Die Jungstörche Charly, Moni, Hans und Paula tragen jetzt Ringe

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 Die Jungstörche in Göggingen werden beringt.
Die Jungstörche in Göggingen werden beringt. (Foto: Kersten Hamann)
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14 Jungvögel hat die Storchenbeauftragte des Regierungspräsidiums Tübingen, Ute Reinhard, am Sonntag in Göggingen beringt. Auch in diesem Jahr kamen wieder zahlreiche interessierte Bürger auf den Dorfplatz, um das mittlerweile fast schon traditionelle Prozedere zu beobachten. Unterstützt hat Ute Reinhard der regionale Storchenexperte Kurt Fischer, der sich in der Gemeinde mit großem Engagement für die Tiere einsetzt.

Drei Nester mit insgesamt sieben Jungstörchen hat Reinhard an diesem Sonntag auf dem Programm. „Die restlichen sieben Störche müssen noch etwas warten, da sie noch nicht das für eine Beringung ideale Alter haben“, sagt sie. Nachdem zwei Nester geschafft sind, geht es mit dem Kranwagen zum Gasthaus Adler. Hier sollen jetzt die letzten vier Jungstörche beringt werden.

Kurt Fischer fährt die Arbeitsbühne bis an das auf dem Dachfirst gebaute Storchennest. Kurz bevor die Endposition erreicht ist, sucht der Altstorch das Weite. Auf die Frage einer Bürgerin, warum die Störche ihr Nest nicht verteidigen, antwortet Ute Reinhard: „Wir sind die Stärkeren“. Das hätten die Störche mittlerweile verstanden. „Und wenn mal einer nicht weg will, dann wird er einfach verscheucht“, so Reinhard weiter.

„Akinese“ schützt die Tiere vor dem Sturz in die Tiefe

Auf der Arbeitsbühne, die direkt neben dem Nest steht, macht sich Reinhard gut gesichert ans Werk. „Zuerst müssen die Jungstörche schnellstmöglich mit einem Tuch abgedeckt werden, damit sie sich nicht zu sehr aufregen“, erklärt sie. Zusätzlich hätten die Jungstörche zwischen der dritten und sechsten Lebenswoche noch einen Schutzmechanismus, die sogenannte „Akinese“, bei der der Jungstorch in eine völlige Bewegungslosigkeit verfällt und somit nicht die Gefahr besteht, dass er vor Aufregung aus dem Nest hüpft.

Professionell legt Ute Reinhard die Ringe um die Beine der Störche. In diesem Jahr erhalten alle Störche ihre Ringe auf der linken Seite, da es sich um eine ungerade Jahreszahl handelt. Im Jahr 2020 ist dann das rechte Bein dran.

Für eine Monika Waibel aus Inzigkofen ging an diesem Tag ein Kindheitstraum in Erfüllung. Trotz Höhenangst fuhr sie mit auf der Arbeitsbühne bis zum Storchennest nach oben. „Es war ein absolutes Erlebnis, so nah dabei gewesen zu sein“, so Waibel. 

Neue Namen für die Jungstorche

Im Anschluss stellten dich die beiden Profis den Fragen der Anwesenden. Besonders Ute Reinhard begeisterte durch interessante, aber auch amüsante Geschichten rund um die Storchenwelt. Zusammenfassend stellte sie fest, dass sich durch das trockene Jahr ein „super Bruterfolg“ eingestellt habe und auch im nächsten Jahr wieder mit vielen Storchenpaaren in der Gemeinde zu rechnen sei. In einer Verlosung erhielten dann noch die Jungstörche ihre durch Paten vorgeschlagenen Namen. Von nun an heißen die Störche auf dem Gasthaus Adler Charly, Moni, Hans und Paula.

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