Kiesabbau : Gögginger bekräftigen ihr Nein

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Kiesabbau
                  : Gögginger bekräftigen ihr Nein
Kiesabbau : Gögginger bekräftigen ihr Nein
Schwäbische Zeitung
Arno Möhl

Nach je zwei Bürgerforen in Bittelschieß und Göggingen steht ein Ergebnis fest. In Bittelschieß erklären sich die Bürger unter gewissen Auflagen bereit, dem weiteren Abbau in der Nord-Moräne zuzustimmen (die SZ berichtete). In Göggingen will man im offenen Gelände keinen weiteren Kiesabbau zulassen.

Nur im Wald soll die Firma Baresel noch abbauen dürfen. Ortsvorsteher Martin Binder blickte bei seiner Begrüßung zum zweiten Bürgerforum Kiesabbau im Gögginger „Lindesaal“ am Freitagabend auf über 60 interessierte Bürger. Wie am Vorabend in Bittelschieß, so stellte Bernadette Siemensmeyer auch in Göggingen den Anwesenden die zusammengefassten Ergebnisse zu den Themen Verkehr und Belastung, Folgenutzung und Rekultivierung, Wohnumfeld und Erholung vor.

Interessiert hörte man sich das an, was die Bittelschießer am Vorabend abschließend an Forderungen und Zugeständnissen gegenüber „365°“ zu Protokoll gegeben haben. Zu spüren war aber auch, dass die überwältigende Mehrheit der Anwesenden eigentlich nicht mehr viel zum Thema sagen wollte. All ihre Argumente waren ja schon im ersten Forum in aller Deutlichkeit mit Worten und Grenzlinien zu Papier gebracht worden. Und sie waren identisch mit denen, die von der Interessengruppe „Gegen weitere Kiesabbauflächen“ auch in die Briefaktion eingeflossen sind. So war es auch nicht verwunderlich, dass Rainer Ohmacht als einer der Initiatoren der Gruppe mit der Rückendeckung von 522 Gögginger Unterzeichnern sich zu Wort meldete. „Wir haben all das, was im ersten Forum an Forderungen formuliert wurde, in einem Protokoll zusammengefasst, das ich Ihnen (Siemensmeyer) gleich übergeben will“, sagte Ohmacht.

Ohmacht erhält kräftigen Applaus aus dem Publikum

Und weiter: “Wir wollen keinen neuen Kiesabbau, sondern nur in bereits genehmigten Bereichen, wir wollen keine Firma Baur auf freier Fläche und keine Firma Valet und Ott links der Straße nach Rengetsweiler. Damit fordern wir keinen Stopp des laufenden Abbaus. Dinge, die genehmigt sind, sind O.K.“. Dafür erhielt Ohmacht kräftigen Applaus aus dem Publikum. Ortsvorsteher Binder und Siemensmeyer baten jedoch mit Hinweis auf vielleicht abweichende Meinungen unter den Anwesenden darum, das Forum wie geplant durchführen zu können. Dem stimmte die Interessengruppe auch schnell zu.

Aufgeteilt in drei Gruppen begann dann, unterstützt durch Moderatoren, eine lebhafte Diskussion der bisher in Göggingen und Bittelschieß erarbeiteten Forderungen und Ziele. In den Gesprächen war von persönlicher Betroffenheit, Enttäuschung über die Heimlichkeit der Vorgehensweise von Firmen und Hoffnung auf die Erhaltung von Lebensraum für Mensch und Tier zu hören. Siegfried Veeser stand noch unter dem Eindruck der Vorabendveranstaltung, bei der ein neuer Abfuhrweg an seinem Haus vorbei angedacht wurde.

Nach einer guten Stunde stellte Siemensmeyer die Ergebnisse der Gruppen vor. In vielen Bereichen gab es trotz unterschiedlicher Gegebenheiten in Göggingen und Bittelschieß wortgleiche Forderungen zur Bürgerbeteiligung bei Rekultivierung, Abstandslinien von 400/500 Metern zur Wohnbebauung, 100 Meter breiten Waldgürteln zum Offenland.

Für die Tonnagebeschränkung der Bittelschießer auf 7,5 Tonnen hat man Verständnis. Die Linie, die Bittelschießer entlang des Weges „Im Grund“ als Begrenzung für den weiteren Abbau der Nord-Moräne gezogen hatten, vollendeten die Gögginger noch im Norden. In jedem Fall muss auch ein Verkehrskonzept mit sicheren Übergängen für Schulkinder und geschwindigkeitsregelnden Ampeln neuralgische Stellen abdecken. Bei der Folgenutzung wird eine dreimonatliche Kontrolle durch das Landratsamt mit Bürgerbeteiligung gefordert.

Auch dürfen Mutterböden zukünftig nicht verkauft werden, sondern verbleiben an der Grube. Die jeweilige Abbaufläche soll bei gleichzeitiger Rekultivierung auf 5 Hektar begrenzt werden. Der Abschlußbericht wird vom Büro 365° dem Ortschafts- und Gemeinderat, Regierungspräsidium und Kiesabbauunternehmen vorgelegt werden. Auch die Bürger sollen Exemplare erhalten.

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