Die Schilderung eines ersten Kusses begeistert

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Manfred Mai und der Gitarrist Martin Lenz bringen Abwechslung in den Schultag der Sophie-Scholl-Schüler.
Manfred Mai und der Gitarrist Martin Lenz bringen Abwechslung in den Schultag der Sophie-Scholl-Schüler. (Foto: Arno Möhl)
Schwäbische Zeitung
Arno Möhl

Kinder- und Jugendbuchautor Manfred Mai hat jetzt gemeinsam mit seinem musikalischen Begleiter Martin Lenz die Sophie-Scholl-Schule in Krauchenwies besucht. Die Aula der Schule war komplett bestuhlt, ganz vorne legten Mädchen der vierten Klasse Kissen auf den Boden und machten es sich gemütlich. Viele hatten ein Taschenbuch des Winterlinger Erfolgsautors in der Hand.

„Die ersten zwei Kapitel durften wir schon lesen“, sagt Vanessa (10). Weiter hinten saßen Jungs der dritten Klasse und bissen genüsslich in kleine Pizzen, die in der Schulküche gemacht wurden. Leon und Levin, beide 10, wussten, dass ein „Autor“ kommt, gelesen hatten sie noch nichts. Lehrer besetzten die letzte Reihe. Die Aufmerksamkeit sollte ganz bei dem Duo bleiben. Nachdem sich der großgewachsene Autor mit vielen Büchern und Lenz mit seiner Gitarre vorbereitet hatten, begrüßte Mai die Schüler mit „Seid ihr soweit?“, worauf alle mit einem lauten „Ja“ antworteten. Zugleich das Signal für den Gitarristen, mit der Strophe „Hallo und guten Morgen, schön, dass wir uns heute seh’n“, zu starten.

Bei der Wiederholung des Refrains sangen unaufgefordert viele Schüler gleich mit und applaudieren wie die Profis. Mai gab den Schülern gleich mal die Chance, Fragen zu stellen. Johanna wollte wissen, wie er auf die Ideen zu den Büchern gekommen sei und ein anderes Mädchen hakte nach, wieviele Bücher mai schon geschrieben hat. Als er die Zahl 200 nannte, erklang spontan ein „Oh und Ah“.

Mai vertröstete die Kinder auf eine weitere Fragerunde und begann erst einmal mit Leseproben aktueller Bücher. Dass Fußball und die erste Liebe als typische Jungs- und Mädelthemen begeistern, spricht für sein Gespür, wie die Generation „Whatsapp“ tickt. Köstlich haben sich seine jungen Zuhörer über die Schilderung eines ersten Kusses seiner Romanfiguren amüsiert. Sein Schwäbisch, eine kindgerechte Sprache („Halt die Klappe du blöde Ziege“), vor allem auch seine Stimmanpassung an die Figuren, erleichterte ihm den Zugang zu den Dritt- und Viertklässlern.

Dann war es auch wieder Zeit für eine Fragerunde. Den Schülern war noch längst nicht alles klar. „Wie kommen Sie immer auf die lustigen Ideen? Welches ist das erfolgreichste Buch? Als Sie so alt waren wie wir, konnten Sie da schon schreiben? Die gestreckten Hände nahmen nicht ab. Dass Deutsch sein schlimmstes Fach war, schien die Schüler zu irritieren. Sie nahmen es ihm, dem ehemaligen Realschullehrer, aber ab. Überrascht waren sie auch, als er ihnen einen dicken Packen handgeschriebener Blätter zeigte. „So habe ich jahrzehntelang meine Texte verfasst“, sagte er. Die Kinder wollten es kaum glauben.

Projektlehrer Fabian Catania und seine Kollegen hatten selber Spaß daran, wie gut die Kommunikation klappte.

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