Festival ist nun doch nicht im Strandbad

Lesedauer: 6 Min

Fernab von Wohnbebauung und von Bäumen umsäumt: das neue Festivalgelände von „Eine Liebe 2018“.
Fernab von Wohnbebauung und von Bäumen umsäumt: das neue Festivalgelände von „Eine Liebe 2018“. (Foto: privat)
Schwäbische Zeitung

Das Festival findet vom 18. bis 20. Mai statt und wird in ehrenamtlicher Arbeit vom Verein Kartell der Liebe Göggingen organisiert. Dieser hat sich nach dem Ende des No-Stress-Festivals zum Ziel gesetzt, ein regionales, nicht kommerzielles Festival zu etablieren. Die Veranstaltung wird gefördert durch Mittel aus dem Programm „Landaufschwung“ des Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft.Nach Angaben auf der Internetseite des Veranstalters ist das Festival mit mehr als 1000 Tickets ausverkauft. Bereits gekaufte Tickets können wegen des Ortswechsels bis zum 25. April kostenlos zurückgegeben werden. Weitere Informationen gibt es im Internet:

www.eineliebe.de

Das Musikfestival „Eine Liebe“ muss schon umziehen, bevor es überhaupt Premiere hatte. Wegen unvorhergesehener Probleme mit dem ursprünglich angedachten Veranstaltungsort beim Strandbad in Krauchenwies findet es an Pfingsten in Herdwangen-Schönach statt. Grund sind naturschutzrechtliche Bedenken des Landratsamts.

Dem Verein sei nicht bewusst gewesen, dass ans geplante Festivalgelände vor dem Strandbad direkt das Vogelschutzgebiet angrenzt, teilt Adrian Schiefer, Leiter des Fachbereichs Umwelt und Arbeitsschutz beim Landratsamt, auf Anfrage der „Schwäbischen Zeitung“ schriftlich mit. Während sich die dort ansässigen Vögel an den üblichen Strandbadbetrieb gewöhnt hätten, seien lärmintensive Veranstaltungen kritisch. „Insbesondere die Bässe, die während des zweitägigen Festivals einsetzt werden sollten, belasten die Vögel“, schreibt Schiefer. „Da das Festival länger als andere Veranstaltungen dauert und in die Brutzeit der Tiere fällt, sind die Belastungen für viele Tiere sehr hoch.“ Bereits kurz nach Bekanntwerden des Veranstaltungsorts hätten sich die ersten Zielfinger Bürger beschwert, und Mitte Januar habe es ein gemeinsames Gespräch mit den Verantwortlichen des Vereins gegeben. Die notwendige artenschutzfachliche Prüfung hätte aber unter Umständen das ganze Festival in Gefahr gebracht: Da bis Pfingsten nur noch wenig Zeit ist, sei es schwer geworden, im Fall der Fälle noch eine Alternative zu finden. Das Landratsamt habe dem Veranstalter daher empfohlen, besser gleich einen anderen Standort zu suchen.

Schiefer bezeichnet das Miteinander mit den Vertretern des Vereins als sehr konstruktiv. Es seien verschiedene Standortalternativen geprüft worden, doch „meist scheiterten diese Vorschläge an der fehlenden Bereitschaft der Eigentümer“. Im Zuge der weiteren Suche sei auch das Flugplatzgelände in Mengen zur Sprache gekommen, doch auch dort wog der Artenschutz schwerer. „Das vorgesehene Festivalgelände hätte Brutstätten der besonders geschützten Feldlerche tangiert.“

Krauchenwieser Bürgermeister Spieß tritt als Türöffner auf

Doch dann wurde doch noch alles gut: Nun steht ein Privatgrundstück nahe Herdwangen-Schönach für das Festival zur Verfügung. Nach intensiven Gesprächen mit den Besitzern und Pächtern der Fläche sowie Bürgermeister Ralph Gerster und den beteiligten Behörden wurde das Vorhaben genehmigt. Am Dienstagabend gab auch der Gemeinderat in Herdwangen-Schönach bei einer Gegenstimme grünes Licht.

„Der Verein hat im Gemeinderat eine hervorragende Präsentation abgeliefert“, sagt Gerster. Er finde es richtig, „jungen Leuten, die etwas bewegen wollen, eine Chance zu geben“. Die professionelle und strukturierte Organisation habe sicherlich zur Vertrauensbildung beigetragen. Außerdem sei der Krauchenwieser Bürgermeister Jochen Spieß gewissermaßen als Türöffner aufgetreten: „Er hat sich mit mir in Verbindung gesetzt und sich für den Verein eingesetzt“, sagt Gerster. Sein Kollege Spieß bedauert, dass das Festival Krauchenwies verlässt. „Aber da darf man nicht in Standorten denken. Ich bin froh, dass sie etwas Neues gefunden haben, die Suche war schwierig.“ Auch der Verein ist froh, dass alles gut ausgegangen ist. Er hofft nun, dass die Besucher dem Festival die Treue halten und auch am neuen Ort gemeinsam mit dem Verein eine gelungene Premiere des Festivals feiern, schreibt er in einer Pressemitteilung.

Das „Eine Liebe“-Festival tritt in die Fußstapfen von „No Stress“ und tut es doch nicht, will etwas ganz eigenes sein und ist doch eine Hommage an das Festival in Göggingen, das an Pfingsten 2017 nach 20 Jahren zum letzten Mal stattfand. Danach gründete sich der Verein Kartell der Liebe Göggingen aus Mitgliedern der No-Stress-Community heraus. „Wir wollen aber kein Erbe von No Stress im Festivalsinne sein, sondern im Sinne der Community“, sagen die Vereinsmitglieder, die nicht einzeln namentlich in Erscheinung treten wollen. Der Grundgedanke ist, dass die Gruppe sich als eine Gemeinschaft von Freunden betrachtet, die darüber hinaus noch einen Zweck im Sinn hat – das Festival. „Das springt letztlich auch auf die Veranstaltung über: Sie ist unkommerziell, ehrenamtlich organisiert und günstig.“

Das Festival findet vom 18. bis 20. Mai statt und wird in ehrenamtlicher Arbeit vom Verein Kartell der Liebe Göggingen organisiert. Dieser hat sich nach dem Ende des No-Stress-Festivals zum Ziel gesetzt, ein regionales, nicht kommerzielles Festival zu etablieren. Die Veranstaltung wird gefördert durch Mittel aus dem Programm „Landaufschwung“ des Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft.Nach Angaben auf der Internetseite des Veranstalters ist das Festival mit mehr als 1000 Tickets ausverkauft. Bereits gekaufte Tickets können wegen des Ortswechsels bis zum 25. April kostenlos zurückgegeben werden. Weitere Informationen gibt es im Internet:

www.eineliebe.de

Ihr Kommentar wird nach einer kurzen Prüfung durch unsere Redaktion veröffentlicht.
Kommentare werden geladen
Mehr Themen