Investor hält am Prinzenpalais fest

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Ein kleiner Haufen zerkleinerter Steine bleibt von den ehemals vier Häusern übrig. 2500 Tonnen unbelastetes Material wurden in
Ein kleiner Haufen zerkleinerter Steine bleibt von den ehemals vier Häusern übrig. 2500 Tonnen unbelastetes Material wurden in den vergangenen Tagen abtranssportiert. (Foto: Arno Möhl)
Arno Möhl

In Sachen Prinzenpalais in Krauchenwies geht es auch nach dem Rückzug von Vinzenz von Paul weiter. Vergangene Woche informierte Investor Joachim Marquardt den Gemeinderat in einer nichtöffentlichen über den weiteren Fortgang. Marquardt zeigte sich dabei entschlossen, das Projekt unter Beibehaltung des Namens und einer geänderten Nutzung weiterzuverfolgen.

Der von ihm vorgestellte Neuansatz sei von den Gemeinderäten positiv aufgenommen worden, sagt Marquardt. Wie die SZ berichtete, realisiert der Pflegedienstleister Vinzenz von Paul die ursprünglich geplante Pflege- und Betreuungseinrichtung nun doch nicht. Dieser Rückzug aus dem für Krauchenwies bedeutsamen Gestaltungsprojekt wurde seowohl von der Gemeinde als auch vom Investor mit großer Enttäuschung zur Kenntnis genommen. Marquardt plant nun eine Bebauung des Areals ausschließlich zu Wohnzwecken. Dort auch Einzelhandel zu integrieren, hält er grundsätzlich für schwierig. „Das ist in Sigmaringen schon nicht einfach, da funktioniert er noch“, sagte er. „Je weiter wir wegkommen, desto schwieriger wird es.“

Änderungen im Baukörper, also beim Zuschnitt der Gebäude, wird es laut Marquardt nicht geben. „Wir werden die für Vinzenz von Paul gemachten Anpassungen wieder zurücknehmen und uns auf den Wettbewerb beziehen, auf dem wir dann eine weitere Lösung aufbauen“, sagt er. Das heißt, dass die Stellung der drei Baukörper noch dem entsprechen soll, was die Besucher der entsprechenden Präsentation im April 2016 als Modell sehen konnten. Natürlich habe man sich seinerzeit durch eine Marktanalyse Klarheit über die Vermarktungschancen verschafft. „Die haben sich aber sicher inzwischen geändert. Vor allem sind die Preise in den vergangenen zwei Jahren deutlich gestiegen“, sagt Marquardt. „Daher bauen wir nicht mehr günstig, wollen uns aber vom Projekt nicht verabschieden.“

Für Marquardt steht auch fest, dass die Vermarktung in Etappen vor sich gehen wird. Das bedeutet zugleich, dass man auch bei den Bauabschnitten etappenweise vorgehen wird. Davon, dass in nächster Zeit ein anderer Pflegedienstleister auf die Firma zugeht, ist laut Marquardt nicht auszugehen. Man werde sich in nächster Zeit wieder mit den Architekten an einen Tisch setzen und die Planung voranbringen. „Das wollen wir im Juni abgeschlossen haben.“ Ob entgegen den derzeitigen Plänen mehr Grünflächen im Kurvenbereich geschaffen werden könnten? Dies sei zwar auch vom Architekten angedacht worden, entspreche aber nicht dem Wettbewerb, sagt Marquardt. „Wenn wir so etwas andenken würden, wäre da auch wieder der Gemeinderat gefragt.“

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