Ein Abend voller Überraschungen

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Rüdiger Grimm

Die Musikkapelle Krauchenwies hat mit einem großartigen Konzert am Samstagabend in der Waldhornhalle ihr 150-jähriges Bestehen gefeiert. Unter dem Motto „Musik liegt in der Luft“ nahm das von Esther Kramer geleitete Orchester das Publikum mit auf eine Zeitreise durch 150 Jahre Musikgeschichte.

Da die Fläche der Halle nicht ausreichte, um alle Gäste zu fassen, musste sogar die Empore bestuhlt werden. Den Besuch des Konzerts dürfte das Publikum nicht bereut haben, denn die Musiker sorgten mit ihren Darbietungen so für Begeisterung, dass die Zuschauer am Ende mit stehenden Ovationen und lautstarken Bekundungen den Akteuren huldigten. Ganz zum Schluss, als Esther Kramer nach den Zugaben um die Gnade bat, Feierabend machen zu dürfen, explodierten links und rechts der Bühne Goldflitterkanonen, die die überraschte Dirigentin, Sterntaler gleich, mit Goldregen überschüttete.

Im Laufe des überaus gelungenen Abends bereitete die Abteilung der Freiwilligen Feuerwehr den Musikern eine zusätzliche Überraschung. Als die Kapelle die Filmmelodie zu „Traumschiff“ spielte, trug Holger Kiesewetter eine dreistöckige Torte, wie beim Kapitänsdinner im Film, gespickt mit Funken sprühenden Wunderkerzen, durch den Saal und stellte sie auf der Bühne ab. Schon der Beginn der Gala hatte einige Besonderheiten zu bieten. Denn beim ersten Stück, der Fernsehmelodie „Musik liegt in der Luft“, stand nicht etwa Esther Kramer am Dirigentenpult, sondern ein junger Mann namens Niklas Erath. Bevor aber Mutmaßungen, ob eine akute Krankheit die Dirigentin außer Gefecht gesetzt hatte, die Runde machen konnte, tanzte ein gut gelaunter Vorsitzender mit Esther Kramer im Arm über den mit roten Teppichen ausgelegten Mittelgang zur Bühne.

Urkunde zur Prüfung

„Ich wollte schon immer mal mit Esther Kramer tanzen“, sagte Nipp verschmitzt, nachdem er am Rednerpult die Gäste willkommen geheißen hatte. Niklas Erath erhielt dann noch aus den Händen des Vorsitzenden die Urkunde für seine bestandene D3-Prüfung. „Diese Prüfung ist die höchste instrumentale und musiktheoretische Qualifikation in der Fortbildungsstruktur der Blasmusikverbände“, erläuterte Nipp. Eine mehrjährige intensive instrumentale Ausbildung sei dafür unabdingbar. Mit seinem heutigen Auftritt habe Erath deutlich gemacht, dass der die nächsthöheren Lehrgänge, nämlich die zum Dirigenten, anstrebe.

Nach Ende des ersten Teils ehrte Klaus Nipp zusammen mit dem Bezirksdirigenten des Blasmusikverbandes, Willi Lutz, verdiente Musiker. Stefan Gmeiner und Markus Vonnir erhielten als Dank und Anerkennung für ihre 30-jährige aktive Mitarbeit im Verein die schon zur Tradition gewordene Taschenuhr. Willi Lutz zeichnete die Musikerinnen Romina Erath, Swantje Hucker und Ann-Katrin Wurz für die zehnjährige Zugehörigkeit zum Orchester aus. Die drei jungen Damen sind nicht nur als Musikerinnen aktiv, sondern haben sich auch in die Vorstandschaft mit verantwortungsvollen Posten eingebracht.

Die Kapelle hatte an diesem Abend die 150 Jahre des Vereinsbestehens mit musikalischen Schlaglichtern aus dieser Zeit gefeiert. Dazu gehörten sowohl Mozart und Johann Strauss, als auch die Filmmelodie von James Bond, bekannte Melodien aus dem Fernsehen bis hin zu den Beatles und den Klängen des Aktuellen Sportstudios. Durch das Programm führte humorvoll Christian Stöhr, der zu jedem Stück etwas Interessantes zu sagen wusste.

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