„Dieter Baumann, läuft halt weil singen kann er nicht“

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 Dieter Baumann steht in sportlicher Kleidung auf der Bühne – meistens läuft er aber auf dem Laufband.
Dieter Baumann steht in sportlicher Kleidung auf der Bühne – meistens läuft er aber auf dem Laufband. (Foto: Felix Stein)
Felix Stein

Der ehemalige 5000-Meter-Olympiasieger Dieter Baumann hat am Samstag den Kulturzirkel Hausen im restlos ausverkauften Hirschsaal besucht.

Im Rahmen des Kulturprogramms hat der ehemalige Läufer; der seit Jahren als Redner und Kleinkünstler auftritt, sein viertes Bühnenprogramm mit dem Titel „Dieter Baumann, läuft halt, weil singen kann er nicht“ aufgeführt.

Schon einige Zeit vor seinem Auftritt ist Dieter Baumann im Publikum unterwegs, redet, ist nahbar und lacht viel. Als sein Programm beginnt und das Glockenspiel verstummte, stand er neben seinem auf der Bühne platziertem Laufband und fragte ins Publikum. „Wer war heute laufen?“

Auf das erste Gelächter steckten sich einige Arme in die Luft, was Baumann als Einstieg nahm, um seinen Lauf auf der Bühne zu beginnen. Ein Läufer erzählte von einem 100-Kilometer-Lauf in Biel an dem auch Baumann teilnahm. Baumann nahm die Zuschauer mit auf die 100 Kilometer von Biel, in Sportlerkreisen auch „Nacht der Nächte“ genannt. Auch zog er immer wieder Parallelen zu seinem eigenen Sportler-Leben.

Baumann hat bei seiner Fragerunde zu Beginn einen Marathonläufer, einen Hobbyläufer, einen Ultraläufer, eine Reiterin sowie einen Bogenschützen im Publikum ausgemacht. Diese dienten ihm in seiner Show als Running-Gags, womit er schnell das komplette Publikum auf seine Seite zog.

Direkt neben seinem Laufband auf der Bühne hat Baumann eine Kilometer-Anzeige installiert, auf der er dem Publikum signalisierte, wo in seinem Programm sie sich gerade befanden.

Die von der internationalen Dopingagentur verhängte Strafe für Baumann war 2003 abgelaufen. Bis heute galt der auf 5000 Meter schnellste Europäer als große Marathonhoffnung für Athen 2004. Geschichten wie diese gepaart mit geistreichen Witzen hat für gute Stimmung in dem bis auf den letzen Platz gefüllten Hirschsaal gesorgt.

Der Läufer schickte die Zuschauer in die Pause, er lief stattdessen weiter auf seinem Laufband.

Nach der Pause stieg er wieder mit einer Erzählung ein, die von einer Begegnung mit einem Ultraläufer in Biel handelte. Dieser hatte ihn am Start mit den Worten begrüsst: „Ich warte im Ziel auf dich Baumann. Wenn du ankommst gibt es wahrscheinlich kein Bier mehr – ich heb dir eins auf.“

Baumann schmunzelte beim erzählen, auch wenn er selbst eingestand, schnell laufen könne er nicht mehr. Gegen Ende seines Kabarett Programms erzählte er von dem weltweit für Aufsehen erregenden „Zahnpastaskandal“.

Auf seinen letzten Metern seines Programms tanzte Dieter Baumann noch mal als Zugabe mit gekonnten Schritten auf seinem Laufband und sorgte für schallenden Applaus zum Ende.

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