Haftstrafe für rückfälligen Gewalttäter

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Ein 59-jähriger vielfach vorbestrafter Gewalttäter aus Markdorf wurde fünf Monate nach seiner Entlassung aus der Sicherungsverw
Ein 59-jähriger vielfach vorbestrafter Gewalttäter aus Markdorf wurde fünf Monate nach seiner Entlassung aus der Sicherungsverwahrung wieder festgenommen. (Foto: Peter Steffen/dpa)

Es dauerte keine fünf Monate, bis ein 59-jähriger vielfach vorbestrafter Gewalttäter aus Markdorf nach seiner Entlassung aus der Sicherungsverwahrung wieder festgenommen werden musste. Jetzt hat ihn das Landgericht Konstanz unter anderem wegen Körperverletzung, Widerstands gegen Polizeibeamte und Beleidigung sowie wegen zahlreicher Verstöße gegen Weisungen in der Führungsaufsicht zu zwei Jahren und drei Monaten Haft verurteilt.

Im Raum stand eine erneute Unterbringung des vermindert schuldfähigen Mannes in der Sicherungsverwahrung oder in einem psychiatrischen Krankenhaus. Letzteres hatte der Vertreter der Staatsanwaltschaft beantragt, der knapp dreieinhalb Jahre Haft gefordert hatte. Das Gericht sah davon ab.

Rund zweieinhalb Jahrzehnte im Gefängnis verbracht

Er zählte zu den „schweren Jungs“, insgesamt zweieinhalb Jahrzehnte seines Lebens verbracht er in Gefängnissen. Allein für eine schwere Sexualstraftat im Jahr 1988 saß er 13 Jahre, danach wurde er in Sicherungsverwahrung genommen. Viele Gefängnisaufenthalte folgten. Als der 59-Jährige nach einer Sozialtherapie im Februar vorigen Jahres in die Freiheit entlassen wurde, hatte er viele gute Vorsätze. Aber dass er weiblichen Bekanntschaften von seinen schlimmen Taten berichten sollte, damit sie wussten, mit wem sie es zu tun hatten, sah er nicht ein. Es ist auch nichts Einschlägiges passiert.

Zu einer Gewalttat kam es erst, als er eines Abends trotz Verbots wieder mal zu viel trank. Dass er ganz auf Alkohol verzichten sollte, hatte er unter anderem schon auf dem Winzerfest in Nonnenhorn vergessen. Da hielt sich der Konsum noch sehr im Rahmen. Doch als man beim gemeinsamen Grillen vor dem Obdachlosenheim in Markdorf kräftig becherte, hielt er zu sehr mit. Prompt kam es zum Streit mit einem Mitbewohner, den er mit der Faust ins Gesicht niederschlug.

Weil ihm danach „eh schon alles egal“ war, beschimpfte er die Polizeibeamten des Reviers Ravensburg, die ihn festnahmen. Dies tat er ausgiebig, sowohl auf der Fahrt zum Revier nach Ravensburg als auch auf dem Weg zur Gewahrsamkeitsprüfung im Krankenhaus. Wieder auf dem Revier zurück, versuchte er sogar noch einen Beamten zu verletzen.

Der wegen einer Persönlichkeitsstörung vermindert schuldfähige Mann sitzt seit neun Monaten in Untersuchungshaft. Die neue Strafe hätte er sofort akzeptiert. Der Vertreter der Staatsanwaltschaft braucht jedoch noch eine Bedenkzeit, sodass das Urteil noch nicht rechtskräftig ist.

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