BKA entlastet Windkraftgegner

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Schwäbische Zeitung

(ist) – Das Foto mit dem Rotmilannest auf einem Baum in der geplanten Konzertrationszone für Windkraft südlich von Kettenacker ist keine Montage. Das teilte der Pressesprecher der Sigmaringer Polizeidirektion Edwin Dobler auf Anfrage der Schwäbischen Zeitung am Donnerstag mit.

Nachdem die Kettenacker Bürgerinitiative gegen Windkraft Anzeige erstattet hatte, weil ein Rotmilannest im Dezember vergangenen Jahres innerhalb von wenigen Wochen zerstört worden war, hat die Kripo Sigmaringen das Foto beim Bundeskriminalamt auf seine Echtheit hin untersuchen lassen. Vertreter der Initiative hatten es vor der Zerstörung gemacht, doch die Kripo hatte Zweifel an seiner Echtheit. Nun steht fest: „Wir können den Mitgliedern der Initiative nicht vorwerfen, dass sie etwas darstellen wollten, das der Wirklichkeit nicht entspricht“, so Dobler. Wer das Nest zerstört hat, ist aber nach wie vor offen. Bürger hatten den Verdacht geäußert, dass es von jemandem beseitigt worden sei, der daran interessiert ist, dass der geplante Windpark realisiert wird. Der Rotmilan ist ein geschützter Vogel, und 1000 Meter rund um seinen Horst dürfen keine Windräder gebaut werden.

Die Kripo konnte keinen Verdächtigen ermitteln. Sie wird nun laut Dobler in den kommenden zwei Wochen die Ermittlungen abschließen und die Unterlagen an die Staatsanwaltschaft Hechingen weiterleiten. Gleichzeitig wird Strafanzeige gegen Unbekannt wegen des Verstoßes gegen das Bundesnaturschutzgesetz gestellt. Die Kripo geht jedoch davon aus, dass das Nest durch den Wind zerstört wurde. Die Staatsanwaltschaft entscheidet dann, ob sie das Verfahren einstellt oder die Kripo weiter ermitteln lässt.

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