates, der mehrheitlich für die Schließung ausfiel: Drei Räte unterstützten sie, einer war dagegen und drei enthielten sich.

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