Hobby-Heimatforscher veröffentlichen Bildbände über die Geschichte von Hausen am Andelsbach

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 Pünktlich zum 800-jährigen Jubiläum von Hausen am Andelsbach haben Andreas Bücheler und Eric Gröner ihren zweiteiligen Bildband
Pünktlich zum 800-jährigen Jubiläum von Hausen am Andelsbach haben Andreas Bücheler und Eric Gröner ihren zweiteiligen Bildband über ihr Heimatdorf fertiggestellt. (Foto: Christina Benz)
Christina Benz

Einen zweiteiligen Bildband über Hausen am Andelsbach in den vergangenen 100 Jahre haben die Hobby-Heimatforscher Andreas Bücheler und Eric Gröner publiziert. Das Werk kann ab sofort erworben werden. Es bringt Geschichten über den zweitgrößten Teilort der Gemeinde Krauchenwies zutage. Bei der Auftaktveranstaltung zur 800-Jahr-Feier am Sonntag, 29. März, sollten die Bildbände ursprünglich vorgestellt werden. Aufgrund der Corona-Pandemie entfällt der Festakt allerdings (siehe Infokasten).

Die beiden thematisch verbundenen Bildbände im Hardcover wiegen schwer. Nicht nur aufgrund der insgesamt 720 Seiten, die mit über 1400 historischen Fotografien von Erlebnissen der 800-Seelen-Gemeinde erzählen, sondern weil sie gefüllt sind mit Geschichten. Sechs Jahre sammelten der Maschinenbauingenieur Eric Gröner und der Mediengestalter Andreas Bücheler bei Senioren aus dem Dorf Bilder. Einige Jahre zuvor hatte Gröner bereits begonnen, historische Fotografien digital zu archivieren und diese auf seiner Facebookseite „Hausen am Andelsbach - wie es früher einmal war“ einzustellen, „um diese Zeitdokumente für spätere Generationen zu bewahren“, sagt er.

„Wir zogen von Haus zu Haus und hörten beim Blick in alte Fotoalben etliche Geschichten“, erzählt Bücheler weiter. „Es war uns wichtig, zu jedem Bild zu beschreiben, wer darauf zu welchem Anlass zu sehen ist“, sagt er. „Am Ende erlaubte unser völlig neuer Blick auf das Dorf mit seinen prägenden, schönen und traurigen Ereignissen, dass wir unser Buch in über 40 Kapitel gliedern konnten“, sagt Gröner.

Im ersten Band schildern Gröner und Bücheler visuell Geschichten rund um das Dorfleben und seine Schauplätze. Zu sehen ist etwa Gröners Großvater, der seinen Lebensunterhalt mit dem Umbau alter Autos zu Acker- und Arbeitsfahrzeugen bestritt - mit pfiffigen Ideen. „Um 1941 die Konfirmanden nach Pfullendorf in die Kirche transportieren zu können, funktionierte mein Opa kurzerhand einen landwirtschaftlichen Leiterwagen in einen Personentransportanhänger um, schmückte ihn, hängte ihn an eines seiner Autos und fuhr damit sämtliche Konfirmanden in die Kirche“, so die Geschichte zu einem Foto. „Neben dem Reiten einer Sau durchs ganze Dorf bis hin zur Kinderfrage, ob Ordensschwestern tatsächlich Haare unter ihrer Haube tragen, erreichten uns auch amüsante Geschichten und die entsprechenden Fotos.“ Ersichtlich sind der Einzug der Wasserkanalisation und des Stroms in Hausen sowie der Wandel durch die Industrialisierung. „Spannend war an unserer Arbeit, anhand der Fotos das Tempo der Entwicklung der vergangenen 100 Jahre zu dokumentieren“, meint Bücheler.

Der zweite Band bebildert die Geschichten sämtlicher Vereine und Betriebe und zeigt historische Luftaufnahmen und Karten.

Auch Legendäres kommt zur Bildersprache: „Nicht zu vergessen ist Josef Mühlebach. Bevor er zum Ehreneinwohner ernannt wurde, hat er 1970 die gesamte Geschichte von Hausen in einer Chronik erzählt, ein Buch, auf das Hausen sehr stolz ist“, sagt Gröner. Und ganz klar steche Hausen als Geburtsort der in den Fünfzigerjahren erfolgreichen Rennwagenmarke Veritas hervor. „1947 und 1948 war Veritas in der Hausener Fabrik beheimatet und produzierte dort die ersten Rennwagen“, erzählt Gröner.

Zu einem späteren Zeitpunkt sollen die Bilder diversen Archiven zur Verfügung gestellt werden. „Wichtig ist uns, dass alles Gesammelte an mehreren Orten aufgehoben bleibt, damit unsere Nachkommen in 100 Jahren auch Zugriff darauf haben“.

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