Stromausfall und Detonationen im Kanalnetz

Lesedauer: 4 Min
Schwäbische Zeitung
Digitalredakteurin

In Teilen der Konstanzer Altstadt hat es am Dienstagabend einen längeren Stromausfall gegeben. Betroffen waren Bereiche zwischen Inselhotel und Bodanstraße.

Die Ursache für den Ausfall war nach Angaben ein doppelter Erdschluss im Stromnetz. Mehrfach war ein lauter Knall zu hören. Nach Angaben der Feuerwehr kam es in einem Kanal in der Dammgasse zeitgleich zu Detonationen, so dass 32 Kameraden der Feuerwehr mit sechs Fahrzeugen in die Dammgasse ausrückten.

Kurzschluss im Kabel im Boden

Nach Angaben eines Polizeisprechers war es zu einem so genannten Erdschluss gekommen - ein Kurzschluss in einem fest in der Erde verbauten Kabel. Durch den Kurzschluss erhitzte sich Öl an der defekten Muffe. Dabei kam es zu weiteren Kurzschlüssen - die führten nicht nur zum Stromausfall, sondern auch dazu, dass sich das Methangas entzündete, das aufgrund der nahen Abwasserleitungen im Boden befand. Das wiederum führte zu den Knall-Geräuschen im Abwasserkanal. 

Mögliche Gefahr durch Gullydeckel

Die Feuerwehr sperrte den betroffenen Bereich ab. Nach Angaben der Feuerwehr war sehr schnell klar, dass die Explosionen nicht gefährlich waren: Gasmessgeräte hatten die Faulgase gemessen. "Aber es hätte im schlimmsten Fall sein können, dass sich durch die Detonationen ein Gullydeckel löst", sagte der Sprecher der Konstanzer Feuerwehr. "Deshalb haben wir zur Sicherheit die Straße gesperrt." Die Feuerwehr riegelte vorsichtshalber die Hotels in der Nachbarschaft und das Parkhaus in der Dammgasse ab. Die Gebäude wurden nicht evakuiert, da keine direkte Gefahr bestand.

Die Suche nach der Ursache gestaltete sich schwierig. "Wir wussten, dass die Detonationen aus dem Bereich der Abwasserleitungen kommen, aber es war für uns nicht erklärbar." Auch die Mitarbeiter der Stadtwerke suchten fieberhaft nach der Stelle des zweiten Erdschlusses, konnten ihn aber lange Zeit nicht finden.

Stromausfall auch im Bahnverkehr

Die ersten Haushalte konnten nach rund eineinhalb Stunden zugeschaltet werden, in anderen dauerte es über zwei Stunden, bis der Strom wieder da war. 

Von dem Stromausfall war auch der Bahnverkehr betroffen, so dass die Bundespolizei im Einsatz war, um Reisende zu lenken und mögliche Gefahren zu erkennen. Das Stellwerk Konstanz war vorübergehend nicht mehr betriebsfähig, der Zugverkehr musste eingestellt werden. Die Bahn und die SBB richteten für die Strecken nach Radolfzell und nach Kreuzlingen Ersatzbusse ein. Gegen 22:40 Uhr lief auch im Stellwerk der Strom wieder. 

Ihr Kommentar wird nach einer kurzen Prüfung durch unsere Redaktion veröffentlicht.
Kommentare werden geladen
Mehr Themen