„Auf den Acker stehen heute nicht mehr viele“

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 Kabarettist Martin Herrmann unterhält das Publikum in Hausen am Andelsbach mit humoristischen Einlagen.
Kabarettist Martin Herrmann unterhält das Publikum in Hausen am Andelsbach mit humoristischen Einlagen. (Foto: Felix Stein)
Felix Stein

Kabarettist Martin Herrmann hat im Hirschsaal sein Programm „Keine Frau sucht Bauer“ aufgeführt und so für viele Lacher gesorgt. Auf Einladung des Kulturzirkels Hausen am Andelsbach e.V trat er am Samstag auf und nutzte als Einstieg seinen Namen.

„Herr und Mann, das sei so eine männliche Kombination“, erklärte der Heidelberger Berufskomiker, bevor er mit dem Hinweis nachlegte, wie heroisch der Name Martin sei und das nicht erst seit dem berittenen Helden. Er wies darauf hin, „dass eine Frau wohl nie ihren Mantel zerschnitten hätte, um einem Bettler Wärme zu spenden, ein Schwert würde auch in keine Handtasche passen.“ Er zählte zudem die Vorteile aus der Kombination seines Namens auf und platzierte auch mal einen politisch vielleicht nicht ganz korrekten Witz.

Musik mit Gitarre und Eierschäler

Martin Herrmann sorgte mit seinen Improvisationen für Gelächter und ein gelöstes Publikum: Diese Unbekümmertheit, die durch passende Reime und durch seine Gitarre oder sogar mit einem Eierschäler unterstützt wurde, verblüffte die Zuschauer. Der Liedermacher widmete sich auch politischen Themen und dem Kontrast zwischen Land und Stadt. „In Berlin haben Unbekannte einen 30 Meter langen Tunnel gegraben und eine Bank ausgeraubt. Offenbar gibt es in Berlin Bauvorhaben, die gelingen“, mutmaßte der Komiker und erhielt dafür breites Gelächter aus dem Publikum. „Auf den Acker stehen heute immer weniger – aber viele stehen auf den Akademiker“, sagte Herrmann, lief zu seinem Kleiderständer der hinter seinem Mikrofon platziert war und zog ein kariertes Hemd an und einen Almhut auf den Kopf.

Auf Händen in den Stall getragen

„Fernseherprobte Städter hoffen inzwischen, eine Frau zu finden, wenn sie sich als Bauer verkleiden“, verkündete der Kabarettist. Stellte aber gleich mehrere Vermutungen an, warum das so sei: Könnte es das Platzangebot für die Kinder und der Streichelzoo im Haus sein? Zudem gelte der Bauer als familienfreundlich. Außerdem gebe es noch einen Grund: „Wenn die Frau vom Gebären zu müde ist, trägt sie der Bauer auf Händen – zur Stallarbeit.“ In der Pause hatten die Zuschauer kurz Zeit, die mitgenommenen Bauchmuskeln vom vielen Lachen zu entspannen. Dazu gab es auch ein kulinarisches Angebot.

Gespannt blickten die Zuschauer nach der Pause wieder auf die schlicht eingerichtete Bühne, auf der links ein Banner des Programms und ein Platz zum Musizieren war, daneben stand das sogenannte Bühnenbild, ein Abbild eines Bauern und seiner Kuh.

Martin Herrmann machte mit seiner humoristischen Art und seinem Feingefühl weiter. Wobei es auch mal einen derberen Witz gab, der sich größtenteils an das weibliche Publikum richtete. „Die Scheidungsquote liegt bei 50 Prozent in den Städten. Nur auf dem Land herrscht Stabilität. Grund: keine Frauen.“ Die pensionierte Lehrerin, die zudem Dauergast im Hirschsaal ist, beschrieb den Auftritt von Herrman wie folgt. „So eine spitze und witzige Zunge wie von Herrmann, gibt es heute immer weniger und hat meinem Wochenende einen besonderen Höhepunkt beschert.“

Der Besuch des Kabarettisten in Hausen am Andelsbach war von Herrmann selbst als nicht sein erster und hoffentlich nicht als sein letzter Besuch bezeichnet worden.

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