Bittelschießer fordern Kompensationfür weiteren Kiesabbau

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Schwäbische Zeitung
Arno Möhl

Am 5. Mai 2011 trafen erstmals Bürger aus Bittelschieß auf die Moderatoren des Büros 365°, um einen Forderungskatalog zur geplanten Erweiterung des Kiesabbaus in der Nord-Moräne zu erstellen (die SZ berichtete). Die damals aufgenommenen Meinungen zu den Themen Verkehr und Belastung, Folgenutzung und Rekultivierung, Wohnumfeld und Erholung wurden zwischenzeitlich zusammengefasst. Nun waren sie Grundlage für ein weiteres Forum. Dieses fand am vergangenen Donnerstagabend im Bürgerhaus statt.

Ortsvorsteher Egon Demmer zeigte sich vor 17 Bürgern einleitend mit dem Ergebnis der Auftaktveranstaltung zufrieden und übergab dann an Bernadette Siemesmeyer von 365°. In das Ergebnis der Auswertung hatte sie die Forderungen aus Göggingen und Bittelschieß aufgenommen, jeweils aber auf ortsspezifische Besonderheiten hingewiesen.

Auf der Basis der in Arbeitsgruppen entstandenen Forderungen hatten die Teilnehmer nun noch einmal die Möglichkeit zu präzisieren und weitere Argumente aufzunehmen. Dazu bildeten sich erneut zwei Arbeitsgruppen, deren Teilnehmer bereits beim ersten Forum anwesend waren. Es zeigte sich, dass sich am Meinungsbild der Bürger in den vergangenen Wochen nichts Entscheidendes geändert hat. Bei einigen, für den Ort essenziellen Fragen, kam es nach internem Meinungsaustausch zu Präzisierungen.

Das betraf vor allem eine Abbaugrenze, die sich in Verlängerung des Weges „Im Grund“ nun geradlinig nach Nordwesten weiter erstreckt. Damit soll der westlich davon gelegene Wald vom Abbau ausgeschlossen werden.Beim riesigen Hang wird eine Modellierung und Bewuchs gefordert. Das Wegenetz soll nach Rekultivierung wiederhergestellt und erneut in das Eigentum der Gemeinde übergehen. Von Vereinsseite wird der Bau einiger Einrichtungen erwartet. Große Zustimmung fand auch der Vorschlag der Gründung eines Fonds, der durch die Betreiber eingerichtet würde. Aus ihm sollen soziale und kulturelle Vorhaben bestritten werden können.

Durchfahrtsverbot

Beim Thema Verkehr bestätigten die Teilnehmer, nun aber mit mehr Entschlossenheit, die Forderung nach einem Durchfahrtsverbot in Bittelschieß für Lastwagen über 7,5 Tonnen. Über die Folgen für die Verkehrsführung aller Gruben gab es Versuche einen Vorschlag zu erarbeiten. Als dazu Linien im Raum zwischen der B 311 – Göggingen – Glashütte – L 456 gezogen wurden, erinnerte dies stark an eine weit ausholende Südumfahrungsvariante. Den Teilnehmern war aber klar, dass gerade die Reduzierung der Verkehrsbelastung im gesamten Abbauraum eine der diffizilsten Fragen bleibt.

Der nach dem Forum in Göggingen entstehende gemeinsame Abschlußbericht wird von den Mitarbeitern des Büros 365° dem Ortschafts- und Gemeinderat, Regierungspräsidium und Kiesunternehmen vorgelegt werden.

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